Sonntag, 06.07.2008

Radeln und Sommer und Sonne und…

Die Kilometervorgabe vom Doc konnte leider nur heute eingehalten werden. Weil das Wetter etwas nasser wurde und das Knie rumgemuckert hat. Gestern haben wir ganz schön überzogen. Weia. Egal.

Meine Güte, war das schön. *hach*

Kornblume im Gerstenfeld
Gerstenähren fast erntereif
einsame Kiefern (hoffentlich kommt kein Sturm....)
Pause am Teich mit Glitzerwasser
unreife Weizenähren...


verzapft von Ilona um 20:23 Uhr | 2 Kommentare | TB

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Donnerstag, 17.07.2008

Bewegung

Ich glaube, ich sollte mich krankschreiben lassen und den ganzen Tag Fahrradfahren. Dann wäre das Knie schneller heil…

War, glaube ich, auch der Grund für mein gestriges Morgengemuffel, dass das blöde Teil sich wieder schlechter anfühlte als am Vortag. Immer wenn man denkt, es wird besser. Gestern dann nach dem ganzen Tag Rumgesitze in der Firma war der ganze Unterschenkel wieder geschwollen und fühlte sich an wie`n Klumpen. *nerv*

Abends hatte ich dann ein Date zum Pizzaessen und da das am gemütlichsten im Telesina in Tuttlingen ist, sind wir dorthin geradelt und siehe da, das Bein kriegte gar nicht genug von der Bewegung. Ich hatte das Gefühl, drei Berge hoch und wieder runter fahren zu müssen oder zu können. Bewegungsmangel? Wahrscheinlich. Muss ich ändern. Bein fühlte sich nach den paar Kilometern sofort besser an, genau wie meine Laune.

Essen war wie immer lecker und der Nachtisch war ja wohl der Oberhammer!!! Unbedingt wiederholungsbedürftig!

Heimweg im Platzregen, das war so klasse, dieser warme Regen auf der Haut. Ich hatte Spaß ohne Ende, meine Begleitung scheinbar nicht so wirklich… ;-) Wieso eigentlich? Ist doch nur Wasser. *g*

Ein schöner Abend. *hach*

verzapft von Ilona um 07:59 Uhr | 2 Kommentare | TB

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Montag, 21.07.2008

Sommer kommt zurück?

Es geht auch ohne Regen am Wochenende, wie man gesehen hat. Zumindest hat es nur nachts gemoddert und das auch nur draussen, damit kann man leben.

Also war es klar, dass es manche Tage früher, manche Tage aus “technischen” Gründen etwas später aufs Fahrrad ging. Ich habe mir einen super Fremdenführer an Land gezogen und lerne jedesmal völlig neue Strecken und Orte kennen. Absolut faszinierend, was mir bisher hier alles durch die Lappen gegangen ist, einfach weil frau zu faul oder zu “eingefahren” ist, um mal von der gewohnten Strecke abzuweichen.

So gab es Samstag Kaffee und lecker Kuchen auf dem Hegaublick, wo relativ gute Sicht herrschte und man bis in die Alpen gucken konnte. War zwar ne ganz schöne Kletterei anfangs und mein Knie und meine Kondition ließen mich ganz schön schwächeln, aber hoch kommt frau schließlich immer. War ja genug Zeit. Und schließlich genug Kondition, um dort wieder runterzudüsen und auf die Witthoh wieder hoch. Nochmal bis an den Bodensee gucken.

Sonntag hab ich dann gegen abend den Konzenberg kennengelernt. Ein lauschiges Plätzchen da oben, gar nicht weit zu fahren und ich kannte es nicht. Unglaublich. Und da kann man Klettern üben. :-) Schon wieder was neues.

Aber eingefahren genug, um die Touren jedesmal im Telesina enden zu lassen, sind wir ja auch schon. Ist aber auch zu schön dort und lecker natürlich. Die Pizzen sind ja immer klasse, aber der Nachtisch ist echt der Oberhammer.

Zum Appetit holen: vorher und nachher

Am liebsten hätten wir die Teller abgeleckt. *g*

verzapft von Ilona um 07:30 Uhr | 7 Kommentare | TB

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Samstag, 26.07.2008

In den Vogesen (Samstag)

Ich weiß, dass dieser Bericht eigentlich in die Rubrik Reiseberichte sollte. Kommt er aber nicht. Weil das irgendwie im Kopf und im Bauch nicht mehr passt und für mich ein abgeschlossenes Kapitel darstellt. Diese Seite wird sowieso (spätestens im Winter) zusammengeschnitten, das Tagebuch wird auf jeden Fall fortgesetzt, aber bei dem Rest bin ich noch am Überlegen. Deshalb kommt alles Wichtige in Zukunft hier rein. Also los gehts mal…

Nach nem gemütlichen Frühstück werfen wir die Räder nebst Gepäck in den Scenic und los gehts. Ich kann ganz gut Auto fahren, wenn mir einer sagt, wo es lang geht und so düsen wir bis Fronkreisch, ohne uns ein einziges Mal zu verfahren. Ist mir ja noch nie passiert! Was ein guter Steuermann so ausmacht…

Erster Halt schon mal ganz oben in Le Markstein und einen Orientierungkaffee in einer Biker-Kneipe. Die gewöhnungsbedürftige Musik dröhnt sogar bis aufs Klo und beim Kaffee wird man wieder daran erinnert, dass man in Frankreich immer “grand cafè” bestellen muss, sonst kriegt man nur nen Fingerhut voll. Nun gut, das nächste Mal wissen wir es wieder.

Der Kneipen-Wirt ist ganz nett und radebrecht etwas deutsch, hat aber keine wirklich praktikable Hotelempfehlung für uns. Auf den Grand Ballon sollen wir fahren (1400 Meter oder so). Nä. Und da dann wieder hochkurbeln jeden Tag nach der Tour? Nä. Kommt ja nicht in Frage, mal davon abgesehen, was so ein Nobelhotel wohl kosten würde.

Wir studieren die Karte und gucken uns einen kleinen Ort unten im Tal namens Kruth aus, haben allerdings keine Ahnung, ob es da was Hotelähnliches geben würde. Egal. Mein Auto rollt entlang einer wunderbaren Aussicht fast von allein da runter und wir sind uns gleich einig, wo wir am nächsten Tag wieder hochfahren würden. ;-)

Am ersten Etablissement in dem Ort steht zwar was dran von Zimmern, aber der Typ da drinnen hat wohl keinen Bock oder ihm gefallen unsere Gesichter nicht. Danach fragen wir in einem “Cafè” nach. Zumindest steht das an dem Haus dran, drin gibt es einen Tisch, um den abenteuerlich ausschauende Gestalten sitzen und eine geringfügig bärtige Frau weist uns den Weg… Fast schon am Ortsausgang steht das Hotel “Auberge de France”, Zimmer waren frei, Preis war ok (französisch halt), Räder können in der Garage eingeschlossen werden und so ziehen wir ein. So geht das.

Wir sind kaum aufm Zimmer, als auch schon ein mordsmäßiges Gewitter losbricht. Also gibts erstmal Auspacken, Einrichten und ausgiebiges Ausruhen von der anstrengenden Anreise. Nach nem Käffchen dann noch ne Runde zum Lac de Kruth und einmal drumrum gedreht. Scheint der bevorzugte Badesee hier in der Gegend zu sein, obwohl etwas wenig Wasser drin ist. Auf dem Rückweg noch im “Dorfkonsum” vorbeigeschaut und staunend festgestellt, dass zwei (!) Flaschen Wein in meine Lenkertasche passen und die dann sogar noch zugeht. Nach 20 Kilometern schmuggeln wir auf diese Weise unsere Alkoholvorräte ins Hotel und bereiten uns aufs Abendessen vor.

Dazu kann man gemütlich draussen sitzen (ganz ramontisch direkt an der Straße) und wenn man Glück hat, hielt das nervige Blag am Nachbartisch gerade mal die Klappe zwischen zwei elterlichen Ohrfeigen. Weia! Sprachtechnisch haben wir kaum Probleme, denn die Hotelchefin spricht perfekt deutsch und die Vorgänge am Nachbartisch waren gut nachvollziehbar, ohne dass man jedes Wort verstehen muss. Und ein paar Vokabeln haben wir jeden Abend dazugelernt. ;-) Essen ist superlecker, es gibt Forelle und Aprikosenkuchen als Nachtisch.

Der Balkon aufm Zimmer ist dann vorzüglich geeignet zum draussensitzen, gackern, labern und Wein trinken aus Zahnputzbechern (hach, schon ewig her, dass ich sowas das letzte Mal gemacht habe).

verzapft von Ilona um 20:14 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Sonntag, 27.07.2008

In den Vogesen (Sonntag)

Französisches Frühstück mit (gottseidank) deutschem Einschlag, so dass es ausser dem bekannten Süßkram wie Kuchen, Marmelade und Baguettebrot auch Wurst und Käse gibt. Also tüchtig essen, denn es soll ja bergauf gehen heute.

Dann gehts auch gleich los. Wetter präsentiert sich früh beim Aufstehen mit urlaubsblauem Himmel, der sich dann allerdings etwas zuzieht. Wir fahren wieder zum See und von dort geht es gleich hübsch bergauf. Unser Hotel liegt auf 480 Meter und Le Markstein auf 1200 Metern, also sind gleich als Einstieg mal eben ca. 700 Hm zu bewältigen. Ist zum Anfang etwas mühsam, da steil, aber dann fährt es sich so ganz angenehm weg.

Richtig nett, obwohl wir etwas Regen abbekommen. Mein Mitfahrer ist ja noch erkältet und zieht sich Regenzeug an, aber ich genieße den Regen auf der Haut, es ist ja schön warm. Und staune, wie schnell mein schickes neues (knallrotes) Radlershirt wieder trocken ist, nachdem es sich kaum nass angefühlt hat. Ist schon der Hammer, dieses Hightec-Zeuch.

Oben angekommen, scheint schon wieder die Sonne und ich bedauere fast, keine Sonnencreme mitgenommen zu haben. Wir pausieren wieder in der Biker-Kneipe. Der Typ dort ist ganz erstaunt, uns schon wiederzusehen und noch erstaunter darüber, dass es in Kruth nun doch ein Hotel gibt, was er ja am Tag vorher verneint hatte.

Nach dem Päuschen sind wir bereit für die nächsten Höhenmeter, um uns in sieben Kilometer Entfernung diesen Grand Ballon anzuschauen. Diese Höhenmeter sind allerdings recht unvorteilhaft verteilt, zum Anfang geht es fast eben weiter, um uns zuletzt noch mal richtig steil bergan kurbeln zu lassen. Da merke ich dann meine fehlende Kondition, obwohl das Knie überhaupt keine Probleme macht. Ich hatte ja sowieso beschlossen, selbiges komplett zu ignorieren. Was so dermaßen lange zum Heilen braucht, muss sich nicht wundern, wenns nicht mehr beachtet wird. Pah!

Jedenfalls sind wir auch dort bald oben und fragen uns verzweifelt, warum da so viele Touristen hochfahren. Das Hotel, ne Gaststätte, ne Andenkenbude und ein Riesenparkplatz, darum etwas Ödland und wahrscheinlich bei guter Sicht eventuell noch ne ganz annehmbare Aussicht (keine Ahnung, wo), aber das war es auch schon. Merkwürdig, aber es sollte nicht das letzte Mal wundern sein…

Wir trinken einen Kaffee, den ich relativ schnell durch professionelles Vordrängeln in der Gaststätte besorgen kann und essen lecker klebriges süßes Zeuch dazu, das Andi an so ner Fress-Bude gekauft hat. Mjamm.

Dann geht es zurück auf der Route des Cretes, die ihren Ruf nicht zu Unrecht hat, denn dort präsentieren sich einem manchmal Aussichten von atemberaubender Schönheit. Hach! Manchmal geht es so tief runter, dass einem schwindlig wird… Leider sind dort nicht nur Radfahrer unterwegs und so werden die zwei einträchtig nebeneinanderfahrenden Tourenradler nur allzu oft von hupenden Autos oder wahren Heerscharen von Motorrädern überholt. Nicht schön, aber nicht zu ändern und Radwege sind in Frankreich ne Seltenheit.

Wir beschließen, uns den Col de la Schlucht heute nicht auch noch anzutun und nehmen eine Abfahrt vorher nach unten. Schöner Weg steil bergab durch den sonnendurchschienenen Wald und immer noch Angst und Bremsen in jeder Linkskurve… (Hört das irgendwann mal wieder auf?). Dann nochmal ein kurzes Stück bergauf auf den Col den Bramont (950 m) und von dort in endlosen Serpentinen abwärts runter nach Wildenstein und von dort weiter am See vorbei nach Kruth. Beim Bergabfahren sind wir uns auch gleich wieder einig, wo wir am nächsten Tag wieder hochfahren. *g*

Wobei ich dabei immer mal wieder über meine eigene Courage staune, wo ich doch vor ein paar Jahren noch jeden kleinen Berg weiträumig umfahren habe, wenn es irgendwie möglich war…
Und jetzt habe ich solchen Spaß am Bergaufkurbeln. Was mir jetzt noch mehr Spaß macht, ist die Tatsache, dass ich nicht mehr hinterher fahre. Es fährt jemand neben mir und ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich beeilen muss, damit niemand auf mich warten muss. Das ist ein Riesenunterschied, glaubt frau gar nicht…

Dann gibts in der komplett leeren Dorfkneipe, wo wir gestern nach nem Zimmer gefragt haben, ein Wurmlinger Bier (man glaubt es kaum, aber das war nicht die einzige Lokalität mit diesem Angebot). Immerhin können wir den Wirt überzeugen, uns was zu servieren, obwohl er uns heftigst lustlos vorkommt (igitt, Gäste!). Der Kneipenhund ist auch nicht schneller unterwegs und tropft so die Treppe herunter… Meine Güte, das ist fast schon wieder lustig, soviel Lustlosigkeit.

Im Hotel dann fix duschen und runter zum Kalorien nachfüllen. Heute gibts große Steaks mit Pommes und Salat und danach dieses einfach nur göttlich Mousse au chocolate… *hach* Diesen Süßkram können die Franzosen, echt. Heute auch keine brüllenden Kinder am Nebentisch. Was für ein herrlicher Tag!

verzapft von Ilona um 19:12 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Montag, 28.07.2008

In den Vogesen (Montag)

Nachm Frühstück bummeln wir noch bisschen rum und fahren dann gerade richtig in der größten Mittagshitze los. Sommerwetter satt, incl. Schwitz- und Waschküchenfeeling, ich krieg schlecht Luft und frach mich, wie ich heute diese ganzen Serpentinen bis zum Bramont Pass hochkommen soll. Geht aber tadellos, denn je höher man kommt, desto klarer wird die Luft und die Waschküche wird trockener. Die Sonne brennt aber vom Himmel und wird es schaffen, mir einen weiteren Sonnenbrand auf den Buckel zu zaubern bis heut abend.

Auf dem Col den Bramont sind wir also relativ schnell, dann geht es wieder das Sträßle nach oben bis an die Routes des Cretes, und das ist schon schwieriger, weil steiler. *uffz* Wird aber auch gemeistert. Unsere beiden kaputten Beine halten schmerztechnisch klaglos still, solange wir auf den Rädern sitzen. Erstaunlich und besser als umgekehrt!

Weiter auf der Route des Cretes bis zum Col de la Schlucht, dem vielgerühmten. (Wenn du mal in den Vogesen bist, musst du da unbedingt hin!) Häh? Warum? Uns bietet sich fast dasselbe Bild wie am Vortag am Grand Ballon, nur in größerer Dimension, es ist fast ne kleine Stadt voller Andenken- und Freßbuden. Incl. einer Sommerrodelbahn, damit auch die Kids ihren Spaß haben.

Am besten war der Typ am Nebentisch, der meinte bemerken zu müssen: “Sie sehen aus, als ob Sie hier hoch gefahren wären!” Ach ja? Sonst wären wir ja nicht hier, oder? Er benutzte das aber nur als Aufhänger, um von seinen heldenhaften Jungs berichten zu können, die eben gerade dabei waren, die Mountain Bikes ausm Wohnmobil auszuladen, um hier oben ein bisschen rumzufahren. Wow! Wir zeigten uns wohl zuwenig beeindruckt, denn er verschwand bald.

Wir bestellen was zu trinken und amüsieren uns königlich über den dümmlichen Touristenrummel, froh darüber, dass wir gleich wieder auf unsere Räder und nicht in so einen fürchterlichen Bus steigen dürfen. Was wir dann auch bald tun. Wieder ein Ort, an den ich nicht nochmal muss. Herrje!

Erstmal wieder 100 Hm nach oben kurbeln auf die Route des Cretes, denn dieser Schlucht-Pass liegt komischerweise tiefer als die Straße. Der Plan war nämlich, die Straße wieder zurück bis Le Markstein zu fahren, dort den Typen in der Biker-Kneipe wieder zu beehren und dann die fantastische Straße, die wir gestern bergauf gefahren sind, runterzudüsen.

Der Plan war gut und hat auch geklappt bis auf die Tatsache, dass die Biker-Kneipe zu war und wir in ne andere Lokalität in Le Markstein ausweichen mussten. Dort gabs Bier und Kaffee und Eis und dann freuen wir uns aufs Runterdüsen. Vorher allerdings noch paar Fotos schießen. Da stehen ja überall so viele Fingerhüte und andere interessante Wildblumen herum, die mal geknipst werden wollen. Und wir haben eh schon arg wenig Fotos gemacht.

Die Abfahrt ist klasse. Kaum Kurven und in der herrlichsten Abendsonne… Ohne zu treten und man kann so herrlich ins Tal gucken. Hach, ist das schön!

Auf dem Heimweg werden dann wieder die Weinvorräte im Dorfkonsum aufgefüllt, um dann umgehend im Hotel an nichts anderes mehr zu denken als ans Abendessen. Heute gibts als Vorspeise nen Salatteller und dann Lachs-Carpaccio. Mmmhhhhh! Oberlecker! Genau wie das unvermeidliche Mousse au… Ok, das hatten wir ja schon. ;-) Mit der hoteleigenen Küche haben wir wohl Glück gehabt.

verzapft von Ilona um 19:24 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Dienstag, 29.07.2008

In den Vogesen (Dienstag)

Auch heute wieder bisschen Rumbummeln nachm Frühstück, wenn auch aus anderen Gründen. ;-)

Draussen wieder Affenhitze, schwül und feucht und ich freu mich richtig darauf, nach oben zu kurbeln, damit die Luft besser wird. Mit nem Top rumfahren ist heut nicht, weil Sonnenbrand auf den Schultern, also muss was Hochgeschlossenes her. Ist aber auch egal, weil durchgeschwitzt ist alles fast sofort.

Heute schlagen wir mal ne ganz andere Richtung ein ins Nebental. Dazu müssen wir natürlich erstmal wieder nach oben, der Pass heißt Col de Oderen (No. 1 heut). Wieder nunner nach Ventron, nettes Örtchen, an dem wir uns bei Bier und Apfelschorle in der Dorfkneipe wundern, wie unterschiedlich das Feeling der Gegend sein kann, wenn man nur ein Tal weiter fährt. Hier sieht es ganz anders aus als in Kruth und fühlt sich auch anders an…

Der nächste größere Ort heißt Cornimont, hier ist ein Mordsverkehr, die fahren auch alle wie die Begasten, das glaubt man gar nicht. Also beschließen wir, diese radlerunfreundliche Straße zu verlassen und kurbeln uns eine Mordssteigung zum Col de Moinats (No. 2 heut) hoch. Das ist zwar heftig steil und anstrengend, aber landschaftlich die weitaus bessere Wahl. Amüsant und für mich mal zum verständnislos den Kopf schütteln: Da kommen uns zwei Niederländer auf nem Motorrad entgegen, das ist so groß wie ein Auto und hat ein Cockpit wie ein Flugzeug. Ne Honda war das, wenn ich mich richtig erinnere. Die brauchen zum Wenden länger als ein LKW. Hammer! Nee, aber sowas von affig. Da krieg ich doch für weniger Geld ein schönes bequemes Auto, wo ich sicher auf vier Rädern fahre…

Als wir da endlich oben sind, ist merkwürdigerweise die Sonne weg, nachdem sie uns beim Hochfahren doch ganz schön eingeheizt hat. Jetzt müssen wir desöfteren die Karte bemühen, um da hin zu kommen, wo wir hinwollen. Erstmal runter bis nach La Bresse und eigentlich wollen wir eine Abfahrt nach links erwischen, die uns aber irgendwie durch die Lappen geht. Das war schade, denn nun müssen wir die olle Straße hoch auf den Col de Grosse Pierre (No. 3 heut, der grosse Peter, wie wir ihn nannten *g*). Richtig doof wegen der vielen Autos und landschaftlich ist es auch nicht der Renner.

Deshalb gönnen wir uns oben erstmal nen Kaffee und ein Stück Blaubeerkuchen. Schmeck mit Massen von Schlagsahne gar nicht so schlecht und scheint im Moment der Renner der Saison zu sein, denn den gibts allerorts in rauhen Mengen, genau wie die Massen von Blaubärjägern, die mit ihren Eimerchen in jedem Gebüsch rumhocken. Wir bemustern nochmal die Karte und uns kommen ein paar unbedeutende Zweifel, ob wir die Tour wie geplant in nem normalen Zeitrahmen zu Ende bringen können. Denn da kommt noch einiges an Strecke und vor allem Höhe… Aber Umkehren bringt jetzt auch nichts, nur Verdruss.

Die weiteren Attraktionen auf dem Col sind übrigens ein Motocross-Trial-Gelände (heiß das so?) und ne Minigolfbahn. Aha. Schick. Nichts wie wieder runter. Und diesmal gelingt es uns, kurz vor Gerardmer wie geplant in eine kleine Seitenstraße abzubiegen und die erweist sich als der absolute Volltreffer der Tour.

Hach ist das schön: Zuerst fahren wie durch den Märchenwald, dann an nem lauschigen Plätzchen mit Bach versuchen wir, per Selbstauslöser Fotos von uns beiden zusammen zu machen und haben nen Mordsspaß damit. Dann gehts wieder höher und höher und dann kommt ein Skigebiet, wo man die steilen Pisten sehen kann, wo sie im Winter runterbrettern. Andi sagt, es sieht aus wie in Norwegen. Wald, Wiesen, ab und zu ein Haus oder ein See im Tal… Wir fahren und schauen und genießen. Die Sonne ist inzwischen wieder voll da und setzt die Landschaft ins genau richtige Licht. Und egal, wie spät, hoch oder weit es jetzt noch wird, dafür hat es sich gelohnt.

Dann gehts wieder bergab wie der Wind direkt zum Lac de Longemer, einem herrlich gelegenen Naherholungsgebiet inmitten der Berge. Dort fahren wir bis zum Ende des Sees und dann gehts auch schon wieder bergauf. Und nun fängt langsam meine Kondition und auch mein Knie an zu jammern. Der Wasserverbrauch steigt direkt proportional zur Länge der Pausen, besonders wenn die Steigung mehr als 8 Prozent ausmacht. Herrje! Gibts ja gar nicht! Gibts vor allem nicht, dass es mir trotzdem einen Riesenspaß macht, diese Kletterei.

Dann sind wir oben auf dem Col des Feignes (No. 4 heut), wieder ein Riesen-Skigebiet und düsen nochmal ca. 200 Hm nach unten, die wir aber wieder hochklettern müssen auf den Col de Bramont (No. 5 heut). Wäh! Jetzt reichts aber auch! Erstaunlich, zu was man sich alles aufraffen kann, selbst wenn frau denkt, jetzt gehts nicht mehr. Mein Mitradler meint, es ist die beste aller Arten, einen Geburtstag rumzukriegen. Wo er recht hat… :-)

Aber von hier aus kennen die Räder den Weg und ich kann nochmal an meiner Kurventechnik in den Serpentinen feilen, da habe ich nämlich noch Übungsbedarf. Weil zuviel Angst. Vorbei die Zeit, wo ich sowas völlig angstfrei runtergedüst bin… Nun ja, kommt vielleicht wieder.

Im Hotel angekommen, zeigt mein Höhenmesser meinen neuen persönlichen Rekord von 1622 Höhenmetern an einem Tag an. Hurra!

Zum Abendessen gibts dann nochmal Steak und wir feiern ein bisschen Geburtstag. ;-)

verzapft von Ilona um 20:31 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Mittwoch, 30.07.2008

Nicht mehr in den Vogesen

Heimreisetag. Leider, aber ich muss am Donnerstag wieder arbeiten und ärger mich ziemlich vor mich hin, warum ich nicht die ganze Woche freigenommen hab. Da gibts noch soviele kleine weiße Sträßchen mit grünem Streifen auf der Michelin-Karte. Genau die Straßen, die landschaftlich interessant und vor allem nicht so motorisiert sind. Es geht gar nicht anders, wir müssen da nochmal hin…

Die Rückfahrt geht wieder prima, ich fahre, Andi navigiert und so sind wir kurz nach ein Uhr mittags zu Hause. Auch hier ne Affenhitze, trotzdem schwingen wir uns nochmal auf die Räder für ne anstrengungslose Abschlussrunde und landen mitten in der Route der Tour de Ländle.

So ein Scheiß!!! Überall stehen und sitzen Leute an der Straße und vor den Häusern und tun so, als ob die Tour de France stattfindet. Dabei wollen wir nur ein bisschen radeln… Schnell weg von dieser Route, aber unterwegs in Tuttlingen auf dem Weg ins Telesina geraten wir nochmal mitten hinein in so ne Art Etappen-Abschluss-Party und kommen kaum vorwärts. Du liebe Güte, was ein Auflauf!

Auf dem Heimweg umfahren wir das Chaos weiträumig und amüsieren uns mächtig über das riesige Zeltplatz-Ghetto, wo die Freizeitfahrer alle zu schlafen scheinen. Eine riesige Fläche und ein Zelt am anderen….

Jo. Abends bin ich dann ganz schön geschafft. Aber es war toll. Ich hatte zwar mal nach dem Frankreichurlaub 2006 gesagt: Nie wieder Frankreich, aber die Vogesen bzw. das Elsass sind ja halb deutsch. Landschaftlich der absolute Knaller und die paar Tage reichen lange nicht aus, um wenigstens nen Bruchteil zu sehen. Unbedingter Wiederholungsbedarf!!!

Und: Es gibt Leute, mit denen macht es richtig Spaß, Urlaub zu genießen. Einfach so. :-)

verzapft von Ilona um 17:36 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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