Donnerstag, 11.06.2009

Im Allgäu: Einlaufen zum Gaisalpsee

Eine gelbe Blume

Ich hatte es ja vor drei Jahren schon angekündigt: Wenn ich das nächste Mal ins Allgäu fahre, geh ich ohne Radel wandern. Weils schon schwer genug ist, die Berge hochzukommen, ohne nebenbei noch das Rad zu schieben. :zwinker:

Und so kam es auch. Am Mittwoch als spontane Idee entstanden (irgendwas muss man ja mit so nem langen Wochenende ja anfangen), gleich mal ein Zimmer gebucht, Klamotten gepackt und Donnerstag früh gings sehr früh bei strömendem Regen auf den Weg nach Fischen.

Kaum ein Auto auf den Straßen, klar, wer fährt auch um die Zeit bei dem Wetter innen Urlaub? Auch ne offene Tankstelle zum Frühstücken fand sich erst, als unsere Mägen schon anfingen, sich selbst zu verdauen.

In der Pension war netterweise unser Zimmer schon frei und so konnten wir uns einrichten, nen Kaffee schlürfen, ne Stunde schlafen und auf besseres Wetter warten.

Blick vom Gaisalpsee runter nach Fischen

Am frühen Nachmittag machten wir uns aber doch noch auf den Weg, zunächst ohne genaues Ziel. An die Iller runter, rüber nach Reichenbach und dort ging ja der Weg zur Gaisalpe hoch. Wir nahmen den Tobelweg, der ist so richtig schön, aber die Bergauflauferei strengte mich ganz schön an… Völlig ausser Form oder lags am Wetter? Ich schnaufte teilweise wie ein Walross. Herrje!

An der Gaisalpe gabs Bier und Radler und es fing wieder an zu pissen. Wir beobachteten erstaunt ein paar Wanderer, die sich Bier und jede Menge Schnäpschen in die Rübe schütteten und frugen uns, wie die noch sicher treten können danach?

Der Regen ließ nach, aber uns war kalt, also entschlossen wir uns, noch ein Stück weiter hochzulaufen, um warm zu werden. Das war auch richtig nett und anstrengend (ich musste öfter verschnaufen wie ne alte Oma).

Aber ich kriegte das erste Mal einen Eindruck von den Wanderwegen hier.

Ein gemütlicher Wanderpfad. Normal sind die steiniger und steiler

Die steigen nämlich immer schön steil an und manchmal hangelt man sich an Drahtseilen entlang oder irgendwo hoch, klettert auf Steinen über kleine Bäche, stapft durch selbige hindurch oder gar in ihnen entlang und muss jederzeit sehr gut aufpassen, wo man hin tritt.

Diese konzentrierte Lauferei hat einen Nachteil: Sie geht zu Lasten der Landschaftsguckerei, denn dafür muss man immer stehen bleiben, gleichzeitg Laufen und Gucken geht ganz selten. Aber es gibt auch einen Vorteil: Frau ist so mit Vorwärtskommen beschäftigt, dass ihr die Höhe oder die Tiefe gar nicht bewusst wird. Und wenn doch, dann guckt man eben schnell wieder weg. Das hatte ich heute gleich mal gelernt.

Der Gaisalpsee und dahinter das Rubihorn

Dann waren wir oben am Gaisalpsee, aber da zog es dermaßen, dass wir gleich wieder umdrehten und das ganze wieder zurück liefen. Und wer glaubt, dass Bergablaufen weniger anstrengend sei, der irrt sich. Zuletzt hatten wir ganz schöne Gummiknie und auch der Rest der Beine fühlte sich recht angestrengt an.

Das nennt man wohl Alpenglühen

Und Hunger! Da die letzte Mahlzeit das Frühstück war, fielen wir in Fischen in die nächste gemütlich aussehende Kneipe ein und vertilgten große Portionen Allgäuer Kässpatzen und Krautknöpfle. Lecker!

Später gabs dann noch ne Flasche Wein auf der gemütlichen Terrasse, die zu unserem Zimmer gehörte.

verzapft von Ilona um 20:36 Uhr | 1 Kommentar | TB

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1 Kommentar zu “Im Allgäu: Einlaufen zum Gaisalpsee”

  1. Petra sagt:

    Sehr schöne Bilder ! :D

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