Nachdem am vorigen Wochenende schon fast frühlingshafte Temperaturen herrschten und wir den ersten Kaffee des Jahres im Freien getrunken haben (ohne zu frieren), war nun alles wieder vorbei: Ein Samstagvormittag hat gereicht, um aus einer Fast-schon-Frühlingslandschaft wieder Sibirien zu machen.
Begeistert waren wir nicht, aber ändern konnten wir es auch nicht und bisschen frische Luft muss ja sein nach ner Woche Büro- und Stubenhockerei. Da wir aber bei dem Tiefschnee keine Lust auf Autofahren hatten, gings in den Spaichinger Wald, der liegt ja gleich vor der Türe hier.
Stellenweise waren wir dann richtig froh über den Schnee, denn wenn der nicht gewesen wäre, hätte man gar nicht laufen können auf den spiegelglatt gefrorenen Wegen. Und ich hätte mir bei den beiden Malen, wo ich mich trotzdem aufn Boppes gesetzt hab (Frau Ungeschickt lässt grüßen), wesentlich mehr wehgetan. So bin ich im weichen Pulverschnee gelandet und war froh, dass das nur Herr Caramalz gesehen hat und der kennt das ja schon….
Gestern der eisige Polarwind hatte dann schon nicht mehr viel Schönes. Die Sonne brannte einem nen Sonnenbrand ins Gesicht und der Wind ließ einen selbiges zur Maske erstarren. Dazu kamen tausend kleine Nadelstiche, wenn einem der von den Bäumen gewehte Schnee ins Gesicht flog. Brrrr, war das kalt! Aber sonnig und hell und widrigen Witterungsbedingungen zu trotzen, kann ja auch ne Herausforderung sein.
Und dann war der Tee, den es später beim Türken gab, umso leckerer und wohltuender.
Feines Wochenende, aber nu könnte es langsam gut sein mit Schnee. Ich hab auch schon gar keine Lust mehr auf Fotos machen. Menno! Ich will Frühling!!!
Nachtrag zur Info: Temperaturen heute in Spaichingen minus 12 Grad und in Niedereschach sagenhafte minus 17 Grad. Das kann nur besser werden.
An der Tatsache, dass ich einen roten Renault fahre, hat sich nichts geändert. Nur heißt das Teil seit heute nicht mehr Scenic sondern Clio, säuft statt teurem Benzin billigen preiswerten Diesel und hat ganz nebenbei noch ein paar Extrafeatures wie ne Sitzheizung, Navi und nen Tempomaten.
Die Idee kam mir irgendwann vor Weihnachten beim Joggen. Es gibt keinen Grund, warum ich weiter so ein großes, versoffenes durstiges Auto fahren soll. Nur weil man vielleicht einmal im Jahr da zwei Fahrräder reinbekommen muss? Das kann man auch anders lösen. Und einen Clio wollte ich immer schon haben, da war ich schon bei Angel ganz neidisch. Hach! Da die Finanzierung für den Scenic im Januar ausgelaufen ist, stand sowieso ne Entscheidung an und die hab ich dann halt getroffen.
Ich glaub, Clio und ich passen viel besser zusammen. Allein schon deshalb, weil sie ein Mädchen ist. 
Clio ist klasse, nach zwei Tagen kann ich das schon sagen. Sie ist total lieb und schläft sogar schon nachts durch. Quatsch. Ich muss langsam aufhören, dieses Auto zu personifizieren. Und ich muss aufhören, in der Firma alle 10 Minuten ausm Fenster zu schauen und ihr zuzuwinken zu gucken, ob sie noch da steht.
Ich glaub, Elli wird schon sauer, weil sie denkt, ich hab Clio lieber…. 
Nee, mal im Ernst. Das neue Auto macht mir Spaß, obwohl ich mir besseres Wetter gewünscht hätte, zumindest nicht schon wieder einen Wintereinbruch wie grad. Aber so kann ich die Sitzheizung immerhin richtig genießen. Das ist so klasse, wenn man früh ins kalte Auto steigt und kriegt sofort den Hintern angewärmt.
Auch das Navi wird mir noch gute Dienste leisten, ich als orientierungsblondes Wesen hätte mir sowas eigentlich schon lange mal zulegen sollen. So richtig getestet habe ich es aber noch nicht.
Dafür aber den Tempomaten. Wenn man den eingeschalten hat, muss man nur noch lenken. Ums Gas geben und bremsen kümmert sich Clio dann selbständig. Und sowie man selber eingreift, schaltet sich der Tempomat aus und frau ist wieder Chef.
Und letztendlich ist es ein gar wunderliches Gefühl, wenn einem bei vollem Tank eine Reichweite von mehr als 900 Kilometern angezeigt wird. Dafür hätte ich mit dem Scenic anderthalb mal volltanken müssen.
Was mir ein bisschen fehlt, sind die vielen Kästchen und Schubladen unter den Sitzen und im Boden, wo man im Scenic unheimlich viel Krempel unterbringen konnte. Sowas hat Clio gar nicht, schade eigentlich. Und die automatische Handbremse beim Scenic war auch viel komfortabler, aber die gibts beim Clio generell nicht. Nun muss ich immer dran denken, die selber anzuziehen, das ist gewöhnungsbedürftig.
Fein. Ich freu mich über mein neues Autochen und glaub, wir werden uns gut vertragen.
So, das herrliche Frühlingswetter läßt sich nun gar nicht mehr ignorieren und auch Schnee und Matsch auf den Wegen können nicht mehr als Ausrede dienen, heute gings aufs Rad.
Ein bisschen ungewohnt, die Fortbewegungsart und vor allem erstmal ganz schön anstrengend. Kondition ist zwar prinzipiell vorhanden, aber übern Winter sind wohl ein paar notwendige Radfahrmuskeln geschrumpft. Uffz. Aber inzwischen weiß ich ja, dass das schnell nachwächst und die heutige kurze Einradelrunde hat Riesenspaß gemacht.
Aufm Rückweg rein zufällig noch den Herrn Caramalz getroffen und mich mit ihm zusammen gewundert, das scheinbar alle Leute mit den Autos auf Radwegen unterwegs sind. Laufend musste man ausweichen. War das immer schon so oder sind wir nur von der Ruhe und der Abgeschiedenheit einsamer Wald- und Wanderpfade verwöhnt?
Egal. Die reichlich 30 Kilometer haben Lust auf mehr gemacht. So schöne lange anstrengende Tagestouren in der Sonne mit viel Schwitzen und Biergartenpausen…. Hach.
Manchmal könnte das Timing nicht besser sein: Als ich mir vor der Haustüre die Joggingschuhe ausziehe, fängts an zu regnen. Wohlgemerkt: Üblicherweise fängt es immer schon beim Schuhe anziehen damit an.
Im Wald fängts langsam an zu sprießen. Überall schon gelbe Huflattiche am Wegesrand. Und meine Wald-Joggingrunde ist komplett trocken. Als wäre nie Winter gewesen. Was man auch daran merkt, dass ich im T-Shirt unterwegs war und damit geschwitzt hab.
Bin schon gespannt auf das Osterwetter. Da ist ja bekanntlich alles möglich.