Es gibt Situationen im Leben, da ist ein öffentliches Tagebuch einfach zu öffentlich. Deshalb ist hier erstmal ne Weile Sendepause.
Aber ich komm wieder und dann werde ich auch das Rätselraten beenden. Bis denne…..
I haven’t ever really found a place that I call home
I never stick around quite long enough to make it
I apologize that once again I’m not in love
But it’s not as if I mind
that your heart ain’t exactly breaking
It’s just a thought, only a thought
But if my life is for rent and I don’t learn to buy
Well I deserve nothing more than I get
‘Cause nothing I have is truly mine
Ach shit. Mit mehr als ner Pulle Rotwein intus sollte frau nich so traurige Musik hören…..
Gestern, da unten am Fluss, in der Sonne, habe ich mich freigelassen. Ich habe Abschied genommen und geweint….
Heute, da ganz oben in den Bergen, habe ich mich wiedergefunden. Ich war wieder geworden, wie ich bin. Authentisch und frei.
Jetzt kann es weitergehen und mich wird nichts mehr aufhalten. Denn alte Fehler wiederhole ich nicht.
Scheiße… Manchmal fühlt man sich so stark…. aber manchmal… HELP….
Danke, Anja…. Zum zweiten Mal….
Nobody is taken care of me….
Dank euch allen für eure Anteilnahme. Denke, ich darf das mal so in Anspruch nehmen… Und Schimmi natürlich auch.
Mein derzeitiger Status ist wackelig, da will ich mal ehrlich sein: Ich trinke viel zu viel Rotwein, dafür schlafe und esse ich kaum. Höre traurige Musik und heule stundenlang wie ein Schlosshund. Rufe Leute an, um zu reden und mich trösten zu lassen. Wecke sogar Anja deshalb ziemlich spät nachts. Wenn mir in der Firma die Tränen in den Augen stehen, nehmen mich die Kolleginnen in den Arm zum Trösten. Heule im Auto auf dem Arbeitsweg rum und fahre viel zu aggressiv. Lass mich voll gehen….
Denke und hoffe, das wird irgendwann aufhören und dann kann ich neu anfangen. Allein. Mit den Kindern. Vielleicht schafft es ja Christian auch endlich hierher…. Zukunft gibts immer und diesmal bin ich ganz frei und kann machen, was ich will.
Und trotz allem Geheule noch nicht einmal das Gefühl gehabt, einen Fehler gemacht zu haben. Nein. Es war richtig für alle Beteiligten. Auch wenns im Moment noch über mir zusammenbricht.
Werd über Pfingsten zu Anja fahren. Muss mal weg hier.
Und irgendwie…. wie sagte eine gute Freundin… geerdet.
War eine gute Idee, zu Anja zu fahren. Trotzdem ich ein physisches und psychisches Wrack war. Psychisch ja sowieso, das muss ich nicht erklären und physisch… Ich habe keine Ahnung, wie genau ich es am Freitag abend geschafft habe, 630 km auf der Autobahn zu fahren. Ich glaube, ich war irgendwie in Trance, nicht nur musiktechnisch….
Merke: Es ist gar nicht gut, auf den Körper zu hören, wenn er meint, eine Null-Diät wäre jetzt genau das Richtige. Spätestens nach ein paar Tagen muss frau wieder was essen und dann reagiert dieser missratene Körper mit Schmerzen und einer Ernährungsstörung, die einen sämtliche Klosprüche auf dem schwesterlichen Klo auswendig lernen lässt. Gleichzeitig nahm dann der Kreislauf ab und zu ne Auszeit und und die weiblichen Unterleibsorgane gerieten aus der Regel….
Das alles hörte immer genau dann auf, wenn ich nichts aß. Aber das ging ja nicht und so quälten wir uns Samstag und Sonntag durch den Tag und das ganze liebevoll vorbereitete schwesterliche Trostprogramm fiel ins Wasser, weil Ilona nur rumlag und litt. Ins Krankenhaus habe ich mich nicht getraut, weil die mich dabehalten hätten.
Gerettet hat mich glaube ich, dass ich gestern den ganzen Tag so eine Art selbstgebastelte Elektrolytlösung getrunken habe bzw. mir reingezwungen habe. Kam auch den ganzen Tag genau so an der anderen Seite wieder raus. Jedenfalls kams mir so vor. Die abendliche Grillparty habe ich vom Klo aus gut verfolgen können, die Musik war ja laut genug…. Ich mutierte an dem Abend zum Running Gag: “Eigentlich wollte der Nachbar heute seinen Pool füllen, kann er aber erst, wenn Ilona weg ist, die braucht das ganze Wasser für die Klospülung.”
Seit heute früh gehts aber wieder und die Fahrt hierher habe ich sogar bei vollem Bewusstsein hinter mich gebracht.
Aber trotz aller Krankheit und Quälerei: Wir haben geredet, wir haben gelacht, wir haben gekichert und rumgealbert und wir haben geheult. Ich habe Christian wiedergesehen und in die Arme nehmen können (und wieder geheult).
Das hab ich gebraucht: Das mich jemand einfach in die Arme nimmt, knuddelt und nicht an meiner Entscheidung rumkrittelt, sondern alles einfach so akzeptiert. Auch akzeptiert, dass ich im Moment völlig neben mir stehe, Stimmungsschwankungen habe und Dinge tue, die ich normalerweise nicht mache. Sowas nennt man Freund oder Freundin. Und manchmal ist eben die Schwester die beste Freundin. Auch wenns arg weit ist zum öfter knuddeln.
An meiner Situation hat sich zwar nichts geändert, aber ich kann jetzt erstmal weitermachen.
Nee, nicht geklaut, hab gefragt. Der Spruch hängt schon sehr lange an der Pinwand in Anjas Küche. Hab ihn oft gelesen und nicht wirklich wahrgenommen. Dieses Mal schon und dieses Mal hat er mir geholfen:
“Wenn sich ein Tor des Glücks schließt, öffnet sich ein anderes. Aber oft schauen wir so lange auf das verschlossene Tor, dass wir das andere, das sich für uns geöffnet hat, gar nicht sehen…”
Es gibt Männer, die stellen dich auf ein Podest und beten dich an. Und wollens gar nicht wahr haben, wenn du dem Göttinnen-Gleichen nicht gewachsen bist und ab und zu vom Podest stolperst und dich auf die Nase legst. Wirste fein säuberlich aufgelesen und wieder hochgestellt.
Dann gibt es Männer, die dich nur brauchen können, wenn du dich geduldig und liebevoll um ihre Probleme kümmerst, ihnen verständnisvoll zuhörst und jederzeit für sie da bist. Sie lieben den Clown in dir, der immer einen coolen Spruch oder einen Witz parat hat und sie damit aufmuntert. Haste dann mal selber ein Problem und bräuchtest genau so jemanden, nehmen sie ganz schnell Abstand. Wusch, weg.
Und dann noch die, die deine Klugheit und deinen Fleiss schätzen, weil es so schön bequem ist, es sich in dem von dir gemanagten, gut organisierten und vor allem finanzierten Leben bequem zu machen. Die aus allen Wolken fallen, wenn das mal ganz abrupt aufhört.
Ich hätte da noch mehr Beispiele aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Leider ist nur die Sorte Mann noch nicht darunter, bei dem ich mich mal fallen lassen kann. Ganz voller Vertrauen, dass ich aufgefangen werde… Einfach sagen zu können: “Ich kann hier nicht mehr, mach du mal weiter….” und zu wissen, er tut es. Geborgenheit fühlen. Aufgehoben sein. Ankommen.
Kenn ich nicht. Nicht genug Vertrauen. Und wenn ich mich wider besseres Wissen trotzdem hab fallen lassen, bin ich grässlich auf der Nase gelandet. Selbst schuld, oder? Eigentlich habe ich genug rumprobiert. Muss auch mal gut sein.
Man stelle sich vor: Drei Ex-Männer und alle drei lesen und kommentieren in deinem Tagebuch. Grausame Vorstellung.
Gottseidank haben zwei von meinen dreien das Internet nie betreten. Und das bleibt hoffentlich auch so. Uffz.
Langsam, so ganz langsam fange ich an, den Gedanken an ein zukünftiges Single-Dasein ausserordentlich reizvoll zu finden…. Es gibt in der Tat mal gar nicht so wenige positive Aspekte. Ehrlich gesagt, ist mir bisher noch gar kein negativer eingefallen.
*hehe*
Das Thema scheint ja nicht nur mich zu interessieren, also tragen wir doch hier mal alle Pros und Contras für oder gegen ein Single-Dasein zusammen.
Pro
…
Contra
… öhm… mehr nicht?
Ok, der Beitrag bleibt offen. Bitte alle weiteren Ideen in die Comments oder per Mail, ich übernehm die dann hier. Bin gespannt, was da noch zusammenkommt. 
Schreibt man echt mit drei “s”, was? Sieht saudoof aus.
Aber es scheint sich zu manifestieren: Nach meiner andauernden (aber gottseidank überstandenen) Nulldiät hab ich jetzt die Fresssucht. Was so schlecht auch nicht ist, dann kommen die verlorenen Kilos wenigstens flott wieder drauf. Kann gar nicht mehr aufhören mit essen, wenn ich erstmal angefangen habe. Und alles durcheinander…. Übrigens: Irgendjemand von den hier hausenden Heuschrecken hat mein Walnusseis terminiert. Das geht schon mal gar nicht! Notice to myself: Ersatzbeschaffung am Montag. Dringend!
Besonders, wenn ich vom Radeln komme, schaffe ich es nicht mal unter die Dusche, ohne vorher was zu essen. Apropos radeln, so ne Nulldiät ist auch für die Kondition der absolute Killer. Mönsch. Diese laufenden Rückschläge… Immerhin habe ich mich jetzt aufgerafft und nutze die lange abendliche Helligkeit zum Radfahren, egal wie spät ich aus der Firma komme (und das ist manchmal echt spät). So kriege ich wenigstens etwas Frischluft ab, wenn auch nicht jeden Tag….
Allein radeln ist übrigens sowas von entspannend, vor allem nach nem Tag Dauerkommunikation inne Firma. Ruhe, Musik auffe Ohren, Gedanken baumeln lassen.
Die letzten Tage habe ich es immer geschafft, den Regen weiträumig zu umfahren. Tja, und eigentlich wollte ich ja heute gar nicht wirklich losfahren… Aber dann war draussen alles trocken und so`n bisschen am Fluss rumgurken geht ja immer. Und so gurkte ich lustich bis fast nach Donaueschingen, oh Schreck, so weit wollte ich ja gar nicht. Also wenden und dann sah ich die Bescherung schon von weitem… Genau da, wo ich hin musste, hing ne fette Regenwand.
Ok, bis Geisingen waren es nur ein paar Tröpfchen, aber dann gings los. Im Nu war ich nass bis auf die Haut, machte mir aber die meisten Sorgen, dass der Ipod trocken blieb. Komischerweise haben die Kopfhörer nicht schlappgemacht, obwohl mir das Wasser oben inne Ohren rein und unten wieder rauslief…
Nach wenigen km hatte ich mich mit meinem Schicksal abgefunden und hatte mächtig Spaß. Erstens, weil ich den ganzen Radweg für mich alleine hatte und zweitens wegen der Blicke der Leute. Muss wohl wie ein gerupftes Huhn ausgesehen haben. Und zwar eines, dass die Musik unter den Kopfhörern auch noch laut und falsch mitsang und pfiff. *gacker* Die müssen mich alle für komplett durchgeknallt gehalten haben.
Ok, in Tuttlingen fuhr ich am Bahnhof vorbei und war kurz am Überlegen, ob ich nach nem Ringzug gucken sollte. Aber nö, die paar km schaffe ich jetzt auch noch und nass bin ich eh.
Kurz vor Spaichingen hörte der Regen dann auf. Vielen Dank, aber zu spät. Jetzt leiern die Klamotten unten im Trockner und ich bin gerade aus der heißen Badewanne gekrochen und fühl mich pudelwohl.
Jetzt kann die Arbeitswoche losgehen. 
Mein unermüdliches Engagement in der neuen Firma fängt an, Früchte zu tragen.
Ich bin mittlerweile überzeugt, mir genau den richtigen Job ausgesucht zu haben: Ich mag die Firma, ich mag die Kollegen unheimlich und ich mag meinen Job. Auch wenns immer noch viel zu viele Stunden sind. Es macht Spaß. 
Gestern viel zu spät nach Hause gekommen. Heute lecker essen gewesen mit den Kollegen… Faulheit und Völlerei, so geht das nicht weiter, sonst bin ich in ein paar Wochen schneckenfett und sehe so alt aus, wie ich bin. Aber lustig wars ja. Fühl mich sauwohl unter den Leutchen… Als ob ich schon jahrelang dazugehöre…
Aber morgen gehts wieder aufs Fahrrad. Fakt. Und Donnerstag sowieso. Und am WE soll ja wieder schönes Wetter werden. Dann erst recht. Brauch frische Luft.
Ist ja nett, dass ihr euch Sorgen macht. Danke für die vielen Emails, ich wusste gar nicht, wie viele Leute sich nen Kopp um mich machen….
Aber Sorgen sind nicht nötig, mir geht es wieder gut und es wird jeden Tag besser. Für die ganz Neugierigen: Ja, Schimmi und ich wohnen noch zusammen, reden noch miteinander und streiten uns nicht. Wir sehen uns aber auch kaum, weil jeder seine eigenen Wege geht. Anfang Juni zieht er aus und dann wird hier ein bisschen umgeräumt. Das Wohnzimmer ist dann kein Wohnzimmer mehr (wurde eh kaum benutzt), sondern wird mein Zimmer. Das ehemalige Schlafzimmer wird zum Sport-, Wäsche- und Kramzimmer und das Arbeitszimmer hier ist dann wieder Gästezimmer bzw. wird vielleicht mal Christians Zimmer. Mal schauen.
Soviel zum Organisatorischen. Seelisch und gefühlsmäßig empfinde ich im Moment…. tja, wie soll ich das nun wieder beschreiben? So ein Gefühl von Freiheit, Lebensfreude und Glück, das mich manchmal die Leute auf der Straße angrinsen oder laut loslachen lässt. Klingt irre, fühlt sich aber unheimlich gut an. Als ob ich Ballast abgeworfen habe und die ganze Zeit schwebe… So eine Art unglaubliche Vorfreude auf das, was kommt. Egal, was es sein mag. Hm. Ich glaub, ich krieg das hier nicht so richtig in Worte gefasst.
Kurz gesagt: Mir gehts super! 
Heut war ich mal am Bodensee. Zum Kaffeetrinken und Apfelstrudel essen. Natürlich mit dem Rad. Hin ist immer ganz leicht, man rollt fast von allein. Wobei ich nach dem Wasserburger Tal eine eher merkwürdige Strecke gefahren bin, keine Ahnung, wo ich da war.
Aber ich bin angekommen und auf dem Rückweg habe ich mich streng an den Hohenzollernradweg gehalten bis Tuttlingen. Dieser Radweg ist nicht ganz unanstrengend, das sage ich euch. Die ganze Zeit gehts nunner und nuff. Meistens nuff. Wollte ja eigentlich nur auf die Witthoh, weil es so arschaffengeil ist, von dort völlig angstfrei mit fast 70 km/h bis nach Tuttlingen runterzurauschen. Geil!!!
Und da ich keinen Bock hatte, an der B14 nach Hause zu fahren, bin ich noch über Seitingen nach Hausen ob Verena hoch und von da wieder nunner nach Spaichingen bis fast vor die Tür gerollt. Das waren dann mal 105 Kilometerchen und 1056 Höhenmeter.
Hier gibts ein paar schöne bunte Bilder und ich muss jetzt duschen und dann: Hunger!!!
Wochenende und geiles Wetter! Was will frau mehr?
Morgen fahre ich erstmal in Richtung Rottweil. Auf dem Weg werde ich dann darüber entscheiden, ob ich aufn Heuberg hochfahre oder ins Neckartal, Autobahnbrücken fotografieren. Bis Horb und wieder zurück oder ne Runde Heuberg? Kann mich jetzt noch nicht entscheiden… Eins mache ich morgen und das andere am Sonntag.
iPod aufladen. Sonnencreme einpacken. Und genug zu trinken mitnehmen.
Freu mich schon.
Hehe… Die hier lebenden Heuschrecken Teenager sind im Grillrausch. Fast jeden Abend wird das Teil angeworfen und für mich fällt natürlich auch immer was ab. Obwohl ich eigentlich schon satt bin, aber ne Wurst passt ja irgendwie immer rein. Kalorientechnisch ganz gut, denn mir fehlen noch ein paar nulldiätbedingte Kilos.
Heh, 132 Kilometer, fast 800 Höhenmeter und da geht noch was! Unglaublich, wie schnell das geht mit der Form…. Vor ner Weile bin ich bei 90 Kilometer noch abgekackt.
Das war heute was für die Grundlagenausdauer. Der Neckarradweg geht zwar auch nuff und nunner, aber nicht wirklich schlimm, die Hm summieren sich halt auf Grund der Länge der Strecke. Es ist immer wieder eine wunderschöne Tour. Einzig die Ortsdurchfahrt von Rottweil ist ein bisschen nervig, aber die Budapest-erfahrene Reiseradlerin, die in Frankreich sogar schon auf der Autobahn geradelt ist, weiß ja, wie man die Autos austrickst oder wie man einfach mittendrin mitfährt.
Gleich nach Rottweil geht aber ab ins Grüne, ein bisschen bergauf und man kann die erste Autobahnbrücke schon von weitem sehen. Dann wird ca. 100 Höhenmeter runtergerauscht ins Neckartal. Am Wasserwerk vorbei, wo man die Trinkflaschen schon wieder auffüllen kann, da ist so eine Wasserstelle. Nach ca. 2 km fährt man dann durch die Brücke durch. Immer wieder ein toller Anblick von unten. Was für Riesendinger der Mensch so bauen kann….
Aber ich wollte es ja heute bis zur anderen, noch höheren Brücke schaffen, also weiter. Das Wetter wurde langsam richtig schön sonnig, der Radweg dementsprechend voller. Aber das war ganz lustig, da kam man immer mal wieder ins Gespräch. Meistens wunderten sich die Leute, was ich für komische Fotos machte. Inne Wiese legen und knipsen sieht halt bisschen bescheuert aus. *g*
Schwuppdiwupp war ich in Sulz, das ging schnell. Und genauso schnell auch da durch, denn die Stadt gefällt mir gar nicht. Am Ortsausgang war ein Supermarkt mit angeschlossenem Bäcker, da futterte ich erstmal ein belegtes Brötchen und gönnte mir einen Kaffee. Dann wurde es richtig schön. Das Neckartal ist zwischen Sulz und Horb einfach herrlich. Und die Sonne schien wie nur was.
Bei Kilometerstand 60 fuhr ich in Horb ein, aber nicht rein. Wenn man auf dem Radweg bleibt, kann man sich die Innenstadt sparen und ich wollte ja sowieso nichts essen oder trinken, hatte ja grad. Also weiter nach Fischingen und dann fing ich langsam an zu überlegen, wann denn nun diese vermaledeite zweite Brücke kommt…. War die erst hinter Rottenburg oder gar Tübingen? Ich konnte mich nicht mehr erinnern und grummelte vor mich hin. Fuhr aber immer weiter und weiter und dann… tadaaaa… präsentierte sie sich nach einer Kurve in voller Größe. Gleich mal von weitem geknipst und dann muss man ein Stück bergauf und steht dann direkt drunter. Wahnsinn! Wenn man oben langfährt auf der Autobahn, steht da immer: Länge xxxx m und Höhe 185 m. DAS ist wirklich hoch! Vor allem von unten. Na ja, von oben wahrscheinlich auch.
Mein Tacho zeigte an der Stelle 66 Kilometer an und der Mann, mit dem ich dort nen Schwatz machte, zeigte sich beeindruckt, als ich ihm sagte, dass ich jetzt dieselbe Strecke wieder zurückfahren würde. Er kam aus Frankfurt und machte hier Urlaub. Fuhr immer kleinere Strecken am Neckar entlang und dann mit dem Zug wieder zurück in seine Pension.
Dann machte ich mich aufn Heimweg und… was soll ich sagen… In Horb fing es an zu tröpfeln. An der Tankstelle dort holte ich mir Schoki und ein Brötchen, was ich unterwegs wegfutterte und der Regen wurde mehr. Ok, dann sollte es eben schon wieder sein. Heute war es sogar angenehm: Warmer Sommerregen auf der Haut. Frisch gemähte Wiesen und es regnet…. das ist ein Duft, das glaubt man kaum. Ich fuhr grinsend durch die Botanik und freute mich meines Lebens.
In Oberndorf war da so ein Cafe am Wegesrand, da beschloss ich, mal wieder Kalorien nachzufüllen. Es gab Kaffee, Erdbeerkuchen mit Sahne und ne Zuckerschnecke. Mjamm. Und der Regen wurde nochmal stärker.
Egal. Ich zahlte, setzte mir meinen Deckel aufn Kopp und packte den iPod in ein Plastetütchen. Die Lenkertasche hatte den Regenschutz schon um und ich hatte eh nicht viel an, was nass werden konnte. Ich winkte dem staunenden Kellner und brauste davon. Wieder unbezahlbar die Blicke der Leute.
Es lief fantastisch. Ich fuhr wie in Trance, kann auch an der Mucke gelegen haben. Fotos machte ich bis auf eine Ausnahme keine mehr wegen dem Regen.
Auch die Steigung rauf nach Rottweil nach dem Wasserwerk war überhaupt kein Problem. Ich fuhr sogar schneller da hoch als normalerweise. Dann wieder durch durch Rottweil, es gibt da jetzt ein paar Autofahrer, die mich wohl verfluchen werden. *hehe*
Tja und normalerweise kommt dann auf der Strecke zwischen Rottweil und Spaichingen immer das Timeout bei mir, aber heute nicht. Ich war sogar ziemlich flott unterwegs und auch das Michelfeld hoch habe ich problemlos geschafft. Bin aber sowas von zufrieden mit mir.
Ich denke, das Geheimnis liegt einfach darin, dass ich in regelmäßigen Zeitabständen laufend irgendwas in mich reinfuttern muss. Dann kann ich wahrscheinlich sogar 200 Kilometer fahren, ohne zusammenzubrechen. Gut zu wissen. Daran solls ja nun nicht scheitern. 
So, jetzt muss ich duschen und… ja klar, was essen und heute abend mach ich noch die Bilder fertig. Bin schon ganz gespannt, was ich da wieder geknipst habe.
Update: Bilder sind online.
Da war ich heute. Und es hat nicht geregnet, obwohl ich heute früh ganz zeitig den Regen ans Fenster klopfen hörte.
Merke: Frau kommt auf jeden Berg hoch, auch wenn die Beine noch etwas müde sind vom Vortag und das linke Knie wieder ein bisschen rummuckert. Sie ist dann zwar nicht die Allerschnellste, aber das macht nix, weil sie ja allein fährt und keiner auf sie warten muss. Aber sie kommt hoch und darauf kommts an.
Und dann war da noch:

Und zuletzt noch ein Bild für Andi. 
Eins steht schonmal fest: Wenn ich jemals umziehe, dann in ein fertiges Mietshaus und nicht wieder mitten in eine Siedlung voller arbeitsgeiler schwäbischer Häuslebauer, die einen jedes Wochenende und jede einzelne Minute des wohlverdienten Feierabend mit ihrem Baulärm aufn Sack gehen! Wahlweise auch vermischt mit Rasenmäher-, Rasentrimmer- oder Kreissägengeräuschen. Oder alles zusammen.
So übel, dass man nicht mal bei dem schönen warmen Wetter die Fenster offen lassen kann.
Ich dreh echt noch durch hier. 
Die Runde, die ich dann immer gerade noch hinkriege, wenn ich mich in der Firma rausmogele, ist 45 km lang und hat ca. 600 Hm. Dreifaltigkeitsberg rauf und dann über Risiberg und Russberg die Wurmlinger Steige runter mit ca. …. das sag ich lieber nicht, wie schnell ich da heute war. 
Durch Wurmlingen durch und hinten entlang Richtung Hausen ob Verena durch Seitingen-Oberflacht durch. Dann von Hausen runter und feddich.
Brauch ich ungefähr zwei Stunden für und dafür reicht die Zeit grad, aber wie gesagt, nur wenn ich mich aus der Firma mogele. Mein Chef hat mich heute deshalb schon entlassen und nachdem ich mich darauf gefreut habe, morgen ausschlafen zu können, hat er mich umgehend wieder eingestellt. So ein Mist! 
Nö, aber so richtig sehe ich es nicht ein, wenn bei dem schönen Wetter ein auf halb drei angesetztes Meeting auf einmal erst halb sechs stattfinden soll und ich dann wieder fast im Dunkeln nach Hause fahr. Nun findet das morgen vormittag statt und das geht auch. Bin zwar ganz schön frech in der Probezeit, aber hallo? Es wird Sommer und ich habe auch noch ein Privatleben. Besser die Chefs gewöhnen sich dran.

Ich hatte gerade einen inneren Vorbeimarsch. *strike*
Ich liebe Chefs mit Durchblick, vor allem, wenn sie noch so richtig nett sind!!! Hach!!!
Zusatz: Ich meine, wie gut kann ein Tag noch werden, an dem einem ein floridanischer braungebrannter und gutaussehender Millionär mit einem charmanten Lächeln sagt, dass man einen süßen Dialekt hätte. *kreisch*
Und das war erst nach dem inneren Vorbeimarsch. Als er nämlich meinen ursprünglichen Vorschlag für einen Kostenstellenplan für praktikabler befunden hat als einen anderen….
Das Ganze eben noch gekrönt durch eine feierabendliche Radelrunde und einen Teller voll Gegrilltem aufm Tisch beim Nachhausekommen.
Das Leben kann so schön sein.
Für morgen sind Schauer angesagt, das ignorier ich aber. Die Wetteronkel haben sowieso keine Ahnung. Auf jeden Fall war das gestern abend hier ein mächtig sehenswertes Gewitter. Taghell wars zeitweise durch die Blitze und dann Regen und Hagel. Wow! Danach herrliche Luft, aber heute wars schon wieder den ganzen Tag schwül, dass man im Büro nur so rumklebte.
Wenn es also morgen nicht Bindfäden regnet, werd ich mich wieder aufs Radel schwingen, aus organisatorischen Gründen auch so früh ich den Hintern hochkriege… Diesmal hab ich sogar nen Plan und dann gibts vielleicht wieder nette Fottos.
Im Moment siehts draussen richtig gut aus.