Die mit dem Wind reitet

Lucia St. Clair Robson: Die mit dem Wind reitet von Lucia St. Clair Robson
859 Seiten

Inhalt

Im Jahre 1836 werden die Siedler eines kleinen Dorfes in Texas von Comanchen überfallen. In grausamster Art und Weise werden die Menschen dahingeschlachtet, das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Einige Bewohner werden von den Indianern verschleppt, darunter die neunjährige Cynthia Ann Parker.

Geraubte Menschen werden bei den Comanchen entweder als Sklaven gehalten, dann müssen sie für die jeweilige Indianerfamilie arbeiten und werden meist sehr schlecht behandelt. Oder aber sie werden adoptiert, das heißt, sie werden in die Familie aufgenommen und zu Indianern erzogen.

Cynthia Ann hat Glück, daß sie noch nicht zu alt ist und wird adoptiert. Nach kurzer Zeit schon beginnt sie das freie und naturverbunden Leben bei den Indianern zu genießen, wächst selbst zur Indianerin heran. Man nennt sie Naduah (Die Sich Bei Uns Wohlfühlt) und die Comanchen werden ihr Volk, mit dem sie gemeinsam in den nächsten Jahren ums Überleben kämpft.

Der Roman handelt von ihrem Erwachsenwerden, ihrer großen Liebe, ihrem Leben bei den Indianern und dem Untergang des Volkes.

Meine Meinung

Das beste Indianerbuch, das ich je gelesen habe. Fern von Karl May und seiner falschen Indianer-Romantik erfährt man in diesem Buch eine Menge Einzelheiten über das Leben der Indianer und über ihre Denkweisen. Ich meine, deshalb fängt das Buch vielleicht auch mit einer höllisch grausamen Tat der Comanchen an, damit später erklärt werden kann, weshalb und warum dies so geschah. Eine realistische Darstellung des Lebens der Indianer kommt eben an solchen Begebenheiten nicht vorbei.

Die Romantik kommt trotzdem nicht zu kurz. Der Roman enthält eine Liebesgeschichte, die ihresgleichen sucht und deren tragischer Ausgang mich jedesmal wieder zum Heulen bringt. Der Mann, der sie entführt hat, wird ihre große Liebe und mit ihm gründet sie eine Familie. Daß es hier kein Happy-End geben kann, resultiert schon aus der Historie der Indianer in Nordamerika. Aber die Geschichte von Naduah und ihrem Mann ist wirklich hinreißend und zieht sich über den gesamten Handlungszeitraum bis zu ihrem tragischen Ende.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für das Leben der Indianer interessiert oder einfach nur eine zum Heulen tragische Liebesgeschichte lesen will. Ich liebe es einfach, aber es macht mich auch jedesmal traurig, daß diese Kultur der Indianer ausgerottet wurde. Wieviel könnten die Menschen der Gegenwart von ihnen lernen…