Montag, 25.05.2009

Noch ein radelfreies Wochenende

Und das hatte dieses Mal sogar vier Tage und an allen Tagen war ich mit meinen alten Füßen unterwegs. Und natürlich den “Stäbchen“, wie sie inzwischen heißen. Warum auch immer.

Schuld ist nur das Wetter, das wieder mal entgegen aller Vorhersagen richtig schön und vor allem gestern richtig schön sommerlich heiß wurde. Donnerstag ging es ja noch, da habe ich den Möhringer Wald kennengelernt und das letzte Stück zurück zum Auto war ziemlich nass. Das war also nur eine vergleichsweise kurze Tour, die aber Spaß gemacht hat. Vor allem fernab jeglichem Vatertags-Gefeiere.

Worüber ich hier jedesmal staune: Man geht in irgendeinen beliebigen der hier reichlich vorhandenen Wälder und trifft binnen kurzem keinem Menschen mehr. Selten einen Holzfäller, aber sonst traut sich scheinbar niemand so weit in den Wald hinein.

Freitag war vormittags erstmal Haushalt angesagt, draussen regnete es sowieso wie verrückt, ich frag mich wirklich, wo dieses Jahr das viele Wasser herkommt. Gegen Mittag habe ich mich dann von Marcus, der aus der Mittagspause in seine Firma zurückfuhr, mitnehmen und im Gewerbegebiet “aussetzen” lassen. Wetter war inzwischen tadellos. Von dort aus bin ich dann den Zundelberg gleich hier neben Spaichingen hochgedreht und hab dort ne Menge Wege erkundet.

Die Zundelberghütte. Ein guter Orientierungspunkt, wenn frau die Karte mitgehabt hätte.
Maiglöckchen noch bewassertropft vom letzten Regen
Gewimmel auf einem Ameisenhaufen
Gelb wie die Sonne
Extra frisch poliert fürs Foto: Haselwurz mitten im dunklen Wald
Rätselhafte Steinbauten... Klein Stonehenge sozusagen


Wie immer, wenn ich allein unterwegs bin, hatte ich zuletzt keinen Plan mehr, wo ich überall war, aber immerhin bin ich nach fast fünf Stunden heil, aber ziemlich k. o. wieder zu Hause gelandet. Ist richtig schön da oben und fast so hoch wie der Dreifaltigkeitsberg, das hätte ich gar nicht gedacht.

Zurück blieb eine ziemlich blöde Blase an der linken Ferse. Nun ja, die Dauerlauferei in Turnschuhen, auch wenn es Asics sind, musste ja mal irgendwann zu sowas führen….

Samstag früh wurde ich dann mitten in der Nacht brutal sehr zeitig am Morgen bei allerschönstem Sonnenschein mit dem Satz: “Los, wir fahren in den Schwarzwald!” geweckt. Im Halbschlaf die Blase an der Haxe verklebt, paar Sachen zusammengesucht und schon saß ich im Auto und wir waren auf dem Weg. Beim Bäcker gabs gottseidank nen Kaffee, so hab ich die Fahrt wenigstens bei Bewusstsein erleben können.

Und dann habe ich mal wieder Wege und Landschaften gesehen, unglaublich…. Wobei mein Fremdenführer aber auch Wege kennt, die ich allein niemals nicht finden, geschweige denn gehen würde. Und die auch sonst keiner zu kennen scheint, denn den ganzen Vormittag sind wir bis zur ersten Pause an der St. Wilhelmer Hütte keinem Menschen begegnet. Auch der Abenteuerfaktor kam nicht zu kurz, denn manchmal waren auf dem Wanderpfad richtig coole Hindernisse zu überwinden. Das war zwar anstrengend (bergauf gings manchmal ganz schön heftig, aber wie soll man denn sonst auf den Berg hochkommen?), hat aber Riesenspaß gemacht.

Und so ging das den ganzen Tag. Wir waren bis ganz oben auf dem Feldberg (da liegt stellenweise sogar noch Schnee) und irgendwann abends gegen sechs wieder unten am Auto. Dort haben wir erstmal die Füße in einen schönen kalten Bach gesteckt, der war danach nicht mehr so kalt, glaub ich. :kicher: Die genaue Strecke und wo wir überall waren, keine wirkliche Ahnung, aber vielleicht schreibt ja Andi noch was dazu.

Ich weiß nur, dass es so richtig klasse war. Jederzeit gern wieder! Die Bilder muss ich erstmal sichten, mal gucken, ob das wieder ne Galerie gibt. Hab ich mal gleich erledigt, wenn ich ja schon mal frei habe: Zur Galerie

Die Blase an der Hacke war natürlich nicht besser geworden, aber auch nicht viel schlimmer. Es waren aber noch eine am anderen Bein dazugekommen, die war aber nicht schlimm und der zweite Zeh am linken Fuß fühlte sich irgendwie geprellt an und hatte auch ne kleine Blase. Nun ja. Für diesen langen Wandertag war das eigentlich ok.

Na ja. Am nächsten Tag war Sonntag und das Wetter ließ sich wieder nicht schlecht an. Herr Caramalz hatte auch schon wieder einen Plan, der interessant genug klang, um mich meine angeschlagenen Füße vergessen zu lassen. Es ging mit dem Auto nach Tuttlingen zum Bahnhof, von dort mit dem Zug nach Beuron und von dort zu Fuß (wie sonst?) wieder Richtung Tuttlingen zurück.

Aber nicht etwa auf dem Donauradweg, sondern rechts und links davon: Über die Felsen, an den Felsen entlang, von den Felsen weg, durch Berg und Tal, über Stock und Stein, denn ja: Manchmal passiert es auch dem allerweltbesten Fremdenführer, dass er den Weg verliert. :zwinker: Das hat mich irgendwie getröstet, dass sowas nicht nur immer mir passiert.

Wettertechnisch hatte sich inzwischen eine richtig phänomenale Sommerhitze etabliert: Die Sonne brannte auf die Haut und der Schweiß floß in Strömen. Herrlich, so ein schönes Sommerwetter!

Stillleben auf dem Donaufelsen

Die Tour war auch wieder super und sehenswert und hat einen merkwürdigen Effekt bei mir: Wenn man nämlich auf dem Donauradweg so entlanggurkt, scheinen einem die Felsen fremd, sehr weit weg und unnahbar. War man erstmal oben und hat runtergeschaut, ist das auf einmal ganz anders. Irgendwie… persönlicher oder heimeliger. Man hat sich eben kennengelernt. Oder so ähnlich.

Irgendwann waren wir dann nach langem Rumgeirre genau nach Plan bei der Ruine Luginsfeld hoch über Tuttlingen angekommen und mussten uns nur noch dort herunterschlängeln, um fast genau im Telesina aufzuschlagen. Dort gabs erstmal viel kaltes Wasser zum Trinken und danach noch fett Pizza.

Meine Füße taten ganz schön weh, au weia. Besonders das letzte Stück vom Telesina zum Bahnhof zurück…. Na ja, ich war froh, als es vorbei war. Mit Schmerzen laufen macht dann keinen wirklichen Spaß mehr.

Klasse Wochenende war das wieder. Und frau staunt, was die alten Beine noch so weglaufen können, wenn man sie langsam wieder dran gewöhnt hat. Das schreit nach mehr, aber vielleicht sollte ich die Anschaffung von Wanderschuhen in Erwägung ziehen.

Heute habe ich auch noch frei, aber den Tag nutze ich zur passiven Erholung: Füße pflegen, faulenzen, bisschen Wäsche waschen und gut ist. Und da juckts mich nicht im geringsten, dass da draussen wieder Sommerwetter herrscht. Und was für welches!

verzapft von Ilona um 19:30 Uhr | 5 Kommentare |

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5 Kommentare zu “Noch ein radelfreies Wochenende”

  1. andi sagt:

    Mit dem Weg verlieren isses genau dasselbe wie mit der Rechtschreibung. Alle Feler sind beabsichtigt :mrgreen_wp:

  2. Ilona sagt:

    Habbich mir schon fast gedacht. Du wolltest mich nur noch länger durche Botanik scheuchen.
    :aufsmaul: :P

  3. Jana sagt:

    Hallo Ilona,
    wenn du jetzt schon als “Stockente” unterwegs bist, wie lange dauert es dann noch, bis du auch das Geocachen für dich entdeckst? Mit dem GPS verlierst du dann wenigstens auch nicht den Plan, wo du grad bist ;-). Es sei denn, die Ersatzbatterien bleiben daheim …
    Ich kann’s nur wärmstens empfehlen, hab’ in letzter Zeit schon so einige Leute infiziert und bin ihm momentan selber hoffnungslos verfallen.
    Und ja, dass im Wald keiner außer mir rumläuft, beobachte ich auch immer wieder. Wo gehen andere Leute hin, um sich die Beine zu vertreten???
    Liebe Grüße
    die wandersocke

  4. andi sagt:

    Die Zundelberg Fottos sind sowas von Klasse.