Ich habe die letzten Tage lesend im Netz verbracht. Ja. Na und, schließlich habe ich Zeit ohne Ende. Dabei war ich immens beeindruckt vom Tagebuch des neuesten Wellenbrechermitgliedes Gine. Sie schreibt über ihr Leben als Borderline-Patientin und wie sie trotz Krankheit und ständiger chronischer Schmerzen ihren Alltag bewältigt. Da ich bisher nicht viel über diese Krankheit wußte, war die Lektüre sehr lehrreich für mich. Und Gines Geschichte macht betroffen…
Und dann habe ich noch Leanns Babytagebuch durchgeschmökert. Natürlich nicht ohne vorher das dazugehörige Schwangerschaftstagebuch und den Geburtsbericht zu lesen. Aber die Kleine ist so knuddlig und das Ganze so nett geschrieben, da bin ich einfach hängengeblieben.
Aber wie gesagt: Ich habe ja Zeit.
Und was habe ich noch?? Wird mir zwar keiner glauben, ist aber so: Muskelkater. Jawohl. Und eine mittelschwere Depression. Genau. 
Mein Körper als solcher hat mich nämlich schwer enttäuscht ob seiner Leistungsfähigkeit. Ich habe ihm echt mehr zugetraut, aber da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens, denn im Grunde ist es ja kein Wunder, wenn ich nach ca. 200 m leichtem Dauerlauf am Ende meiner Kraft bin, oder? Kein Wunder deshalb, weil ich in den letzten… nun ja, sagen wir mal ruhig 20 Jahren, keinerlei Sport mehr getrieben habe. Nix, null, gar nichts. Daß ich jetzt nach jeder ungewohnten Anstrengung, und sei es nur schnelles Gehen, Muskelkater bekomme und fix und fertig bin, war ja wohl vorauszusehen, oder?
Trotzdem bin ich ganz schön schockiert, daß es schon sooo schlimm ist. Irgendwie habe ich mir da wohl was anderes eingebildet die ganze Zeit. OK, ich bin jetzt 38 und da sollte es noch nicht zu spät sein, an diesem unhaltbaren Zustand noch etwas zu ändern. Zumal ich ja auch ziemlich unzufrieden mit der Verteilung der neuen Pfunde an meinem Körper bin. Ich betone: Die Pfunde (na gut: Kilos!) stören mich nicht, nur deren etwas ungleichmäßige Verteilung an Bauch und Hüften (sonst nirgendwo, menno!). Dies sollte mit einem langsam beginnenden leichten Sportprogramm in den Griff zu kriegen sein. Habe ich mir so gedacht.
Und da mein Schatz laut BMI bereits zur Verfettung neigt *fg*, sollte ihm das auch gut tun und zu zweit macht es ja eh mehr Spaß. Habe ich mir so gedacht. 
Und da waren wir gestern hier im Park spazieren und sind dann ganz spontan mal losgerannt. Und wie gesagt, nach 200 Metern war Schluß mit lustig. Nicht weil mir die Puste ausging, neee, daran lag`s gar nicht, aber mir fehlte einfach die Kraft in den Beinen. Unglaublich! Und heute dieser Muskelkater!!! Nichts desto trotz sind wir heute beim Spaziergang wieder ein Stück gerannt. Hah! Wollen wir doch mal sehen!
Nun gut, es wird nie soweit kommen, daß ich mit Klamotten, die mehr kosten als ein Monatsgehalt (eines Managers), durch den Park jogge und dabei aufpassen muß, daß mir das megacoole Stirnband nicht verrutscht und der Schweiß die Schminke nicht verschmiert. Und dabei verächtlich auf so arme irre Spaziergänger wie uns herabsehe, die auf einmal losrennen wie die Bekloppten. Nein, es soll nicht zur Passion werden, aber irgendwas, und sei es nur ein klitzekleines bißchen, muß ich machen. Kommt auch meinem neu erwachten Bewegungsdrang ganz gut entgegen, den ich ja nicht weiterhin in solchen Putzfimmeln wie letzte Woche austoben will.
Sehr gewöhnungsbedürftig, diese Veränderungen. Auch für andere. Meine Schwester kriegte einen gewaltigen Lachanfall, als ich ihr von unseren Sportversuchen erzählte. “Duuuuuu willst Sport machen???” grölte sie und konnte nicht mehr vor Lachen.
Hah hah, was ist daran so komisch?
Ihr werdet euch noch alle wundern, jawohl!!! 
Ilona