Rein statistisch musste es ja mal passieren. Bei der vielen Radfahrerei war es wohl einfach mal fällig….
Und jetzt sitz ich hier mitm Schleppi aufm Schoß und hab ein Loch im Knie. Und das kam so:
Bin ich also gestern wie geplant früh um neun bei allerbestem Wetter losgeradelt. Der Plan war das Donautal bis nach Sigmaringen und wieder zurück, macht ehrgeizige 150 Kilometer ungefähr. Es lief phantastisch, fast schon zu gut. Ab Mühlheim hatte ich sogar einen netten Reisebegleiter. Der ist ne Weile hinter mir gefahren und hat sich darüber amüsiert, dass ich während der Fahrt fotografiert habe. So kamen wir ins Gespräch und das ist bis Sigmaringen nicht abgerissen. War richtig nett.
Wie ich erst später erfragte, wird H.-O. nächstes Jahr siebzig, sieht aus wie Ende Fünfzig und ist topfit. Wir waren recht flott unterwegs und er hatte ja auch die schweren Reiseradler-Packtaschen dabei, aber er hatte keine Probleme, das Tempo zu halten. Respekt! Ok, nun ist der Donauradweg auch leicht zu fahren, deshalb waren wir ja auch recht schnell. Aber es hat nen Riesenspaß gemacht. Wenn ich in dem Alter mal noch so fit bin, dann kann ich mir echt auf die Schulter klopfen.
In Sigmaringen ist er dann auf dem Radweg weitergefahren. Sein Endziel war das Allgäu, dort wollte er sich mit seiner Frau zum Wandern treffen. Find ich irgendwie mächtig cool. Wir haben Emailadressen ausgetauscht und nachher werde ich seiner Frau erstmal ein paar Bilder schicken. 
Ich bin nach Sigmaringen rein, hab in ner Eisdiele nen Kaffee und nen schönen Eisbecher geschlabbert und dann den Heimweg angetreten. Nach ca. 75 Kilometern von Müdigkeit keine Spur, ich hätte ewig weiterradeln können. Viel fotografiert habe ich, auf dem Hinweg bin ich ja vor lauter Schwatzerei nicht dazugekommen.
Das Wetter war merkwürdig: Auf der einen Seite strahlend blauer Himmel, in der Mitte hing eine dicke schwarze Regenwolke und auf der anderen Seite türmten sich merkwürdige Wolkenformationen, die ich hoffentlich gut geknipst habe, sowas habe ich noch nie gesehen. Sah aus wie schneebedeckte Berge.
Jedenfalls hatte ich eine Menge Spaß bei der Radelei, es war einfach zu schön und deshalb war es leider schneller vorbei, als mir lieb war. In Thiergarten war ich am Bergabfahren, sah den Weg, der scheinbar geradeaus weiterführte. Erst sehr spät sah ich das Radwegschild, das nach links zeigte und deshalb habe ich wohl die Kurve zu spät genommen und nicht mehr richtig gekriegt. Der Weg ging genau in der Kurve von Asphalt in Schotter über und so riss es mir bei dem Tempo die Räder weg und ich legte mich sauber auf die Nase. In dem Moment dachte ich nur: So, das war es jetzt, nun bist du auch dran mit so nem Scheiß!
Ich bin sofort wieder aufgestanden und guckte verblüfft auf meine abgeschürften Hände. Ok, war mein erster Gedanke, damit kannste weiterfahren. Meine zweite Sorge galt dem Rad: Schnell aufheben und gucken: Fein, schien alles ok zu sein. Und dann sah ich das Knie, an dem bereits das Blut herunterlief. Scheiße. Da war ein richtiges Loch knapp unter der Kniescheibe, sah ein bisschen ausgefranst aus und mächtig dreckig. Ich sah sogar auf den ersten Blick, dass da Steine und Dreck ohne Ende drin waren. MIST! Jetzt war mir klar, dass die Tour zuende war.
Inzwischen waren schon ne Menge Leute um mich herum. Gottseidank war ich nicht mitten in der Pampa, sondern an einem kleinen Hof in Thiergarten, so dass mir sofort geholfen wurde. Krankenwagen wurde angerufen und alle kümmerten sich ganz lieb um mich. Mir war inzwischen mächtig schwindlig und so legten sie mich unter nen Baum auf eine Decke.
Die Polizei war als erstes da und wollte sofort mein Fahrrad sehen: “Wir müssen das auf Verkehrssicherheit überprüfen, das ist so üblich bei Unfällen.” Aha. Ok. Sollen sie, ich hatte in dem Moment andere Sorgen.
Dann kam die Bergwacht und zum Schluss noch der Krankenwagen. Also ganz großer Bahnhof. Meine Güte, langsam bekam ich es mit der Angst, so schlimm war es doch hoffentlich gar nicht? Meine Wunden wurden verbunden und dann schoben sie mich in den Krankenwagen.
Vorher bekam ich allerdings noch eine mündliche Verwarnung von der Polizei wegen Fahrens ohne Helm, woraufhin ich einen hysterischen Lachanfall bekam… Ähh… ja. Ok. Vielen Dank, ich werds mir merken. Vor allem, weil ich mit diesem Helm jetzt genauso verletzt wäre.
Ab nach Sigmaringen ins Krankenhaus, wo ich dann versorgt wurde. Neben weiteren ca. 10 Fahrradunfällen, die hatten echt Stress da und deshalb hat es auch sehr lange gedauert. Die nette junge Ärztin nahm sich allerdings viel Zeit für die Wunde am Knie und erklärte mir alles ganz genau. Ich bekam ne örtliche Betäubung und dann fing sie an, die ganzen Steinchen und den Dreck aus meinem Knie herauszupulen. Das war ne Menge, ich habe die Steine mitbekommen. Sie meinte aber, es ist nicht ausgeschlossen, dass was dringeblieben ist, denn so tief kann sie nicht nachschauen… Es bestünde akute Entzündungsgefahr und die Verletzung muss gut kontrolliert werden.
Dann nähte sie es zu, fädelte vorher noch einen Drainageschlauch ein und kümmerte sich anschließend um meine abgeschabten Hände. Dann musste ich noch zum Röntgen. Gottseidank sind meine Knochen alle in Ordnung: Nichts gebrochen, nichts abgesplittert. Zwei Zentimeter höher und die Kniescheibe wäre im Eimer gewesen….
Meine Nerven spielten nun auch ein bisschen Roulette und ich heulte ein bisschen vor mich hin. Wahrscheinlich hab ich mich selbst bedauert….
Dann bekam ich noch ne Schiene, damit ich das Knie nicht beugen kann und die strenge Anweisung, die ersten Tage keine Bäume auszureißen und das Bein schön gerade und hoch zu lagern, damit die Naht nicht immer wieder aufgeht.
Schimmi war so nett, mich abzuholen, vorher haben wir noch mein Fahrrad von der netten Familie in Thiergarten geholt.
Tja, und nun sitz ich hier auf dem Sofa, dass inzwischen mein Bett ist, müffele vor mich hin, weil ich nicht weiß, wie ich mit den ganzen Verbänden und der Schiene mal duschen soll. Und dann scheint da noch die Sonne ins Fenster und ich muss aufpassen, dass ich nicht allzu gefrustet bin.
Alles in allem habe ich aber wohl Glück gehabt. Hätte viel schlimmer kommen können.
Gerade mit Jule besprochen, dass sie mir nach dem Frühstück mal beim Duschen bzw. Baden hilft. Ja, klar, keine Frage, meinte sie, aber dann kam noch folgender Spruch: “Ey, das ist eigentlich das, was ich nie machen wollte: Altenpflege!”
Freches Kind!

So, für alle Neugierigen und für mein persönliches Bildarchiv: So hüpfe hinke ich momentan durch die Wohnung: KLICK
Da hab ich so gute Laune, weil ich es geschafft habe, zu baden und wieder wie ein Mensch rieche. 
Jetzt bin ich gerade aus dem Krankenhaus vom Verbandswechsel zurück, sieht alles ok aus, sagen die Ärzte. Morgen soll ich mich bei nem niedergelassenen Chirurgen melden. Da werd ich mal einen suchen.
Also: Ich habe die Empfehlung bekommen, das mit dem Chirurgen sein zu lassen und mich lieber an meinen Hausarzt zu wenden, weil selbiger in dem Ruf steht, mit derlei Sachen durchaus profimäßig umzugehen. Ja, das ist der mit dem schlechten Terminmanagement und den langen Wartezeiten, aber es ist halt wirklich so: Leer sind die Wartezimmer nur bei schlechten Ärzten.
Jedenfalls habe ich da gleich heute früh angerufen, mein Problem geschildert und wurde zu gegen halb zehn hinbestellt. Das Stündchen Wartezeit durfte ich bequem auf ner Liege verbringen. Und der Doc hat mich um Längen besser verarztet als gestern die leicht lustlosen Notaufnahmeärzte im Spaichinger Krankenhaus, die sich nicht gescheut haben, in Gegenwart von Patienten darüber zu beraten, ob sie das “Geschlossen”-Schild draussen aufhängen sollten. Dabei hatten sie neben mir gerade mal noch eine Patientin. Mannomann!
Jedenfalls meinte “mein” Doc, dass das alles ganz prima aussehen würde. Na ja, das ist wohl Geschmackssache, ich habs mir angeschaut und muss ehrlich sagen, dass mein Knie schon bessere Zeiten gesehen hat…. Und er würde das auch weiter behandeln, wenn ich einverstanden bin, er sähe da kein Problem, es sei denn, es ergeben sich doch noch Komplikationen. Wovon er aber nicht ausgeht.
Und der beste Satz, den er gesagt hat, war: “Laufen Sie ruhig rum, bewegen Sie sich!” Hach, klasse, das wollte ich hören. Die Schiene muss zwar noch bis voraussichtlich Mittwoch dranbleiben und dieser saublöde Drainageschlauch auch (wat is dat lästig, ich vergess das Teil dauernd und dann scheppert der Behälter immer hinter mir her). Dadurch bin ich zwar sehr langsam und hinkig unterwegs, aber ich muss nicht mehr rumliegen. Perfekt!
Diese Woche bin ich nun krankgeschrieben, aber wenns gut läuft, kann ich nächste Woche wieder inne Tretmühle. Mit Radeln wirds wohl noch ne Woche länger dauern. 
Rharbarbara hat ja ein Buch herausgebracht, in dem auch ne Kleinigkeit von mir drin ist.
Mächtig lachen musste ich aber heute über die merkwürdige Anfrage, die sie dazu bekommen hat. Wobei ich über Rhabarbaras Antwort eigentlich noch mehr lachen wiehern musste. Einfach nur cool.
Leute gibts…
So. Jetzt habe ich auch ein Handy, mit dem man nicht nur telefonieren kann. Musikhören, Fottos machen, Bilder verschicken und noch ne Menge Kram, den ich erst noch herausfinden muss.
Außerdem falle ich jetzt nicht mehr mit dem fast schon antiken Standardklingelton von vor 20 Jahren auf, sondern kann richtig schicke Mucke einstellen. Die ich via Bluetooth von Schleppi übertragen kann. Wie auch Bilder oder Videos. Brauche unbedingt noch ne Speicherkarte….
Sagte ich schon mal, dass ich so kleine elektronische Spielzeuge über alles liebe?
Hach! Eigentlich habe ich es ja nur wegen der Farbe gekauft. 
So, jetzt habe ich erstmal die Mucke in meinem neuen Zimmer hier installiert. Mit der Möbelräumerei dauerts ja nun noch…Aber die kleine Lautsprecheranlage, die wir damals auf Peters Empfehlung hin gekauft haben, ist echt praktisch zu handeln und viel besser als ne Riesenanlage.
Besteht nur ausm Subwoofer, den ich hier hinter der Couch hab verschwinden lassen und den beiden Babylautsprechern, die ich irgendwo auf der Fensterbank versteckt habe. iPod angestöpselt - feddig. Wahlweise kann ich da auch Schleppi, irgendnen mp3-Player oder eben alles, was nen Kopfhörer- bzw. Lautsprecherausgang hat, anschließen.
Und wenn ich mag, kann ich damit die ganze Siedlung hier beschallen. Hatte das Teil noch nie voll aufgedreht, wahrscheinlich fällt dann das Haus hier ein. 
Wenn man einen guten (und weisen) Freund um Rat fragt und der schickt einem statt einer Antwort ein Lied…
Wenn man dann das Lied hört, kapiert und aufgrund dessen anders handelt als man es eigentlich wollte…
Wenn sich deshalb vielleicht die Dinge besser und viel schöner entwickeln….
Wem muss man dann danke sagen? Dem Freund, dem Autor des Liedes oder sich selbst?
Ich weiß, das klingt wieder sehr mystisch… Ist auch nur für mich. 
Kleines Update. Hab ja schon paar Tage nichts mehr krankenberichtet, aber ich will ja auch nicht die ganze Zeit rumjammern. 
Die Verbände von den Händen sind inzwischen ab. Die Schürfwunden auf der Handfläche sind dick verschorft und heilen langsam ab. Spannt ein bisschen, sieht scheiße aus, ist aber nicht mehr schlimm und vor allem entzündungsfrei, obwohl das ja auch ganz schön dreckig war.
Nicht so das Knie. Das hat sich nun vor drei Tagen doch entzündet, als der Doc den Verband abgemacht hat, war die Haut rot und ein bisschen geschwollen. Er meinte aber, es sei kein Wunder bei dem ganzen Dreck, der da drin und drauf war, musste das passieren. Also habe ich wieder strenge Ruhe verordnet gekriegt, Bein hoch und kühlen, kühlen, kühlen.
Seit gestern ist es wieder besser. So empfinde ich es subjektiv und der Doc hats bestätigt. Der Schlauch ist inzwischen raus und ich kann relativ gut laufen. Hinkebein halt, wegen der Schiene. Die soll ich noch die meiste Zeit tragen, um das Knie nicht allzuviel zu beugen, weil sich dann wohl die Entzündung schneller ausbreitet.
Auf jeden Fall hat mein Doc bestätigt, dass die junge Ärztin in der Sigmaringer Notaufnahme einen Superjob gemacht hat. Da hatte ich wohl Glück. Ich werd gucken, ob ich ihren Namen rauskriege und mich nochmal bei ihr bedanken. Sie war auch so supernett…
Morgen werde ich versuchen, ob Autofahren geht und ab Dienstag gedenke ich wieder arbeiten zu gehen. Die Rumsitzerei hier muss aufhören. Das ist so öde!!!
Übrigens, wer errät, mit welcher Beschäftigung ich mir hier die Zeit vertreibe, gewinnt ne Flasche von meinem Lieblingswein (hab ja genug davon *hehe*). Leute, denen ich es am Telefon schon erzählt habe, sind von der Teilnahme natürlich ausgeschlossen und halten gefälligst die Klappe!
Puh, heute wieder ganz unabsichtlich bisschen was über PHP und Wordpressfunktionen gelernt. Na ja, was heißt gelernt…
Dabei wollte ich nur auf der Reiseberichteseite die statische Startseite weg haben und dafür sofort die Kategorie “Aktuelles” (und zwar nur die) angezeigt bekommen. Ersteres war leicht, zweiteres erforderte ca. drei Stunden try-and-error-Fummelei und ne Menge Lesen im Wordpress-Forum. Immer, wenn man denkt, das machste mal eben….
Warum? Weil die Startseite nicht mehr zur aktuellen Situation passte. Klar, da gibts auf der Page hier noch einiges, aber ich werde nicht alles ändern. Nur aktualisieren. Was zu meinem Leben gehört oder gehörte, bleibt.
Geschenkte freie Zeit muss man nutzen. Wordpress-Update für vier Blogs: done
Hey, sieht zwar alles bisschen ungewohnt aus hier, aber scheint alles zu funktionieren. Und zwar auf Anhieb, ohne dass ich groß basteln musste aufm XAMPP. Da ist die Aktualisierung meiner drölfzig Plugins aufwändiger.
Fein. Hammer das auch wieder im Griff.
Der Doc hat arbeiten gehen ab Dienstag genehmigt. ![]()
Ja, ich weiß, dass hört sich völlig durchgeknallt an, sich darüber zu freuen, wieder inne Tretmühle zu dürfen. Aber ich hasse diese müßige Herumsitzen hier und wie bereits gesagt: Ich mag meinen Job und mach ihn gern. Außerdem tut sich da was Bestimmtes und das darf ich auf keinen Fall verpassen. Chancen wollen genutzt werden…
Autofahren ging auch. Bin heute das erste Mal allein zum Arzt zum Verbandwechsel gefahren, natürlich ohne Schiene und es ging völlig problemlos. Fäden sind nun gezogen bis auf ein Knötchen, dass hat er zur Sicherheit dringelassen.
Die Narbe wird nicht sehr dekorativ aussehen, hat er mir prophezeit, da die Haut um den Riss herum ziemlich heftig ausgefranst sei und deshalb auch teilweise schwer zusammenwächst. Irgendwie war da auch beschädigtes Gewebe….
Ok, ich bin jetzt 45 Jahre alt und habe keine größere Modelkarriere mehr vor. Was soll es also? Hauptsache funktioniert irgendwann wieder so, dass ich keine Einschränkungen mehr habe.
Autofahren geht, Spazierengehen geht auch. War heute fast drei Stunden unterwegs im Wald. Die Strecke, die ich normalerweise in ner Stunde wegjogge, kann ganz schön lang werden, wenn man mal nicht so schnell ist. Ok, ich habe auch ziemlich lange auf meiner Lieblingsbank dort gesessen.
Bis es dann anfing zu donnern.
Endlich mal wieder raus. Luft an die Haut und meinetwegen auch Regen, war mir egal. War klasse und wenn ich mich konzentriert hab, war fast normales Gehen möglich. Wobei sich das Knie irgendwie wackelig bzw. instabil anfühlt. Komisch. Liegt vielleicht an der langen Ruhepause.
Konnte mir aber nicht verkneifen, den Radfahrern neiderfüllt hinterher zu schauen… *hach*
Öhhhm… Wie kriegt man eigentlich als Single die Waschmaschine voll? Ich meine, ich kann ja nicht laufend irgendwelches Zeug mitwaschen, das noch gar nicht dreckig ist. Und irgendwann sind auch mal alle Decken und sonstige Haushaltstextilien sauber…
Hm. Ich merk schon, der Alltag holt mich ein. Ist lange her, dass ich wirklich nur für mich sorgen musste. Verdammt lang, wenn ich es mir genau überlege. Das war beim Studium. Da hatte ich noch nicht mal ne Waschmaschine und somit obiges Problem auch nicht.
… nennt man es wohl, wenn’s Töchterchen die Mutter bittet, ihr doch ne CD von der Mucke zu brennen, die sie da grade rumzappelnderweise beim Bügeln hört.
Ok, mach ich doch glatt. *schmunzel* 
Heute ist Jules Geburtstagsgeschenk von ihrem Vater, Oma und sonstiger Familie angekommen: Ein Riesenbett.
Jule hatte heute nachmittag frei und hat wahnwitzigerweise das alte Futonbett ganz allein ins Gästezimmer verbracht. Keine Ahnung, wie sie das geschafft hat, aber sie macht ja seit ner Weile Krafttraining.
Nun liegt der Flur hier voller Verpackungsmaterial und die beiden basteln im Nebenzimmer einträchtig ihre neue Liegestätte zusammen.
Und wir haben wieder ein Gästebett. Im ehemaligen Gästezimmer, das diesen Status nach einer weiteren Räumerei, die am WE geplant ist, zurückerhält.
Mein Knie tut nach dem ersten Arbeitstag mehr weh als sonst, aber das war schon heute früh so… Die Naht ist an einer Stelle ein bisschen aufgegangen und der Doc macht sich Sorgen, weil da wahrscheinlich um die ausgefranste Risswunde herum etwas Gewebe abgestorben ist. Dementsprechend schlecht heilt der ganze Mist zusammen.
Morgen nehme ich die Kühlakkus mit in die Firma, wir haben zwar kein richtiges Kühlfach, aber so was ähnliches. Immer noch besser als gar nicht kühlen, merke, dass das gut tut.
Und im Job tut sich was, aber da kann ich jetzt und hier noch nichts drüber schreiben. Außer vielleicht das Fettnäpfchen des Tages, in das ich heute gelatscht bin (Abbk.: n.g.f.M. = netter, gutaussehender floridanischer Millionär):
Ich sitze am Schreibtisch des n.g.f.M., um ihm am PC was zu zeigen, kriege aber seine Maus nicht unter Kontrolle.
n.g.f.M.: “Die müssen Sie auf ner Unterlage benutzen, die mag es nicht auf dem blanken Tisch.”
I. (daran denkend, dass ihre eigene Maus am besten ohne Unterlage funktioniert): “Na ja, manche mögen es gern auf dem Tisch….”
n.g.f.M.: kriegt Lachkrampf… “Welcome to Förderer!”
I.: “Shit!!”
Peinlich! Das war einer dieser Momente, wo man schon kurz vor Ende des ausgesprochenen Satzes weiß, dass man dummes Zeuch erzählt… und wo man froh ist, dass Cheffe Humor hat.
So langsam werde ich irgendwie maulig und ungeduldig. Obwohl ich genau weiß, dass das gar nix nützt.
Aber jetzt ist der Unfall schon fast zwei Wochen her und mein Knie sieht immer noch aus, als ob es in den Schredder gekommen ist. Der Doc ist zwar zufrieden und meint, es heilt, aber ich weiß nicht so recht… Klar, ich habe Schmerzen, aber das ist nicht das Schlimmste, das ist ja normal bei so ner Wunde. Das Schlimmste ist, das Gefühl zu haben, dass es irgendwie nicht voran geht.
Dazu bin ich hibbelig und unzufrieden, weil mir der Sport fehlt. Außer ein paar Hanteln rumwerfen kann ich ja nichts machen. Joggen und Radfahren liegen in weiter Ferne, wie es scheint. Mist.
Ich will, dass das schneller geht. Das geht mir alles ziemlich aufn Geist im Moment. 
Nie, nie, nie wieder werde ich rummeckern über die langen Wartezeiten und das schlechte Terminmanagement in meiner Hausarztpraxis.
Denn “mein” Doc kommt morgen extra wegen mir in die Praxis, um mein Bein zu verbinden. Er meinte, er wisse, wer Wochenenddienst hat und den wolle er da nicht ranlassen.
Tja. Er und ich lassen eben auch nicht jeden an mein Knie.
Und dann ging es mir heute den ganzen Tag so, als ob ich ne Grippe kriege. Kopfschmerzen, alles tut so ungemütlich weh und so ein leichtes Fiebergefühl…. Kann ja aber nicht sein, oder? Bei der Antibiotika-Dosis der letzten beiden Wochen fast unmöglich. Das Zeug kann ich jetzt übrigens gottseidank absetzen, bevor es meinen Magen-und-Darm-Trakt völlig ruiniert. Wäh!!!
Ich hasse es, krank zu sein. *motz*
Also heute geht es mir ganz klar besser, wenn auch noch nicht richtig gut. Mal vom Bein abgesehen, wütet das Antibiotikum in meinen Gedärmen und so ein bisschen grippig fühle ich mich immer noch. Der Doc meinte, das kann durchaus sein, da das Antibiotikum das Immunsystem völlig durcheinanderbringt und Viren hätten dann hervorragende Chancen…. He, sowas kenne ich gar nicht mehr! Hatte ich schon ewig nicht! Mein Immunsystem ist normalerweise eines der besten derzeit existierenden….
Es gibt ja Leute, die meinen, es liegt am Wetter…
Wär mir lieber, dann ist es schneller vorbei.
Ok, aber ich bin durchaus einsatzfähig heute. Die restliche Räumerei steht ja an, vorher wird noch kräftig gefrühstückt. Und der Putzstatus der Wohnung ist momentan auch recht niedrig…
Aber wie sagt meine Schwester immer: Solange ich im Zimmer nicht bergauf laufen muss, isses nicht dreckig. 
Kann es sein, dass man auch diesbezüglich immer weniger pingelig wird mit zunehmendem Alter? Früher fühlte ich mich immer nur wohl, wenn alles tip top aufgeräumt und geputzt war. Ok, habe sehr viel Zeit damit zugebracht, diesen Zustand herzustellen und zu erhalten, was mit zwei Kindern im Haus auch aufwändig ist. Jetzt gibt es irgendwie wichtigere Sachen….
Gut, deshalb sieht es bei uns nun nicht permanent aus wie bei Hempels unterm Sofa, aber früher hätte ich es z. B. niemals geduldet, dass im Bad drei Stunden nach dem Duschen immer noch die dreckige Wäsche rumliegt oder die Handtücher auf der Erde. Jetzt kann ich darüber hinwegsehen und irgendwann ist es aufgeräumt, ohne dass ich was sagen musste. Ist auch stressfreier für alle Beteiligten….
Nichts desto trotz muss das Bad nun mal wieder geputzt werden und das werde ich jetzt tun. 
He, es funktioniert tatsächlich. 
Das Kettensägenmonster von gegenüber hat jetzt keine Bäume mehr zum Umsägen, jetzt ist er bereits den ganzen Tag damit beschäftigt, selbige in mundgerechte Stücke zu zersägen. Natürlich mit Hilfe einer immens lauten Kreissäge, denn der Häuslebauer von heute ist ja technisch gerüstet.
Aber! Zwischenzeitlich sind wir ja fertig mit der Räumerei. Ich sitze hier bereits in meiner neuen “Studentenbude” am Schreibtisch, gucke über den Balkon genau den Dreifaltigkeitsberg hoch und grinse mir eins. Denn aus meinem Zimmer klingt laute Mucke gegen die Säge an und Jule hat inzwischen im Sportzimmer ihre Anlage installiert und beschallt die Gegend ebenso laut. Klasse! Muss sich von draussen relativ bekloppt anhören (was sollen die Nachbarn sagen!), aber das ist nu sowas von egal.
Oki. Der Putzstatus der Wohnung ist im tiefgrünen Bereich, ich muss noch Blumen gießen und Jule putzt grad noch die Küche durch.
Und dann geh ich inne Wanne. *freu*
Als ob das mit dem Knie noch nicht genug wäre…
Nein, jetzt habe ich auch noch einen Magen-Darm-Infekt, der mich gestern abend mit fast 39 Grad Fieber und üblen Schüttelfrostanfällen überrascht hat. Dort wäre ich ja auch gerne geblieben, da hörte das Schütteln nämlich bald auf, weils schön warm war, aber ich musste ja laufend raus aufs Klo. Wääähhh!
Wenn ich dann ne Weile warm eingekuschelt im Bett lag, fing ich an zu schwitzen wie blöd. Also echt.
Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Fieber hatte, das ist ewige Zeiten her. Und dementsprechend habe ich natürlich auch keine fiebersenkenden Medikamente im Haus, die wären nämlich schon dreimal abgelaufen. Gegen Durchfall hatte ich noch was da, seit es mich Pfingsten bei Anja damit niedergestreckt hat.
Diese Antibiotika müssen mein Immunsystem wirklich völlig terminiert haben. Denn normalerweise bin ich immer diejenige, die NICHT krank wird, wenn irgendwas rumgeht. Wie man so schön sagt. Hm.
Wie auch immer. Es kann nur besser werden. Nachher muss ich eh zum Doc zum Verbinden, mal guggen, was der meint. Und dann wollte ich eigentlich heute raus hier… ist so schönes Wetter! Nein, Radfahren natürlich nicht, aber nen mehrstündigen Spaziergang könnte ich mir gut vorstellen. Mal schauen, wie es mir nachher geht.
Jemand, der alle 15 Minuten aufs Klo muss, sollte lieber in dessen Nähe bleiben. Das habe ich dann auch getan, mal davon abgesehen, dass ich mich nicht wie spazierengehen gefühlt habe…
Hab auf der Couch gelegen und gelesen, nach spätestens 5 Minuten fielen mir aber immer die Augen zu. Keine Ahnung, warum ich so endlos müde bin. Dann habe ich gedöst (Schlaf konnte man das nicht nennen), bis ich wieder aufs Klo musste.
Es gibt wirklich schönere Dinge, die man an einem Sonntag tun könnte. *frust*
Nachtrag: Ok, jetzt auch mal was Positives, mir ist gerade aufgefallen, dass ich hier nur noch rumjammere… Heute kein Fieber mehr und die Klobesuche werden auch weniger. Morgen bin ich wieder fit, habe ich beschlossen. So!
Und: Mir gehts richtig gut hier in meinem ersten eigenen Zimmer seit ewigen Zeiten! Das ist so klasse!!! Ich kann die Tür zumachen oder auflassen, wie ich will. Ich habe Privatsphäre. Völlig ungewohntes Gefühl. :hammer
Also erstmal, mir geht zwar noch nicht wieder hundertprozentig, aber zum arbeiten gehen reichts. Falls das jemanden interessiert.
Aber gestaunt habe ich gestern noch. Ist zwar nicht das richtige Thema für ne Magenkranke, aber gegen Nachmittag kam mir der Appetit auf Kaffee mit was süßem Gebackenen und auf der Suche danach fand ich doch tatsächlich noch übrig gebliebene Weihnachtsplätzchen in ein paar von meinen drölfzig bunten Dosen!
Tapfer und unerschrocken (der Magen war ja eh hinüber) habe ich sie natürlich gekostet und siehe da: Zwei von drei übrig gebliebenen Sorten schmecken, als ob ich sie gestern erst gemacht hätte. Gibts ja gar nicht! Deshalb nennt man das also Dauergebäck?
Es handelt sich dabei übrigens um die Vanillekipfel und die Butterkekse. Von den Spitzbuben waren keine mehr da und die Kaffeemakronen waren nur noch etwas für Leute mit sehr guten Zähnen oder viel Kaffee zum “Ditschen”.
Mir kam so die Idee, ob es nicht vielleicht ein guter Gag wäre, die mitten im Sommer mit inne Firma zu nehmen, wenns draussen so richtig knalleheiß ist. 
Update: Nee, das wird nix. Bis das hier mal wieder richtig warm wird, sind die Kekse alle. *mmmmmhhhhhh*
Nicht, dass ich mich übers Wetter beschweren will. Oh nein!!!
Das ist genau das richtige “Ilona-kann-sowieso-nicht-radfahren-Wetter”. Habbich selbst bestellt.

Einen wunderschönen Tag euch allen da draussen!
(geh jetzt meine Kollegen mit meiner guten Laune terrorisieren)
So. Jetzt habe ich mir noch einen Ständer organisiert. Fast erkämpft sozusagen.
Nee, was denkt ihr denn? Nen Kleiderständer natürlich. Frau braucht schließlich ausreichend Haken, um allerlei Sachen kurzfristig aufhängen zu können. Und meine ganzen Haken im ehemaligen Schlafzimmer hatte sofort Jule (klar!) annektiert, um dort Blusen, Jacken usw. kurzfristig aufzuhängen.
Den Kleiderständer im Flur hat Marcus zwecks langfristiger (Männer!) Aufhängung wöchentlich dreckig werdender Arbeitsklamotten in Besitz, von denen er jeden Freitag behauptet, sie am WE waschen zu wollen. Ja, ja….
Nun gab ich zu bedenken, dass es wohl nicht gerecht sei, wenn die beiden alle und ich keinen Haken hätte und verlangte die Herausgabe des Kleiderständers. Zufällig passt der nämlich genau hier in eine Ecke meines Zimmers. Nach mittlerer, aber meinerseits konsequent beharrlicher Diskussion wurden die Autowerkstattduft verbreitenden Arbeitsklamotten ins Wäschezimmer verbracht und der Kleiderständer gehört mir.
Na also!
Nee, sonst haben wir keine Probleme. *gacker*
Wenn man merkt, dass man überflüssig wird, weil der Job, den man bisher gemacht hat, eh nur symbolische Bedeutung für die Firma hatte, hilft es auch nichts, wenn man das bisschen reale Arbeit, das man macht, so aufzubauscht, dass es nach purem Stress aussieht. Und damit womöglich noch Kollegen stört, die wirklich gut zu tun haben.
Komisch, dass aber viele Leute so reagieren, wenn sie merken, dass ihr “Nichtstun” von ganz oben auf einmal durchschaut wird.
Direkte Ansprache des Problems und Übernahme neuer Aufgaben oder Neuorientierung wären eigentlich die besseren Lösungen, aber halt nicht die bequemsten. Schließlich hat es ja bisher immer bestens funktioniert.
Ich finde das immer interessant zu beobachten, wie die Menschen reagieren, wenn alte Strukturen durchbrochen werden. Und wünsch mir dann, nie, nie, nie so dermaßen unflexibel zu werden.
Es gibt ja Leute, die behaupten, figurmäßig wäre ich nur ne halbe Portion.
Stimmt nicht. Ich bin sogar 2 bis 3 Portionen. Zumindest stand das auf der Nudelpackung, die ich gerade (allein) verdrückt habe.
Frag mich, ob die die Portionsgrößen an Kindergartenkindern testen. 
… und ich kann es nicht glauben. Und schon gar nicht, dass es anhält.
Seit Tagen überlege ich, wie ich das hier aufschreiben soll. Hm. Ok, die schon länger hier mitlesenden Zeitgenossen wissen, dass ich mal dolle mit Depressionen zu tun hatte. Insbesondere in der Zeit nach dem Schlaganfall. In der ersten Reha wurde es dann diagnostiziert und begonnen zu behandeln.
Lange Zeit habe ich mich mit Antidepressiva rumgequält, die wieder eigenmächtig abgesetzt, weil die Nebenwirkungen mich halb umgebracht haben und ich mich die ganze Zeit wie fremdgesteuert gefühlt habe. Immer wieder Rückfälle gehabt, immer wieder reingefallen in diese dunkle Loch, aus dem einen keiner ziehen kann außer man selber. Wenn man denn die Kraft dazu hat, aber die hat man dann nicht…
Irgendwann gemerkt, dass ich Hilfe brauche, weil ich es sonst nicht überleben würde. Wieder Antidepressiva, aber diesmal von einer entsprechenden Psychotherapie begleitet. Das war sehr nützlich, denn da lernte ich, wie man das Depressionsmonster beherrscht. Und ich lernte auch, dass man es wohl nie wieder los wird. Ich fand mich damit ab, dass ich mich nie wieder so wie früher fühlen würde, weil das Ding immer im Hintergrund lauerte und nur darauf wartete, dass es Herbst wird. Oder dass irgendwas in meinem Leben schief geht. Dass mich jemand verletzt.
Dann nämlich schlägt es mit Vorliebe zu und ich musste kämpfen. All die Jahre habe ich es beherrscht und den Kampf gewonnen. Jedesmal. Ich habe es zeitweise zugelassen, ein heulendes Häufchen Elend zu sein, weil es danach umso besser aufwärts ging. Einen Tag heulen und danach zurückschlagen. Es wieder in die Ecke treiben und bloss nicht wieder in das Loch fallen….
Aber wie gesagt, es war immer da. Ich musste es immer in Schach halten, egal wie sehr ich nach außen hin auch manchmal der Clown war, damit niemand auch nur ahnte, was wirklich abgeht. Manchmal half auch dass: Wenn man nur lange genug so tut, als ob man fröhlich ist, wird es auch besser. Aber das ging nicht immer….
Warum ich das alles erzähle? Weil ich seit ca. zwei Wochen frei davon bin. Es ist weg. Einfach so. Zum ersten Mal seit Jahren sitz ich hier und muss mich nicht wehren. Sitz hier und könnte überschäumen vor Lebensfreude, freue mich auf die allerprofansten Dinge, habe eine Energie, die sogar auf die Kollegen ansteckend wirkt. Spiele nicht mehr den Clown, sondern bin es.
Es ist unglaublich, als ob man neu geboren ist.
Fakt ist nur, dass ich es fast nicht glauben kann. Und schon gar nicht, dass es auf Dauer ist. Wache jeden Morgen auf und lausche in mich rein. Erwarte fast, dass es zurückkommt. Meine Güte, wenn das so bleibt…. Könnte manchmal heulen vor Freude….
Danke an alle, die bis hierher gelesen haben. 
Massen von Radlern fahren hier vorbei und ich schau ihnen sehnsüchtig hinterher… Hach!
Nicht zu ändern. Heute bin ich aber wachgeworden und hatte das erste Mal das Gefühl, dass das Bein besser ist. Es tat nicht mehr so weh und fühlte sich irgendwie besser an. Um acht hatte ich wieder mein privates Date mit dem Doc (der kommt wieder extra wegen mir in die Praxis, das ist echt der Hammer!) und es sah nicht viel anders aus als gestern.
Nun gut, Geduld, Geduld, Geduld…. War noch nie meine Stärke. Was ich will, will ich immer sofort und dann geh ich auf direktem Weg mit dem Kopf durch die Wand und gegen alle Widerstände. Eine nicht immer, aber (besonders im Job) oft erfolgsgekrönte Methode, die bei dem derzeitigen Problem aber überhaupt nicht funktioniert. Sehr lehrreich für mich. 
Um aber überhaupt mal wieder irgendwas mit nem Fahrrad zu tun zu haben, werde ich das meinige heute putzen. Das ist eh schon lange fällig und nachher kommt hier im Garten auf der Dauerbaustelle die Sonne rum und dann ist das bestimmt ganz nett.
Ich meine, mit so nem frisch geputzten Rad muss man ja wenigstens ne Proberunde drehen, um zu gucken, ob die Gangschaltung richtig eingestellt ist. Nicht dass ich wüsste, wo man drehen muss, falls sie es nicht ist, aber is ja egal….
Sie ist es. Und Fahrradfahren geht schmerzfrei, aber…. das Knie wird doch stark gebeugt und das ist auf die Dauer nicht gut für das eh schlecht heilende Kraterloch unter meiner Kniescheibe. Also schweren Herzens wieder abgestiegen und das Rad in die Garage geschoben. Immerhin isses nun blitzeblank.
Ich bin sauber, die Wohnung auch und im Kühlschrank steht frischer Salat. Mal gucken, ob wir da heute abend was dazu gegrillt kriegen. 
Es ist erstaunlich, wieviel ich über die Depression geschrieben habe. Die Artikel verteilen sich übers ganze Tagebuch und ich krieg ne Gänsehaut, wenn ich sie jetzt wieder lese… Hab ein paar davon mal in dem Eintrag unten verlinkt.
Und es ist immer noch weg. Und es ist genau das wieder da, was ich damals so verzweifelt gesucht habe:
Jetzt, wo ich mein Leben so leben könnte, wie ich es mir immer gewünscht habe, ausgerechnet jetzt soll ich es nicht mehr können??? Weil ich ausgebrannt bin? Weil alles zuviel war? Das kann und will ich nicht glauben. Ich wehre mich dagegen und suche in meinem Kopf krampfhaft nach… ich weiß nicht, was, ich glaube nach Freude oder Spaß. Die Freude, die man empfindet, wenn man weiß, daß etwas Tolles bevorsteht. Die Vorfreude darauf, wieder zu Hause zu sein, wieder ein normales Leben zu führen. Die Vorfreude, wieder arbeiten zu gehen, etwas Nützliches zu machen, damit man am Abend dieses zufriedene Gefühl hat, etwas geschafft zu haben.
Aber alles, was ich in mir finde, ist Gleichgültigkeit oder sogar Abwehr. Und das macht mir Angst, sehr sogar. Ich bin doch erst 38, verdammt…
Meine Güte, lass es nie wiederkommen….
Ich liebe diese lauen Sommernächte, in denen es ganz spät dunkel wird und in denen man draussen sein kann, solange man mag, ohne dass es einem kalt wird. Heute ist so eine…. Die kürzeste des Jahres. Weiß noch, wie ich früher immer nachts heimlich in den Garten geschlichen bin und lange dort gesessen und in die Nacht gelauscht habe.
Jetzt sitz ich barfuß im T-Shirt mit nem Glas Wein auf dem Balkon und guck auf das Licht oben am Berg, alles ist still… Kann nicht einschlafen, will es eigentlich auch gar nicht. Sie sind so selten geworden, diese Nächte. Alles ist friedlich und… irgendwie unendlich.
Und damals wie heute vermisse ich nur eine Hand auf meiner…. Sonst nichts. 
Nein, ich bin nicht in den lauen Sommernächten versackt. Keine Sorge. Find ich echt lustig, schreib ich mal zwei Tage nichts, krieg ich schon besorgte Mails. Dabei gab es Zeiten, da habe ich wochenlang nichts geschrieben. Hab euch wohl verwöhnt.
Hallo? Liebe Leute, ich hab auch noch n Leben außerhalb dieses Tagebuches und nicht alles, was da so passiert, gehört hier rein. Auch wenn ihr es spannend finden würdet. 
Hier herrschen über 30 Grad im Büro und mir kocht das Gehirn. Man kriegt echt nichts Vernünftiges mehr gebacken.
Werd heute etwas eher gehen, wobei die Vorstellung, gleich in das in der prallen Sonne stehende Auto zu steigen, auch nichts wirklich Reizvolles hat. Mir fehlt das Nach-Hause-Radeln am Feierabend schon mächtig. Mir fehlt das Radeln überhaupt. *hibbel*
Morgen darf ich mein Knie das erste Mal allein verbinden, muss nicht zum Doc. Soll am WE auch so laufen. Es heilt. Der Krater wird flacher und man sieht das neue Gewebe. Das muss nun auch mal langsam. Mönsch.
Schon wieder Freitag. Wo isn eigentlich die Zeit hin?
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Sommer an mir vorbeirauscht, aber irgendwie stört es mich gar nicht so wirklich… Gibt ja außer Radeln auch noch andere nette Dinge, die man tun kann.
He, mir gehts gut. 
Update nach`m Arztbesuch: Ich darf aufs Fahrrad! Aber nur 10 bis 15 km… Herrje! Da lohnt sich ja das Aufsteigen gar nicht. Wenn er eine Strecke gemeint hat, dann ginge ja Tuttlingen-Eisdiele. Hm. Und dann nach nem Eis nochmal 15 km zurück? Oder muss ich dann mitm Zug nach Hause?
Soviel zum Thema “Der Sommer rauscht an mir vorbei”. Hab mir einen Sonnenbrand eingefangen, von dem ich wohl noch ein paar Tage was haben werde. Und bin mir so gar nicht bewusst, wie und wann genau das passiert sein kann.
Was für ein hammermäßiger Sommertag!
Sonne nicht nur auf der Haut, sondern auch im Kopf. Und natürlich im Bauch. Geruch nach Wiesen und Heu und frischer Luft, kaltes Wasser an und Steine unter den Füßen, beachtete Kleinigkeiten, die sonst keiner wahrnimmt, sich lebendig fühlen.
Das ist ganz entschieden einer der Tage, wo ich es genieße, nach Hause zu kommen und meine Ruhe zu haben. Keiner will was von mir, ich muss nicht mal Hallo sagen, ich kann vor mich hingrummeln, solange ich will, ich muss nicht kommunizieren. Ich kann erstmal in Ruhe hier im Tagebuch abkotzen….
Ganz klar nicht mein Tag. Dabei war ich heute früh eigentlich ganz gut drauf, aber die Wärme im Büro macht einen kirre.
Sehe nicht nur aus wie’n zu heiß gekochter Krebs, sondern fühl mich auch wie einer incl. dem Rückwärtsgang den ganzen Tag. Meine Beine sind geschwollen, ich habe das Gefühl, die drei Liter Wasser, die ich mir im Laufe des Tages hinter die Binde gekippt habe, haben sich direkt da unten angestaut. Also hochgelegt die Teile und ausruhen. Vielleicht täte Bewegung gut und ich sollte aufn Crosstrainer, aber da ist mir nicht nach. Nicht jetzt.
Kann nur besser werden. Danke liebes Tagebuch fürs widerspruchslose Zuhören und fürs keine Ratschläge erteilen…