Gestern war nun Jules erster Tag als Auszubildende und zu unser aller Erleichterung kam sie glücklich und zufrieden nach Hause. Alle waren nett zu ihr, die Arbeit macht Spaß und gelernt hat sie auch schon viel am ersten Tag.
Und was war sie aufgeregt am Sonntag! Aber so kenne ich sie. So war sie immer, wenn etwas Neues, Unbekanntes auf sie zukam. Ok, jeder ist da aufgeregt, aber Jule machte sich manchmal richtiggehend fertig.
Umso froher sind wir, dass sich das jetzt ganz gut anlässt. Leider hat es nicht geklappt, dass sie die Fahrschule vorher noch abschließt, so dass die nun nebenher laufen muss. Was das Autofahren betrifft, kommt das Kind ganz klar nach mir. Ich habe mich da auch nicht ganz so talentiert angestellt und fahre auch heute noch nicht gern. Ich fahre zwar, aber nur wenn es nicht anders geht. Lieber lasse ich fahren…
Mit Marcus klappt es jetzt auch viel besser. Komischerweise wurde es fast schlagartig besser, nachdem ich mich im vorigen Beitrag so über ihn ausgekäst hatte (hat er es doch gelesen?). Jedenfalls ist der Junge auf einmal wieder kommunikativ, hilft überall mit, sitzt wieder mit uns am Tisch beim Essen und die Streiterei mit Jule hat sich auch gebessert. Zu einer finalen Aussprache ist es zwar noch nicht gekommen, aber das kriegen wir auch noch hin. Ich warte eine gute Gelegenheit ab, denn klären möchte ich schon, was da passiert ist. Vor allem, warum.
Ansonsten bin ich mehr als urlaubsreif. Urlaubsüberreif sozusagen.
So, nun sind unsere beiden neuen Mitbewohner auch eingeschult. Gestern war der erste Schultag (und unser erster Urlaubstag, normalerweise würden wir jetzt auf den Rädern sitzen). Während ich Jule mit dem Auto nach Rottweil gefahren habe, weil die Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so prickelnd ist (und am ersten Tag geht sowieso alles drunter und drüber), hat sich Marcus allein auf den Weg nach Tuttlingen gemacht. Er fällt nur aus dem Zug und ist schon in der Schule.
Gegen Mittag waren sie alle beide bereits wieder zu Hause und ganz zufrieden mit ihren neuen Schulen. Marcus ist ja Vollzeitschüler mit einem Praktikumstag in der Woche und hat demnach auch ganz normal Ferien. Er kann also das letzte “normale” Schuljahr seines Lebens nochmal richtig genießen und selbiges vor allem mit bestmöglichen Noten abschließen. Zeit genug hat er.
Jule hat immer abwechselnd eine Woche zwei Schultage (Do und Fr) und eine Woche nur am Freitag. Volles Programm fachbezogene Ausbildung, keine allgemeinen Fächer wie Sport, Englisch oder Mathe. Das wird ganz schön hart, denn viel freie Zeit zum Lernen bleibt nicht, da sie ja die restlichen Tage meist bis 18 Uhr oder länger in der Praxis arbeiten muss. Dort gefällt es ihr immer noch prima, sie wird voll mit einbezogen und jeder nimmt sich die Zeit, ihr alles genau zu erklären.
Seit Samstag ist auch Marcus´ Mutter bei uns zu Besuch, morgen kommt auch noch sein Vater, denn Marcus wird nämlich morgen 19. Mit Karina fahren wir heute erstmal nach Konstanz an den Bodensee. Ein bisschen Bummeln und Gucken, damit sie auch mal was von der Gegend hier sieht. Das letzte Mal mussten wir ja beide arbeiten und hatten keine Zeit. Hoffentlich ist das Wetter da unten am See ein bisschen besser.
Wieso braucht die Familienkasse fast 6 Wochen, um festzustellen, dass auf einem Kindergeldantrag 2 Kreuze fehlen?
In zwei Minuten Sekunden hatte ich die Kreuze nachgetragen und zehn Minuten später lag das Papierchen nebst Begleitschreiben wieder im Briefkasten. Obwohl ich Zeit gehabt hätte: “Bitte erledigen Sie dieses Schreiben bis zum 20.10.2007.” Witzbolde! Bis dahin hätte ich gerne schon drei Mal das Kindergeld auf dem Konto gehabt.
Im Gegensatz zur Behördenbummelei hat aber die Antragstellerbummelei Konsequenzen: “Sollten Sie bis zu diesem Termin nicht antworten oder zumindest eventuelle Hinderungsgründe mitteilen, muss der Antrag auf Kindergeld abgelehnt werden.”
Vielleicht hätte ich auch mit etwas drohen sollen: “Mit der Kindergeldzahlung rechne ich bis zum 30.09.2007. Sollte bis dahin keine Zahlung auf meinem Konto eingehen, werde ich kommen und Sie mit Wattebäuschchen bewerfen.”
Oder so ähnlich…
Mal schauen, wie lange es jetzt wieder dauert. Ich werde berichten.
Ich brauchte CD-ROMS. Und zwar nicht die Normalen, die man im Aldi kriegt, sondern solche mit 800 MB Speicherkapazität. Also befragte ich das Internet und das empfahl mir die preiswertesten Teile in diesem Onlineshop zu erstehen. Das war schnell erledigt und geschah am 09.09.2007. Alles ganz normal, es kam eine Bestätigungsemail, wie man das halt so kennt.
Einen Tag später wurde auch schon das Geld von meinem Kreditkartenkonto abgebucht und dann passierte erstmal… man kann es sich schon denken, genau: Gar nichts. Da ich es aber gewöhnt bin, dass man spätestens drei bis fünf Tage nach der Bezahlung auch die Ware erhält, falls bei der Bestellung oder im Bestätigungsmail nichts anderes angegeben wurde, fragte ich am 17.09.2007 mal nach, per Email.
Am 18.09. kam dann ein Email mit dem netten Text: “Sehr geehrter Kunde, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu koennen, dass Ihre Bestellung nun an das Lager zur Bearbeitung uebergegeben wurde.” Aha, dachte ich und böse, wie ich bin, unterstellte ich dem Shop gleich nur das Schlechteste: Erstmal die Kohle einkassieren und nur, wenn die Kunden nochmal nachfragen, wird auch die Ware verschickt. Trotzdem freute ich mich, dass ich die CD-ROMs nun doch bald kriegen sollte.
Zu früh gefreut, wie ich heute erfahren musste, nachdem wieder drei Tage vergangen waren. Eben bekam ich ein weiteres Email mit dem netten Text: “Sehr geehrter Kunde, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu koennen, dass Ihre Bestellung versandt wurde.”, gefolgt von Lieferangaben.
So so. Deren Lager hat also drei Tage gebraucht, um zwei Päckchen CD-ROMs versandfertig zu machen, nachdem die Verwaltung neun Tage gebraucht hat, um das ganze überhaupt erstmal in Gang zu bringen. Die spinnen ja wohl. So kann man doch in der heutigen Zeit nicht mehr arbeiten.
Und wie zum Hohn schreiben die auch noch: “Wir hoffen, dass Sie mit uns zufrieden waren und wuerden uns ueber weitere Besuche in unserem Onlineshop sehr freuen! Bitte bewerten Sie uns in einem der folgenden Portale:…”, wobei eine Auflistung von Links zu diversen Preissuchmaschinen folgt.
Nö, die sehen mich nicht wieder. Billig ist eben nicht immer gut. Ich hoffe, das wenigstens die CDs in Ordnung sind, sonst können die mal erleben, wie schnell ich die (rück)versandfertig kriege.
Wir kriegen langsam ein bisschen Routine in unser neues Leben als Vierpersonenhaushalt. Leider ist mein Urlaub nun auch schon wieder vorüber, nächste Woche muss ich wieder ins Hamsterrad, während Schimmi sich noch eine Woche länger ausruhen kann.
Mit den Kindern läuft es jetzt relativ ruhig und auch harmonisch. Aber irgendwas ist ja immer und meistens alles auf einmal. Zum Beispiel steht Marcus nun vermutlich eine Weisheitszahn-OP bevor, er bekommt nächste Woche einen Termin beim Kieferchirurgen. Er macht sich Sorgen, dass er in der Schule zuviel versäumt.
Wir haben den Eindruck, dass er da wirklich gerne hingeht. Weil es ihn interessiert und weil er mit seinen Mitschülern dort prima zurechtkommt. Da gehen schon SMS und Anrufe hin und her, was uns natürlich sehr freut. Auch im Praktikumsbetrieb kommt er mittlerweile gut zurecht, letzte Woche kam er ganz stolz mit “Firmenarbeitskleidung” nach Hause, die er erhalten hatte.
Nächstes Wochenende muss er nach Hause nach Micheln. Ein trauriger Anlass, denn sein Onkel ist gestorben und wird beerdigt.
Bei Jule läuft es auch bestens, sie lernt gerade, dass sie einen Beruf gewählt hat, bei dem sie arbeitszeitmäßig sehr flexibel und spontan sein muss. Und Spontanität war noch nie ihre Stärke… sie war immer schon so, dass sie am liebsten drei Wochen vorher sämtliche Tagesabläufe genau durchgeplant hat. Aber sie lernt es zu akzeptieren, auch wenn sie manchmal ganz schön schimpft. Natürlich nur zu Hause. *g*
Ach ja: Nächsten Mittwoch hat sie Fahrprüfung. Daumen drücken!!!
Man sollte es ja nicht glauben, aber gestern haben wir es tatsächlich wieder einmal geschafft, uns gründlich zu verirren. Nachdem ja mal wieder der Sommer ausgebrochen war (eigentlich unser typisches Urlaubswetter), machten wir uns gegen Mittag zu einer Radtour auf. So ein Wetterchen muss man ja nutzen, bevor einen der nahende Herbst und Winter wieder zu unumgänglicher Faulheit “zwingt”.
Wir also erstmal hoch nach Hausen ob Verena zum Einradeln, dann runter nach Seitingen-Oberflacht und von dort über Möhringen-Vorstadt durchs Rabental auf die Witthoh. Da haben wir uns ein Apfelschorle gegönnt und per Karte den weiteren Weg ausgekungelt. War eigentlich alles ganz klar auf der Karte zu sehen: Über Hattingen nach Immendingen, dort sollte dann ein geschotterter Radweg über Ippingen nach Öfingen führen. Von dort über Talheim und Seitingen-Oberflacht in einer schönen Runde wieder über Hausen runter nach Spaichingen rollen.
Bis Immendingen war alles klar, auch den geschotterten Radweg haben wir problemlos gefunden, er hatte an einer Stelle nur einen kleinen Fehler: Er gabelte sich auf einmal und wir nahmen natürlich ganz sicher die falsche Abzweigung, was zur Folge hatte, dass es höher und höher ging und das ziemlich unwegsam und hoppelig. Nach kurzer Zeit tat mir alles weh, aber wir fuhren tapfer weiter. Kein Schild mehr weit und breit und auch kein Mensch mehr zu sehen. Wir waren in der Wildnis angelangt und überlegten schon, ob wir es noch im Hellen nach Hause schaffen würden. Dann eine Wegkreuzung mit Wanderwegschildern, wo Öfingen noch mit 7,5 km ausgeschildert war. Den Schildern nach waren wir auf dem Amtenhausener Berg gelandet und hatten beim Weiterfahren immer das ungute Gefühl, im Kreis zu fahren.
Wir gurkten wirklich eine halbe Ewigkeit durch diesen Wald. Kein Haus, kein Mensch, nichts wies auf einen nahen Ort hin, aber irgendwann hatten wir es wirklich geschafft und der Wald lichtete sich. Dann ging es nur noch bergab nach Öfingen.
Dort dann aber erstmal wieder hoch und nach Talheim nahmen wir die Straße, zur Sicherheit. Dann sollte ein Radweg nach Seitingen-Oberflacht führen und das stimmte auch irgendwie, nur dass es da wieder entsetzlich nach oben ging und so langsam verließen uns die Kräfte, da wir seit dem Frühstück auch nichts mehr gegessen hatten und jetzt war es kurz vor 18 Uhr.
Wieder gurkten wir in der Pampa rum und hatten keine Ahnung, ob wir auf dem richtigen Weg waren, auf der Karte sieht das immer alles ganz anders und viel einfacher aus. Dann sah ich in der Ferne den Dreifaltigkeitsberg und dann wussten wir wenigstens die grobe Richtung.
Der Weg nach Hausen ob Verena hoch war dann ziemlich hart, hungrig und entkräftet wie wir waren, aber wir haben es geschafft und dann konnten wir von da oben ja fast bis vor die Haustür rollen. Inzwischen war es kurz nach 19 Uhr und wir waren völlig geschafft und hungrig wie die Wölfe.
Über 70 km und keine Ahnung, wieviele Höhenmeter (bei meinem Höhenmesser ist die Batterie alle), aber schätzungsweise über 1000 müssen es gewesen sein.
Das implizierte einen faulen Sonntag. Und den hatten wir heute auch. Und irgendwie hat es ja doch Spaß gemacht, wir hätten nur mehr Zeit gebraucht und es hätte zwischendurch was zu futtern geben müssen.
So, Leute, stellt die Gummibäume auf und holt eure Kinder rein. Denn Jule darf seit heute 15 Uhr offiziell Auto fahren!

Gottseidank ist das endlich vorbei!