Dass unser Vermieter hier bau- bzw. arbeitswütig ist, hatte ich hier glaube ich schon mehrmals erwähnt. Daran hat sich wohl nichts geändert und seit die Temperaturen über Null sind, ist er auch schon wieder in vollstem Gange.
Im Winter hatte ich ja den Eindruck, ihn richtiggehend glücklich zu machen, wenn ich was zu reparieren hatte, so schnell stand er immer auf der Matte nach meinem Anruf. Langeweile? Ganz sicher. Und ordentlich zugenommen hatte er auch.
Nun fügte es sich für ihn wohl prima, dass die junge Frau, die in der kleinen Dachwohnung über uns wohnte, ausgezogen ist, denn jetzt hört es sich an, als ob er dort oben die ganze Wohnung inclusive Dach auseinandernimmt.
Die Geräuschkulisse sprengt jede Feierabendruhe und ich werde mir wohl angewöhnen, die Wochenenden und auch den Feierabend zukünftig wieder aushäusig zu verbringen. Sprich: Spätestens jetzt wird die Radelsaison beginnen. Wenn die “Guck mal wer da hämmert”-Folgen allerdings bis in den späten Abend hineingehen, werde ich ernsthaft über ne Mietminderung nachdenken.
Irgendwann ist auch meine Geduld mal am Ende und ich habe den Eindruck, dieses Haus hier ist und bleibt ne ewige Baustelle.
So langsam wirds doch. Ich meine mit dem Wetter. Immerhin verkneift es sich auch hier bei uns die Minustemperaturen und alles was über 0 Grad und trocken ist, ist radelbar. Fanden wir jedenfalls und so haben wir in völliger Ignoranz der Wettervorhersage ein herrliches Wochenende aufm Fahrrad verbracht.
Ergebnis ist ein Sonnenbrand im Gesicht, ziemlich müde Beine heut und ein schmerzendes Hinterteil, das sich wohl erst wieder an die 100-Kilometer-Touren gewöhnen muss. Genau wie meine Kondition, aber das wird schon.
Das ist so klasse, dass man wieder so völlig entspannt draussen sein kann, ohne unter Zeitdruck zu stehen, weils ja bald dunkel wird. Ich bin nach wie vor für die Beibehaltung der Sommerzeit fürs ganze Jahr. Desweiteren bin ich für die Abschaffung der Wettervorhersage, denn danach hätten wir gar nicht draussen sein dürfen. Es war jede Menge Gewitter und Regen angekündigt, was aber völliger Quatsch war. Samstag war es mal kurz bisschen ungemütlich feucht von oben (Heuberg eben…), aber das ganze hat die Bezeichnung Regenschauer nicht verdient und Sonntag war es durchweg trocken.
Was man auch am Menschenaufkommen merkte. Sogar auf sonst eher nicht so belebten Wegen waren Heerscharen von Leuten unterwegs. Ich hatte den Eindruck, die müssen sich erst wieder alle dran gewöhnen, dass es Radfahrer gibt, denn so oft klingeln wie gestern musste ich selten. Aber das kam wahrscheinlich nur, weil mein Begleiter seine schicke nigelnagelneue knallrote Klingel (Neid!!!) schonen wollte.
Hat er das Leute und Hunde vom Weg scheuchen mir überlassen.
Was sonst noch passierte:

Und hier noch ein paar Bilder:
Die Erfahrung vom Wochenende wurde gerade bestätigt und ergänzt: Sowohl das vorhergesagte als auch das vorherrschende Wetter ist komplett zu ignorieren und frau sollte einfach machen, was sie zum Feierabend geplant hatte. Nämlich ne Runde radeln.
Nachdem ich mir den ganzen Tag blauen Himmel mit Sonnenschein und fluffigen weißen Wölkchen ausm Bürofenster anschauen durfte, zogen pünktlich zum Feierabend dunkle Wolken auf und als ich das Auto startete, sah ich schon die ersten Regentropfen auf der Windschutzscheibe. Und das wurde immer schlimmer und ging bis Rottweil in wolkenbruchartigen Regen über.
Kann sich jeder vorstellen, was ich für ein Geschimpfe und Gefluche abgelassen hab im Auto. Darf ich ja machen, ist schließlich mein Auto und es hört ja keiner. Hör ich nicht mal selbst, weil die Musik so laut ist….
Zu Hause angekommen tröpfelte es immer noch, aber nicht mehr so doll und ich war bockig genug, einfach loszufahren. Keine Lust auf drinne hocken…
Und was soll ich sagen? Es war so klasse! Als ich aufm Dreifaltigkeitsberg war, guckte mich blauer Himmel an und die dunklen Wolken zogen gen Rottweil. Oder sonstwo hin, ist mir auch egal.
Dann hab ich es gewagt und bin die Strecke durchn Wald Richtung Risiberg und Russberg gefahren und na ja… Es ging eigentlich, matschig war es kaum. Aber es lag wirklich streckenweise noch Schnee aufm Weg. Das kommt einem dann schon ganz schön skurril vor, mit den kurzen Radlerhosen durchn Schnee zu stapfen. Bin vorsichtshalber abgestiegen und hab geschoben an den Stellen und das war auch gut so, weil glatt.
Ja, mit kurzen Hosen bin ich gefahren, ohne zu frieren. Wird Zeit, dass meine Quarkbeine bisschen Farbe kriegen.
Allerdings nicht aus diesem Leben:
Das weckt Erinnerungen. Genauso war das damals. Lange her….
Wie ich sehe, war es ganz schön schlau, heute brav zu Hause zu bleiben. Draussen giesst es wie aus Eimern nebst Blitz und Donner. Und kalt wirds auch, so dass ich mich sogar grad vom Balkon verzogen habe. Na sowas!
Aber eigentlich war das unvermeidlich. Ich habe nämlich Fenster geputzt und langjährige Mitleser wissen: Da regnet es IMMER!
Seit Karfreitag hab ich frei (Ostern, Urlaub und Kurzarbeit… man muss es nur geschickt kombinieren). Und da das Wetter so klasse war, sind wir seitdem über 500 Kilometer gefahren (aufm Fahrrad natürlich). So viel, so lange und so weit war ich im April noch nie unterwegs, aber bei so nem Wetter kann man ja nicht widerstehen. Und mit dem besten Fremdenführer, den man kriegen kann
, hab ich auch wieder ne Menge Neues gesehen. Ich meine, ich wär doch nie im Leben auf die absurde Idee gekommen, dass man aufn Hohentwiel mitm Fahrrad hochfährt!
Hach, war das schön. Grad gestern. Das war schon richtiges Sommerfeeling, den ganzen Tag brannte die Sonne nur so runter. Und überall wirds grün und bunt. Klasse!
Heute ist mal Päuschen angesagt. Die Stelle, die den dauernden Direktkontakt mitm Fahrradsattel ertragen muss, schreit nach Erholung und die Beine auch. Von der sonnenverbrannten Haut ganz zu schweigen. Wir sehen aus, als ob wir zwei Wochen inner Karibik am Pool gelegen haben.
Also ist heut mal bisschen Haushaltsgeraffel dran, einige meiner Zimmerpflanzen gehören umgetopft und in dem Zuge kann frau ja auch gleich mal die Fenster putzen…. Nicht grad meine Lieblingsbeschäftigung, aber gehört auch mal erledigt.
Kann sein, dass Joggen gefährlich wird, wenn genügend Kondition vorhanden, der Rest des Körpers aber arg laufentwöhnt ist. Dann soll man ja bekanntlich langsam damit anfangen und nicht gleich so viel….
Kann sein, dass ich es bereuen werde, eben grad 75 Minuten durchgelaufen zu sein. Es war nass
, es war kühl, aber die frische Luft im Wald war klasse und es ging so herrlich mühelos…. Ich werds wohl nie lernen.
Egal.
Nach dem Sommertag am vorigen Mittwoch machte das Wetter ja voll einen auf Herbst und ich hatte den Rest meiner freien Tage schon abgehakt und mich selbst zum Stubenhockerdasein verurteilt. Wobei das nicht unbedingt so verkehrt ist, denn mit Lesen und dem Angucken oller DEFA-Filme kriegt man die Zeit auch gut rum. Und bisschen Ausruhen tut ja auch mal gut.
Aber spätestens nach zwei Tagen reicht mir das dann auch und ich werde hibbelig, deshalb war die Freude groß, als der gestrige Sonntag und damit letzte freie Tag noch mal so richtig schön war.
Nachdem der Morgennebel bis auf ein paar gespenstische Schwaden am Berg verdunstet war, ging es aufs Rad und mit heftigstem Rückenwind im Sauseschtritt nach Donaueschingen. Ich glaub, so schnell war ich noch nie dort. Dann noch ca. 8 km weiter nach Bräunlingen zum Kaffeetrinken und gemütlich in der Sonne sitzen.
Dabei zahlreiche festlich angezogene Kinder nebst Familien beobachtet, da war wohl irgendein kirchliches Geldraffer-Fest im Gange. Die Jungs im braven dunklen Anzug, die Mädels in ner Art Brautkleid, sah reichlich overdressed und wenig kindgerecht aus. Aber wer`s mag… Katholischer Mummenschanz halt.
Auf dem Rückweg über Schwenningen und Rottweil machte uns besagter Wind dann als Gegenwind das Leben ein bisschen schwer, vor allem auf der Berg- und Talstrecke zwischen Donaueschingen und Schwenningen.
Kurz nach Rottweil hinter der Saline hatte dann scheinbar mein Radel keine Lust mehr und ließ sich nicht mehr richtig treten. Gut, wenn man dann seinen Monteur
gleich dabei hat, so gings nach fünf Minuten weiter.
Da ich früh vor lauter Losfahreifer das Frühstücken vergessen hatte, konnte ich mich grad noch mit letzter Kraft zum Döner in Spaichingen schleppen. Erstaunlich, dass man trotzdem über 100 Kilometer fahren kann (mit nichts als einem Radler und nem Nougatei als Kalorienzufuhr zwischendurch). Entsprechend großen Kohldampf hatte ich dann natürlich und jaaa, ich weiß, dass das nicht gesund ist. Passiert ja auch nicht mit Absicht, sondern ich vergesse einfach, was zu essen.
Den restlichen Abend dann gemütlich aufm Balkon gesessen und bei Weinschorle und Bier dem Abend beim Dunkelwerden zugeguckt, bis es zu kalt wurde. Ein schöner Tag. 
… ersetzt den Besuch der KfZ-Werkstatt. Und spart auf jeden Fall Zeit. Ob sich das finanziell für mich rechnet, sei mal dahingestellt… Stichwort Heuschrecken. 
So wurden mir an meinem Auto am Sonntag bequem die Reifen gewechselt, während ich gemütlich aufm Fahrrad unterwegs war. Und als ich mich gestern früh wunderte, warum die Autos mich alle lichthupten und manche Leute mir fröhlich zuwinkten und dann irgendwann checkte, dass das an nem kaputten vorderen Scheinwerfer meines Autos lag, wurde auch dies gleich gestern Abend durch besagten Azubi gerichtet.
Sehr praktisch.
Und wer sich jetzt wundert, warum Reifen grad sonntags gewechselt werden müssen, der ist nicht ausm Osten. Dass man am Sonntag nix arbeiten darf, hab ich nämlich auch erst hier erfahren. Und weiß es inzwischen sogar zu schätzen, denn so ist man wenigstens einen Tag in der Woche sicher vor Rasenmähern, Motorsägen, Presslufthämmern und Bohrmaschinen.
Das scheint sich hier so einzuspielen, dass man sich den ganzen Tag blauen Himmel und Sonne satt ausm Bürofenster anschauen darf und wenn dann Feierabend ist, ziehen pünktlich dunkle Gewitterwolken auf und dann gibts nass von oben, aber richtig.
Heute wollte ich aber unbedingt noch raus, brauchte dringend frische Luft und Bewegung zum Abreagieren. Also hab ich es völlig ignoriert, dass schon beim Weg ums Haus zur Garage die ersten Tröpfchen fielen. Der Himmel sah recht gemischt aus, teils dunkle Wolken, teils schwach bewölkt und sonnig. Also los, mal gucken, was das wird.
Aufn Dreifaltigkeitsberg hochkurbeln (da kann man übrigens den Bärlauch mit der Sense mähen) schaffte ich noch fast im Trocknen, aber das letzte Stück hab ich mich ganz schön beeilt, bis ich an der Gaststätte war. Kaum hatte ich mich und mein Radel dort untergestellt, gings auch schon los. Wolkenbruch mit Hagel, aber hallo! Aber das habe ich milde lächelnd abgewartet, ich saß ja im Trocknen und ne Jacke hatte ich auch mit, weils kühl wurde da oben auf 980 Meter.
Nach ca. 10 Minuten wars vorbei und ich verzichtete auf den weiteren Weg Richtung Rußberg, denn das war jetzt wohl völlige Matschepampe und das musste ja nicht sein. Außerdem hingen am Himmel immer noch bedrohlich dunkle Wolken rum…
Wieder runterrollen. Kaltes nasses Spritzwasser an den Füßen und herrliche Luft. Nach Hause hatte ich noch keine Lust, also quer durch die Stadt und auf der anderen Seite wieder hoch nach Hausen o. V. Es war immer noch trocken, also bin ich weiter gefahren Richtung Seitingen und Wurmlingen. Und da platschte mir frecherweise der Regen hinterher! Hab mich ein paar Mal nach nem Unterstand umgesehen, weil ich dachte, jetzt gehts nochmal los, aber Beeilen hat geholfen, um dem Regen davonzufahren. Ätsch!
In Wurmlingen war alles trocken, da hats scheinbar gar nicht geregnet. Aber man soll ja sein Glück nicht unnötig herausfordern und so hab ich darauf verzichtet, noch bis Tuttlingen zu fahren und bin ich an meiner alten Firma vorbei meinen ehemaligen Arbeitsweg nach Hause geradelt. Immerhin 42 Kilometer und 585 Höhenmeter. Für das instabile Wetter reicht das mal.
In Spaichingen glitzerte dann schon wieder die Abendsonne in den Pfützen. Unglaublich, das Wetter!
Jetzt geht das wieder los: Totmüde ins Bett fallen, zwei bis drei Stunden schlafen wie ein Stein, dann aufwachen, aufs Klo gehen und nicht wieder einschlafen können. Gedanken drehen sich im Kreise, kriegt man nicht angehalten.
Hoffentlich geht das bald wieder weg. Schlaucht immer so.
Ich stimme Konten ab und suche einen bestimmten Betrag. Deshalb frage ich C., wo sie das hingebucht haben könnte.
C.: “Aufm Kreditor vielleicht?”
I.: “Nö, da isses nicht. Aufm Sachkonto?”
C.: (guckt mich unschuldig an und grinst) “Tja… Das weiß man bei mir nie so genau…” (fängt an zu gackern) “Ist tagesformabhängig.”
I.: (sucht weiter und grmpflt so vor sich hin)
C.: “Eigentlich ist Buchhaltung was Feines.”
I.: “Wieso?”
C.: “Na, da kann man den ganzen Tag Verstecken spielen. Einer versteckt die Beträge und der andere muss sie suchen.”
I.: “Genau. Deshalb braucht man auch immer zwei Buchhalter.” (wendet sich dozierend an den ehrfürchtig lauschenden Azubi): “Womit auch der Begriff Doppelte Buchführung hinreichend erklärt wäre. Alles klar?”
Überall lese ich, dass man da nen Account hat. Ich hatte noch keinen und kam mir irgendwie wie nicht mehr auf der Höhe der Zeit vor.
Ok, das habe ich geändert, nun habe ich mich dort angemeldet.
Sacht mir nu mal bitte jemand, wofür man das benutzen kann? 
(Das kommt davon, wenn man in meinem Alter alles mitmachen will und es dann nicht blickt. Herrje!)
Gestern beim gemeinschaftlichen WG-Putz mit Jule so im Flur gestanden und geschwatzt, da setzte das Kind auf einmal diesen Blick auf, den ich bei den Menschen sehr gut kenne. Ich wusste sofort, dass sie gerade eine Spinne sieht.
“Mama, guck dich jetzt nicht um!” sagte sie auch im selben Atemzug, da sie meine Phobie kennt. Und ohne dass ich hingeschaut habe, hatte ich auf einmal eine Gänsehaut am ganzen Körper und mich schüttelte es nur so. Es ist wirklich völlig unglaublich, wie irrational ich da reagiere.
Und das war wirklich ein richtig fettes Vieh, die war wahrscheinlich ausm Herbst übergeblieben und hat die ganze Zeit hier bei uns gewohnt. Die Vorstellung alleine erzeugte bei mir nochmal nen Ekelanfall. 
Dummerweise war gerade kein Mann im Haus, um das Vieh zu terminieren, deshalb mussten wir wohl oder übel selbst ran. Die Staubsaugermethode: Das längste Rohr dran und draufhalten, zack war sie drin. Dann noch ne Weile rumsaugen, damit ihr noch recht viel Dreck aufn Kopp fliegt und dann raus mit Staubsauger in die Veranda, damit Marcus dann den Beutel wechseln konnte.
Und dieser Perversling wühlt doch tatsächlich noch in dem Beutel rum, um zu prüfen, ob wir mit der Größenbeschreibung (”soooooo ein Riiiiieeeessenvieh!!!”) nicht übertrieben haben. Pah!
Heute war ich mal wieder aufm Heuberg mit dem Radel und das ziemlich gründlich. Erstmal übern Heubergbahn-Radweg bis Gosheim und dann aufm Hohenzollernradweg weiter über Wehingen nach Deilingen. Dort wollte ich mir eine Firma angucken, bei der ich mich beworben habe. Was ich auch gemacht habe, bin sehr beeindruckt.
Dann diese eklige Steigung Richtung Tanneck hoch, die eignet sich zum Runterdüsen wesentlich besser. Na ja, unterwegs ne Pinkelpause eingelegt und dann kommt man da auch hoch. Weiter über Obernheim nach Nusplingen runter, immer wieder klasse zu fahren. Musste dran denken, dass es fast genau ein Jahr her ist, dass wir diese Strecke das erste Mal gefahren sind. Zu dritt….
In Nusplingen gabs erstmal n Radler, weils mittlerweile ganz schön warm war, die Sonne brannte nur so runter - herrlich! Wie nun weiter? Da gab es eine Radwegausschilderung nach Harthöfe und die Karte sagte mir, dass man da weiter nach Schwenningen fahren kann. Ein anderes Schwenningen, nicht das mit der Neckarquelle.
Also los und da gings auch gleich nett hoch. Auf ca. halbem Wege war so eine Grotte (irgendwas Heiliges), da hatte man ne gute Aussicht auf Nussplingen und das Bäratal. Dauerte gar nicht lange, da war ich wieder 200 Meter höher und auf ner richtig schönen Radelstrecke. Muss ich mir merken.
In Schwenningen angekommen, checkte ich die Karte und sah, dass es einen Radweg nach Hausen i. T. runter gibt. Da ich ja Radwegfan bin und die Straße verweigere, wo es nur geht, machte ich mich auf den Weg… und verirrte mich mit traumwandlerischer Sicherheit. Allerdings war das richtig nett zu fahren. Lauschige Waldwege und richtig gut hoch und runter, an fleißigen Holzfällern vorbei, die mich anstaunten.
Und dann war ich auf einmal an einem Anwesen, von dem ich jetzt stark vermute, dass es das Schloss Werenwag war, jedenfalls konnte man da nicht weiter, weil Privatbesitz. Dahinter sah ich aber schon die Felsen des Donautals. Da hätte ich schön runterfahren können, wenn ich geahnt hätte, wo ich bin. Der Radweg geht da nämlich entlang laut Karte.
Das heißt, ich bin eigentlich richtig gefahren und wusste es nicht. Typisch Ilona. Na ja, jedenfalls bin ich dann wieder zurück nach Schwenningen und hab dann brav die Straße runter nach Hausen i. T. genommen. Dort gabs beim Minigolfplatz erstmal Kaffe und Kuchen zur Belohnung und ab gings Richtung Heimat auf dem Donauradweg. Das kann ich im Schlaf fahren, da brauch ich mir keine Gedanken über den Weg machen.
Nun ja. 117 Kilometer und 1180 Höhenmeter sind zusammengekommen. Sonnenbräune wurde vertieft und schön müde bin ich auch. Fotos habe ich auch, aber dazu hab ich heute keine Lust mehr. Mach ich morgen. Oder so.
Nach nochmaligem Kartenstudium und telefonischer Rücksprache mit meinem Fremdenführer bin ich jetzt sicher, dass ich gestern völlig richtig gefahren bin und beim Schloss Werenwag war. Schloss Hausen kanns nicht gewesen sein, denn das ist ne Ruine und da, wo ich war, wohnten Leute. Dort hätte ich nur den Wanderweg, auf dem ich ja schon war, weiterfahren müssen, denn der führt nach unten ins Donautal.
Merke: Viele der Radwege, die ich auf der Karte sehe, sind eigentlich Wanderwege und eventuell unbefestigt. Dafür aber richtig schön und meistens durch den Wald.
Und da die Tour so richtig klasse war, muss das unbedingt wiederholt werden.
Gut. Aber nicht heute. Das Wetter weiß hier nicht so richtig, was es will, es ist bewölkt, aber trocken und der Wetterbericht sagt erst gegen Abend etwas Regen an. Deshalb fahr ich vielleicht gemütlich an den Neckar und wenns nass zu werden droht, dreh ich um. Zu Hause hocken mag ich nicht.
Ich weiß nicht genau, warum mir das Neckartal so gut gefällt, auf jeden Fall besser als das Donautal. Vielleicht, weil ich da nicht ganz so oft bin wie im Donautal? Vielleicht auch, weil es so abwechslungsreich ist? Man hat von allem was: Man fährt durch gemütliche, ruhige kleine Ortschaften, man fährt durch nervige verkehrsreiche Städte, aber die meiste Zeit ist man mitten in Natur und so nah am Neckar, dass man beim Radeln fast ein Bein reinhängen könnte. Es geht durch den Wald, durch blühende Wiesen und Felder, immer leicht hoch und runter (also ganz unanstrengend isses nicht). Vielleicht liegts ja auch am Neckar selbst, der so lebendig ist und meistens glitzernd und klar über die Steine plätschert, während einem die Donau oft wie ein dreckiger Tümpel vorkommt.
Wie auch immer, es war wieder so klasse gestern. Bin bei bewölktem Himmel losgefahren und hatte sogar die Regenjacke mit. Dachte, das wird ne kurze Tour, aber besser als nichts. So kann man sich irren. Schon hinter Rottweil wurde das Wetter deutlich besser und als ich im Café Melber in Oberndorf war, saß ich bei strahlend blauem Himmel in der Sonne und mir schmolz die Schokolade von meinem Nusstaler.
Im Neckartal ist der Frühling in voller Pracht ausgebrochen. Sogar die Äpfelbäume blühen schon und vor allem: die Löwenzahnwiesen!!! War das klasse, da durchzufahren.
Natürlich kam es wie es kommen musste: In Sulz (ca. 40 km) dachte ich: Ach, bei dem schönen Wetter kann ich auch bis Horb fahren. Gesagt, getan. Und in Horb hatte ich so ne ungerade Zahl aufm Tacho (ca. 57 km), also dachte ich: Fährste mal noch bis 60 km, dann haste insgesamt 120. Ok, aber bei 60 km dachte ich: Nun kannste auch noch bis zur zweiten Autobahnbrücke fahren. Was zur Folge hatte, dass ich erst bei 68 km umgedreht bin.
Prima. Lief auch ganz gut, obwohl ab 15 Uhr der Radweg ziemlich voll wurde. War zwar noch befahrbar, aber man musste schon aufpassen. An der Donau wäre es bei dem Wetter aber unmöglich gewesen.
Irgendwann bei ca. 100 km hatte ich nen ganz schönen Durchhänger und dachte, ich schaffs nicht bis nach Hause. Also hab ich mir an nem Kiosk ein dickes Eis gegönnt und bisschen Pause gemacht. Und dann bin ich einfach gefahren und da staune ich immer wieder, was man alles schafft, obwohl man schon müde ist.
Ich war zwar ganz schön kaputt, als ich zu Hause war, aber ich hatte nicht das Gefühl, am Ende zu sein nach den 137 Kilometern. Auf jeden Fall hab ich den schönen Frühlingstag bei schon fast Sommertemperaturen gut genutzt, nun kann ich wieder ne Woche im Büro hocken. Bei der Regenvorhersage wird das auch gar nicht so schlimm.
Bilder hab ich jede Menge, ich schau mal, ob ich heute abend Lust hab, ne Galerie zu machen.
… sind online. Sind auch gleich zwei Galerien geworden.
Hach, war das fein. Wenn mein Hintern nicht so weh tun würde und das Wetter besser wäre, könnt ich gleich wieder losfahren.
Heute musste ich den ganzen Tag stillsitzen inner Firma. Aber es war mal richtig interessant, seit langer Zeit musst ich meine Rübe mal wieder so richtig anstrengen. Ne Menge gelernt und für fast alle angesammelten Probleme ne Lösung erarbeitet. Nun müssen wir es nur noch umsetzen. Ich gebe zu, das hat Spaß gemacht auch wenns anstrengend war.
Zum Ausgleich war ich eben noch ne Stunde im Wald rumrennen. Lustig, dass es da immer noch Wege gibt, die ich nicht kenne. Und ganz tief drin ist frau auch sicher vor freilaufenden Großkötern, die meisten ihrer Besitzer laufen nicht gern so weit in den Wald. Und es ist auch schön anzuschauen, wie alles langsam grün wird.
Nur das Wetter könnte sich bis zum Wochenende bitte wieder verbessern. Reicht ja, wenn der Regen wegbleibt.