Samstag, 18.10.2008

Wieder mal orientierungsblond

Wenn ich schon anfange, mir ohne Fremdenführer neue Wege auszudenken…. Muss ja schiefgehen. Na ja, immerhin bin ich ja wieder heil zu Hause gelandet, auch wenn ich zeitweise dachte, heute muss ich im Wald pennen.

Zuerst lief alles ganz gut. Bin bisschen später losgefahren, weils ja doch ganz schön frostig war heute früh, aber die Sonne schien, als ob es bald verboten wird.

Bin den alten Bahndamm nach Gosheim hochgefahren, ein herrlicher Weg, geht zwar immer leicht bergan und zuletzt nochmal doll, aber man hat die ganze Zeit nen Bombenausblick auf die Landschaft. Von Gosheim bin ich dann auf dem Hohenzollernradweg nach Wehingen und von dort nach Deilingen.

Von Deilingen aus geht ne ziemlich heftige Steigung hoch zum verschlafenen Nest Tanneck und von dort gehts auf der Straße weiter nach Obernheim. So weit, so gut. Den Weg kannte ich und als ich in Obernheim war, fiel mir auch gleich der nette Weg nach Nusplingen runter ein, der musste nun aber sein.

Früher wäre ich das runtergedüst, jetzt bremse ich und zwar laufend. Ist mir aber egal, mir ist es im Moment wichtiger, heil zu bleiben und ich hab halt Angst. In Nusplingen hab ich mich nicht groß aufgehalten, sondern bin gleich wieder bergauf gefahren in Richtung Egesheim und dort wieder runtergebremst.

Von Egesheim geht ein heftig steiler Rad- bzw. Feldweg hoch nach Bubsheim, den hab ich mir dann auch gleich wieder angetan. Kannte ich, ich wusste, was auf mich zukam. Uffz. Aber auch das war bald geschafft. Von Bubsheim nach Böttingen und von dort nach Mahlstetten war auch kein Problem, ich hatte ja die Karte mit.

Und nun war eigentlich mein Plan, von Mahlstetten aus das Stettener Tal runter an die Donau zu fahren und dann über Tuttlingen ab nach Hause. Aber das ist gründlich schiefgegangen. Keine Ahnung, wo ich was falsch gemacht hab, jedenfall fand ich mich irgendwo im tiefsten Wald wieder, musste laufend umkehren, da die Wege einfach zu Ende waren. Statt runter fuhr ich immer wieder rauf und musste manchmal schon über mich selber lachen. Die Karte nützte mir auch nix mehr, da ich nicht mal annähernd wusste, wo ich war.

Da half nur immer weiterfahren und hoffen, dass ich irgendwo rauskomme, wo ich was wiedererkenne. Und so kams auch. Es kam eine heftige Steigung und ich stöhnte schon, son Scheiß, wieder nach oben, aber das kam mir bekannt vor. Und siehe da: Ich kam am Risiberg raus.

Ja Klasse! Statt im Stettener Tal war ich ein Tal weiter im Ursental gelandet. Keine Ahnung wie, aber ist nun auch egal. Überlegte noch kurz, ob ich über den Dreifaltigkeitsberg oder über Wurmlingen nach Hause fahr, aber ich war schon ganz schön kaputt und nahm die kürzeste Strecke über Dürbheim nach Hause. Geschafft. Macht 76 Kilometer und 1200 Höhenmeter und die merk ich auch inne Beine heut.

Und nu sitz ich hier frisch geduscht, schön warm eingepackt und mit nem Teller Nudeln und ner Nachtisch-Nougatstange im Bauch und werd mal gucken, ob ich euch noch ein paar Fotos online stelle.

verzapft von Ilona um 20:13 Uhr | 2 Kommentare |

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2 Kommentare zu “Wieder mal orientierungsblond”

  1. Putna sagt:

    Vorsorglich habe ich die heutigen Bilder (wunderschön) sofort angeschaut – könnt’ ja wieder eine Frage dabei sein. Richtig getippt: Beere. Jaha! vom Liguster! den sieht man auch als Hecke in Gärten mit schlohweißen Blüten und pechschwarzen Früchten. Doch ist die Schönheit trügerisch: alles an dem Kerl ist giftig! bäh – drum habe ich heute wegen der Kinder auch einen Sämling (aus Nachbars Garten) aus meinem Garten ausgebuddelt.
    Freu mich sehr für Dich, dass es Dir heute besser geht.

  2. Ilona sagt:

    Vielen Dank für den prompten Service! :-) Habs in der Galerie gleich geändert.

    Dir noch n schönes WE und hoffentlich wirds morgen nochmal so sonnig.