Freitag, 12.06.2009

Im Allgäu: Rubihorn

Gestern Generalprobe, heute Premiere: Heute sollte es für mich die erste “Bergbesteigung” geben. Aufs Rubihorn.

Das Rubihorn -  Ein richtiges Postkartenfoto

Das Wetter war bewölkt, aber trocken und die Vorhersage gut. So gings nach einem kräftigen Frühstück (wir haben alles vertilgt, was irgendwie da war) auf den Weg. Zunächst wieder genau wie gestern zum Gaisalpsee hoch, allerdings ohne Pause an der Alpe.

Der Gaisalpsee beim Aufstieg aufs Rubihorn. Da unten sieht man den Weg und erahnt die Steigung

Und siehe da: Heute strengte mich der Spaß nicht mal halb soviel an wie gestern. Mags am Essen gelegen haben oder am Wetter, höchstwahrscheinlich aber daran, dass wir es einfach langsamer angingen. Wir hatten ja noch ein bisschen was vor.

Nach dem See gings höher und höher in endlosen Serpentinen den Berg rauf. Wir überholten eine Frau mit zwei Kindern und ich dachte so bei mir, das hätte ich nie gemacht mit den Kids, ich bin ja schon froh, wenn ich hier auf mich selbst aufpassen kann und nicht den Berg runterfalle.

Hier erkennt man den Weg zum Rubihorn am See vorbei in Richtung Schneefeld
Der Serpentinen-Weg zum Rubihorn hoch
Der Hohe Ifen vom Rubihorn aus
Aussicht beim Rubihorn-Erklimmen



Zwischendurch immer wieder die Aussicht bewundert und fast überall lagen noch große Schneefelder.

Ilona am Gipfelerstürmen (harhar)

Das letzte Stück zum Gipfel war dann schon mal ne ganz hübsche Kraxelei, die ich aber anstandslos hinter mich brachte. Die Taktik mit dem “Einfach-nicht-nach-unten-gucken” funktionierte. Und es fing sogar an, Spass zu machen. Vor allem das Gefühl, wenn man es geschafft hat. Einfach Klasse!

Ilona am Gipfelkreuz (sitzen, festhalten und ja nicht runterfallen)

Auf dem Gipfel allerdings hatte ich dann nichts mehr zu tun als zu gucken (Und mir erstmal ne Jacke anzuziehen, denn es zog gewaltig). Die Aussicht war unbeschreiblich, aber ich hatte immerzu das Gefühl, mich irgendwo festkrallen zu müssen. Andi ist da rumgelaufen und hat geknipst und ich dachte nur immer: Ein falscher Schritt und weg isser.

Das Nebelhorn vom Rubihorn aus

Aber wahrscheinlich gewöhnt man sich auch daran. Immerhin war da oben ganz schön was los: Kinder, Hunde, alles vertreten und das an einem Freitag. Wahrscheinlich muss man hier am Wochenende Schlange stehen, um ans Gipfelkreuz zu gelangen.

Da waren auch noch fast handzahme Dohlen, die ganz schön frech versuchten, an die  zahlreichen Brotzeiten zu gelangen, die hier auf dem Berg eingefahren wurden.

Bald gings runter, aber nicht denselben Weg, sondern Richtung Oberstdorf. Das begann auch wieder mit einer kleinen Kletterei, wo ich schnell merkte, dass Raufklettern wesentlich einfacher ist als Runterklettern. Aber es ging alles richtig prima und so waren wir bald wieder auf einem Serpentinenweg, der nach Oberstdorf runterführte und auf dem ein Betrieb wie auf der Autobahn war. Inzwischen war auch das Wetter richtig sommerlich warm und sonnig und wir rutschten bei einer kleinen Pause auf einer Sommerblumenwiese herum und fotografierten wie verrückt.

Talblick beim Abstieg vom Rubihorn Richtung Oberstdorf

Weiter unten stolperten wir auf der Suche nach dem Wallraffweg über das Café Breitenberg, wo es Bier und Apfelschorle nebst einer Wegweisung zum von uns gesuchten Weg gab. Dort ging es erstmal wieder eine Weile nach oben, aber es war ein richtig gemütlicher Spazierweg mit Permanentaussicht nach unten. Ich war das ja schon mal in umgekehrter Richtung mit dem Fahrrad gefahren.

So waren wir schnell wieder in Reichenbach zurück und freuten uns über die schöne Runde, die wir heut gelaufen waren.

In Fischen unten an der Iller steckte Andi seine heißgelaufenen Füße ins Wasser, während ich telefonisch ein kleines Date arrangierte. Und so saßen wir wenig später zusammen mit Angel und ihrem Allgäuer auf einen kurzen und netten Plausch in einem Café in Fischen. Ich meine, wenn man schon mal da ist und es klappt grad so schön unkompliziert, ist das doch ne feine Sache.

Danach gings wieder ab ins Restaurant, Kässpatzen nachladen. Scheint ein guter Treibstoff zu sein.

verzapft von Ilona um 21:07 Uhr | 1 Kommentar |

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1 Kommentar zu “Im Allgäu: Rubihorn”

  1. Atesh sagt:

    Hab grad Rubihorn eingegeben hier und diese Beschreibung gefunden. Sehr lebendig. Das Rubihorn war immer mein Lieblingsberg, als ich im Allgäu lebte,mit dem ich geliebäugelt hab, aber nicht den Mut …..bin keine Bergsteigerin.
    So konnte ich ein wenig mitlaufen, lebe leider schon lange in Niedersachsen, also sooooo weit weg von den schönen Bergen. Danke schön. :D