Samstag, 15.05.2010

Schlechtwettertouren

Vier Tage Wochenende zur Verfügung und das Wetter macht so gar keinen auf Frühling. Tja, was solls? Wandern kann man immer.

Donnerstag haben wir es allerdings gelassen, da hat es wirklich den ganzen Tag durchweg runtergesudelt. Da haben wir uns halt mal ausgeruht und uns abends schön die Bäuche mit Chili con Carne vollgeschlagen.

Freitag hielt es uns nicht mehr in der guten Stube. Beim Losfahren hats noch geregnet, aber beim Losgehen an der Heusackhütte über Esslingen wars auf einmal trocken. Zumindest von oben. Es wurde eine feine Tour (halb Wandern, halb Nordic Walking) über den Möhringer Berg nach Bachzimmern (wo es diesmal keinen Kafi gab, da die Kneipe erst um vier aufmachte) und wieder zurück. Zeitweise habe ich ganz schön gefroren und es bedauert, keine Handschuhe mit zu haben. Unglaublich, aber so wars! Auf dem Rückweg noch am Krähenbach die Wanderschuhe saubergemacht und prompt fing auf der Heimfahrt der Regen wieder an. Lief also alles nach Plan…

Heute am Samstag war der Plettenberg dran. Wettersituation genau gleich, nur heute noch etwas kälter und neblig. Wir starteten in Rosswangen, ein absolutes Hinterwäldlernest, wo unser Parken und Wanderschuh-Anziehen schön neugierig-argwöhnisch beäugt wurde.

Es wurde trotz Nebel, Kälte und teilweise null Sicht eine spannende Wandertour um den Steinbruch am Plettenberg herum zum Schafberg. Von unten war es meistens ziemlich nass und schlammig und wir mussten um viele Schlammlöcher drumrum laufen. Von oben tropfte es von den Bäumen und die feuchte Nebelluft kroch überall hin. Heute hatte ich die Handschuhe mit und auch an. Ansonsten gings gut bergauf und bergab, so dass man eigentlich immer warm blieb.

Besichtigt wurde der Gespaltene Stein und die Aussicht vom Wenzelstein war fast schon wieder gut. Runter gings zum Aufstieg auf den Lochenstein, den wir heute allerdings weggelassen haben. Und dann schön umständlich teilweise querfeldein wieder zurück nach Rosswangen.

Dort amüsierten wir uns über ein paar Eingeborene, die uns anstarrten wie Aliens, als wir uns umzogen und die Schuhe am Bach saubermachten. Wahrscheinlich kommen da nicht so oft Fremde hin und die haben jetzt nen ganzen Monat was zu erzählen…

Jo. Ein Tag ist noch über vom langen Wochenende. Mal gucken, was wir damit anstellen.

Aussicht ins Nichts - so wie hier vom Wenzelstein sah das überall aus
Bärlauchkolonien en masse, genug für alle
Rumturnen am Gespaltenen Stein - leider war es zu nass und rutschig
Da steh ich im Gespaltenen Stein drin


verzapft von Ilona um 21:21 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Sonntag, 16.05.2010

Lochenstein

Heute am Sonntag machte das Wetter wie vorhergesagt auf trocken. Trotzdem ließen wir uns früh bisschen Zeit mit dem Loskommen. Erstmal ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann reichts immer noch.

Heute hatten wir uns in Fortsetzung der gestrigen Runde das Hörnle und im Anschluss den Lochenstein ausgesucht. Auf letzterem waren wir schon mal, aber da sind wir so gut wie mit dem Auto hochgefahren und das gilt ja nicht.

Los gings in Tieringen am Sportplatz, da zwang uns irgendein Volkslauf, einen Umweg zu fahren, aber ich hatte ja jemanden mit, der sich gut auskennt. Von dort aufs Hörnle, das war mal gar kein Problem, denn oben waren wir eigentlich schon. Die Aussicht ist dort phänomenal und einfach auf kein Foto zu bekommen. Wie die Albkante eben so ist: Liebliche endlose Wiesen und plötzlich ein Abgrund. Wir lasen einen Gedenkstein von nem Radler, der hier ne Radumdrehung zu weit gefahren war….

Runterweg vom Hörnle durch Bärlauchplantagen und nem wilden Bannwald

Vom Hörnle gings dann einen wilden Waldweg (leider ziemlich dreckig) runter nach Weilstetten. Wieder so ein Hinterwäldlerdorf, wir hätten gerne irgendwo nen Kaffe oder ein Bier getrunken, aber da waren die Bürgersteige zwar runtergeklappt, aber der Mond mit der Stange hochgeschoben – und kein geöffnetes Lokal.

Da knips ich grad das, wo wir gleich hinwollen: Den Lochenstein. Das ist das Felschen dort an dem Hügelchen im Hintergrund. Mit etwas Fantasie erkennt man das Gipfelkreuz

Egal. Gings eben weiter. Wir wollten wieder hoch auf den Lochenstein. Dort waren wir vor paar Wochen schon mal auf dem Rückweg von ner Shoppingtour beim Larca, aber mit dem Auto hochfahren zählt ja nicht. Inzwischen hatte das Wetter auch umgeschlagen und es regnete ein bisschen und manchmal ein bisschen mehr. Aber ein feines Wanderwegle führte da hoch, das machte so richtig Spaß, auch wenn man die ganze Zeit ziemlich balancieren musste, weil es nass, dreckig und rutschig war. Sich auf den Boppes zu legen, war heut das letzte was ich wollte….

Frau Ilona auf dem Lochenstein. Prima Wanderweg führt da hoch und da gehts richtig schön steil runter

Dann waren wir oben (das letzte Stück Steilaufstieg ist so richtig lecker!!!) und knipsten uns gegenseitig in unseren neuen schicken Regenjacken. Der Rest war gemütliches Spazierenwandern auf der Wiese an der Albkante entlang. Inzwischen hatte es sich eingeregnet und warm war es woanders, aber nicht hier. (Ok, im Allgäu wohl erst recht nicht….)

Fein. Ich staune manchmal, wie wenig einem der Regen ausmacht, wenn die Tour so klasse ist. Und noch mehr staune ich oft, in was für ner klasse Gegend ich wohne.

verzapft von Ilona um 18:34 Uhr | 5 Kommentare | TB

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Samstag, 22.05.2010

Pfingsten im Schwarzwald (Episode 1)

Endlich blauer Himmel, Sonne und T-Shirt-Temperaturen! Wir haben gerade drei herrliche Wandertage im Schwarzwald hinter uns und festgestellt, dass man bei schönem Wetter auch ganz gut unterwegs sein kann. :zwinker:

Das Herzogenhorn

War richtig nett, wir hatten ein Zimmer in Menzenschwand, um uns die Fahrerei jeden Tag zu sparen. Von dort aus haben wir feine und vor allem weite Touren gemacht.

Am Samstag gings erstmal aufs Spießhorn. Von dort zur Krunkelbachhütte zwecks Einnahme kohlensäurehaltiger Erfrischungsgetränke. So gestärkt erklommen wir das Herzogenhorn, wo ein richtig feiner Wandersteig hochführt (zumindest bis zu der Stelle, wo dann die Autotouristen aus Richtung Parkplatz Leistungszentrum schnaufend dazustoßen).

Blick vom Herzogenhorn auf den Feldberg

Nachdem wir die Aussicht in alle Richtungen gehörig bewundert hatten, beschlossen wir, dieses Leistungszentrum zum Kaffetrinken aufzusuchen. Das war dann das erste Erlebnis der etwas anderen Art für heute. Offensichtlich bereiteten sich dort gerade ein paar Sport- und Leistungstrinkervereine auf einen bevorstehenden Wettkampf vor. Die Gäste dort auf der Terrasse machten jedenfalls durchweg den Eindruck, als hätten sie gerade eine harte Trainingseinheit hinter sich. Dazu kam eine völlig überforderte, dafür aber untermotivierte Thekendame. Einfach herrlich! Normalerweise müssten sie für die Milieustudien, die man da betreiben kann, Eintritt nehmen. Wir hatten die Show umsonst und der Kafi war zwar nicht gut, aber besser als erwartet.

Der Menzenschwander Wasserfall - das Wasser stürzte aus der schwindelnden Höhe von ca. 3 Metern in den Abgrund

Für den Heimweg hatten wir uns einen Weg ausgesucht, den es offenbar nur auf der Karte gab. Trotz intensiver Suche und Querfeldeinlaufen gerieten wir schließlich auf etwas, was man nur mit viel gutem Willen als Trampelpfad bezeichnen konnte. Trotzdem war es gut zu laufen und bescherte uns noch ein paar schöne Ausblicke ins Tal Richtung Menzenschwand. Runter gings dann auf einem prima Zickzackweglein durch den Wald und wir kamen direkt am Menzenschwander Wasserfall raus, den wir natürlich noch besichtigen mussten.

Kleine Sonnenpause auf der Wiese vorm Ortseingang mit Schuhe lüften und im Gras rumliegen (Sommerfeeling!) und dann gabs nochn Bier an der ersten Kneipe, die uns übern Weg lief (“Wir haben aber nur 0,4er Gläser!”).

Auf dem weiteren Heimweg durchs Hinter- und Vorderdorf staunten wir über die vielen geschlossenen Lokale und “zu verkaufen”-Schilder an den Häusern. Sogar die Schwarzwaldklinik stand zum Verkauf. Na sowas!

Unsere Wirtin wusste zu berichten, dass viele Restaurants und Pensionen ganz einfach pleite gemacht haben, weil die Gäste ausbleiben. Scheinbar ist der Schwarzwald nicht mehr “in” für deutsche Urlauber, die fahren lieber an den Gardasee oder nach Gran Canaria.

Und viele Gastgeber können auch wohl einen gewissen Hochmut aus der Zeit, als es mehr Gäste als Betten gab und man sich deshalb nicht unbedingt um jeden Gast bemühen musste, nicht ablegen. Und jemand, der eine Absage bekommt, weil er nur eine Nacht bleiben will, wird auch nicht wieder nachfragen, wenn er mal länger urlauben will.

Die Hochnäsigkeit sollten wir gleich am selben Abend noch spüren bekommen, als wir etwas essen gehen wollten: In zwei Kneipen sind wir komplett ignoriert worden, die haben wir verlassen, als sich nach 10 Minuten warten immer noch niemand blicken ließ (und das, obwohl wir vom Personal gesehen worden sind!). In der dritten Kneipe kam zwar sofort jemand, aber nur um uns mitzuteilen, dass die Küche schon kalt ist (es war kurz vor 19 Uhr).

Und in der vierten Lokalität war man dann endlich gewillt, zwei hungrigen Wanderern etwas zu essen zu geben. Herrje, was für ein Akt, das war ja wie zu DDR-Zeiten!

Immerhin endete der Abend dann gemütlich auf der Terrasse an der Pension mit nem Gläschen Wein.

verzapft von Ilona um 21:52 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Sonntag, 23.05.2010

Pfingsten im Schwarzwald (Episode 2)

Am Sonntag war strahlend blauer Himmel und draussen spielte ne Blaskapelle auf zum traditionellen Pfingstwecken, wie wir später erfuhren. Frau Wirtin erwartete uns im Trachtenkleid zum Frühstück und das war wie vermutet reichlich und lecker.

Pause in der Hütte auf dem Weg Richtung Herzogenhorn

Gleich nach selbigem gings auch los, wieder in Richtung Herzogenhorn, allerdings ohne vorher aufs Spießhorn und auch auf einem anderen Weg, nämlich dem Krunkelbachweg. Aufs Herzogenhorn gings auch nicht nochmal ganz hoch, kurz vorher sind wir abgebogen in Richtung Blößling, das ist ein Berg auf der anderen Seite des Tales, den ich mir wegen des niedlichen Namens ausgesucht hatte. War zwar bisschen weit, aber wir hatten ja Zeit.

Blick auf die Motorrad-Rennstrecke

Der Weg dorthin war feines Spazierenwandern bei allerbestem Wetter und noch besseren Aussichten. Verständnislos guckten wir an einer Stelle auf die sich durchs Tal schlängelnde Straße, auf der die Motorradfahrer Rennen fuhren, als ob es verboten wird. Das werde ich wohl nie verstehen, wie man sich bei solch einem Wetter freiwillig in einen Lederpanzer zwängen und einen Rundumhelm aufsetzen kann, um dann bei halsbrecherischer Kurvengeschwindigkeit sein Leben zu riskieren…. Aber sollen sie ruhig, dann haben wir hier oben im Wald mehr Ruhe und für ausreichend Spenderorgane ist auch gesorgt.

Auf dem Weg zum Blößling musste wir solch eine Straße überqueren und dazu ziemlich weit runter. Es folgte ein cooles Ausdauertraining: Ca. eine Stunde Bergauflaufen am Stück. Zu diesem Zweck hatte sich sogar die Sonne hinter ner Wolke versteckt, so dass es nicht zu warm war. Aufm Gipfel wars dann ganz schön frisch, aber gemütlich mit Hütte und Bänkle und feiner Aussicht runter ins Tal nach Bernau. Auf der anderen Seite sahen wir auch schon unseren Heimweg den Berg rauf.

Eine etwas baufällige Bank an einer idyllischen Wiese

Aber erstmal mussten wir runterfinden und das war bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Wege gar nicht so einfach. Wir mussten desöfteren die Karte zu Rate ziehen, der wir aber seit gestern nicht mehr so richtig trauten. Immerhin sahen wir dann von halb oben schon eine Biertankstelle, zu erkennen an den Sonnenschirmen. Das letzte Stück gings dann über die Wiese. Endlich was zu trinken! Das war heute hart erarbeitet.

Wobei ich aber sagen muss, dass ich immer Wasser dabei hab, wenn ich zuwenig trinke, habe ich am Abend fürchterliche Kopfschmerzen. Da verlasse ich mich lieber nicht auf eine regelmäßige Kneipenfrequenz, das klappt in den seltensten Fällen. Wasser kann man hier im Schwarzwald auch regelmäßig auffüllen: Da sind immer irgendwelche Quellen, Brunnen oder klare Bergbäche. Andi kommt komplett ohne Wasser aus, wahrscheinlich war er mal irgendwann Kamel. :kicher:

Nach der Pause gings dann auf der anderen Seite wieder hoch, wir mussten ja noch ein Tal weiter. Dort stießen wir auf einen feinen Panoramaweg mit freier Aussicht ins Tal, bevor es über den Berg wieder hinüber nach Menzenschwand ging. Runterwärts über blühende Wiesen mit der Sonne im Rücken. Womöglich hat das meinen Sonnenbrand auf den Waden verursacht.

In der Pension gabs bei Frau Wirtin auf der Terrasse noch ein Feierabendbierchen, das hatten wir uns verdient, allerdings zogen wir heute freiwillig in den Schatten um. Zum Essen gingen wir ohne Umwege direkt dorthin, wo man auch was bekam und waren wieder zufrieden.

verzapft von Ilona um 21:20 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Montag, 24.05.2010

Pfingsten im Schwarzwald (Episode 3)

Sauerklee

Heute am Montag wollten wir die andere Talseite erkunden. Da bot sich eine Wanderung zum Schluchsee an, der liegt da nämlich dahinter. Ein Weg war schnell gefunden, da gibt es ne gute Auswahl und wie wir schnell feststellten, würden die sich auch hervorragend zum Fahrradfahren eignen. Schön lang, schön ruhig, relativ humane Steigungen und gut befestigt.

Blick von oben auf den Schluchsee

Auf der anderen Seite hatten wir dann auch einen wunderbaren Blick von oben auf den Schluchsee, das Wetter war aber auch tadellos heute, nicht ein Wölkchen am Himmel und schön warm. Wir schlängelten uns runter zum Unterkrummenhof, dort war mal richtig was los. Jetzt wussten wir, warum wir oben im Wald fast allein waren, die Leute saßen alle hier und stritten sich um die Schattenplätze. Der Rest stand in der Schlange nach Wurstsalat und Veschperplatten an.  Auch der Radweg um den See war gut bevölkert, das ist ähnlich wie am Bodensee bei so schönem Wetter.

Wir tranken Radler und knabberten ne Brezel und dann schlugen wir uns wieder in die Büsche. Ein Stück mussten wir durch den Wald bergauf krabbeln, weil es einen eingezeichneten Weg wieder mal nicht gab (vielleicht sollten wir wirklich mal in eine aktuelle Karte investieren). Dabei entdeckten wir einen hübschen Wasserfall und ein paar moosige und sumpfige Plätzchen. Die blühenden Sumpfdotterblumen sind wirklich sowas von gelb!

Füße baden am kühlen Bach im Wald

Jetzt waren wir auf dem Rückweg und weil nach diesem das Wochenende vorbei sein würde, hielten wir den so lang und umständlich wie möglich. Wir nahmen jeden Umweg mit, freiwillig oder aus Versehen und gerieten dabei auf lauschige Plätzchen wie die Schnepfenhalde, das Köpfle oder die Rosshütte.

Schließlich waren wir aber doch auf dem Runterweg und inzwischen meinten auch meine Beine, dass es nun langsam mal reichen würde. Gegen 17 Uhr gabs noch nen Kaffe im Hirschen und sogar das Kamel bestellte sich ein Wasser. :lach:

Blick auf den Titisee

Dann zurück zum Auto, das wir an der Pension stehen lassen durften, gepackt hatten wir schon am Morgen und dann gings heimwärts. Nicht ohne den Beschluss gefasst zu haben, dass wir hier nochmal herkommen mussten. Dann bringen wir die Fahrräder und genug zu Essen mit, falls es bis dahin gar keine Kneipe mehr gibt. Auf jeden Fall hat unsere Vermieterin kein Problem damit, uns ein Zimmer auch für eine Nacht zu vermieten.

Insgesamt wars ein klasse Wochenende. Endlich mal schon fast sommerliches Wetter und die Gegend ist unschlagbar. Den Schwarzwald habe ich ja sowieso ins Herz geschlossen, da geh ich unheimlich gern zum Wandern.

verzapft von Ilona um 21:21 Uhr | 6 Kommentare | TB

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Samstag, 29.05.2010

Allgäu 2010 – Anreise und Rubihorn

Eine Mehlprimel, auch hübsches Blümchen

Endlich Urlaub! Um 6 Uhr sitzen wir im Auto und fahren ins Allgäu. Nach Reichenbach, in die Ferienwohnung von Frau Schöll, die wir schon mal hatten und Anfang des Jahres bereits reserviert haben. Wir sind schon wie alte Leute und fahren jedes Jahr an denselben Ort.

Egal, es ist aber auch zu schön hier und wir haben noch lange nicht alles von hier Erreichbare abgelaufen.

Wir frühstücken wieder an der Tankstelle am Großen Alpsee (wie immer), leider sind allzu knusprige Brötchen nichts für alte Zähne…

Wir fahren durch bis Oberstdorf, um dort Essensvorräte für die bevorstehende Woche zu horten, dies gelingt uns in denkbar kurzer Zeit, warum sich länger als nötig mit solchen Nebensächlichkeiten aufhalten. Auch die Inbesitznahme der Ferienwohnung geht fix, wir haben ja inzwischen Routine und damit sind wir um 10 Uhr abmarschbereit.

Das Rubihorn von seiner schönsten Seite

Aber wohin? Nach Oberstdorf? Gute Idee. Es gibt drei Wege, die von Reichenbach dorthin führen: Einer geht unten an der Iller entlang. Ist sehr nett und was zum Spazierengehen. Dann gibt es den Wallraffweg, da muss man schon ein bisschen bergauf laufen. Und der schönste und umständlichste Weg führt übers Rubihorn und genau den haben wir uns natürlich ausgesucht und für den Rückweg den zweiten Weg in der Liste.

Wetter ist durchwachsen: Warm, aber über den Bergen diffus bewölkt, aber das Rubihorn strahlt uns vom Balkon aus in voller Pracht an. Genau da hoch!

Wilde Orchideen, Knabenkraut, wächst dort überall und sieht wunderschön aus

Immerhin ist dies mein erster (ernstzunehmender) Berg, den ich jemals bestiegen habe und das ganze ist jetzt fast genau ein Jahr her. Wir sind natürlich nicht die einzigen, die da hoch wollen, aber die meisten überholen wir. Auch an der Gaisalpe gibt’s keine Pause, das Hochlaufen macht einfach nur Spaß.

Allerdings merke ich dann doch bald den Unterschied zwischen 300 oder 500 Höhenmeter wandern und hier mal eben 1.100 Hm, so dass ich zwischendrin bisschen schwächle. Der Herr Bergführer an meiner Seite kommt dagegen nicht mal ernsthaft ins Schwitzen. Aber mit zunehmender Höhe wird es auch merklich kälter und die Schneefelder werden immer dichter. Manchmal tröpfelt es ein bisschen.

Das Nebelhorn macht seinem Namen alle Ehre. Trotzdem wollten wir da mal gerne rauf

Die kleinen Kraxeleien zum Schluss finde ich mittlerweile echt fein, das macht mir überhaupt nix mehr aus, auch wenn’s teilweise ziemlich weit runtergeht. Schließlich sind wir oben und leider ist der Gipfel bereits vollständig von einer Wandergruppe aus Oberbayern okkupiert. Haben die keine eigenen Berge? Aber die sind ganz witzig drauf und versuchen Fotos von allen (und das warn ne Menge!) am Gipfelkreuz zu machen. Die Aussicht ist teilweise ziemlich nebelig, aber nach Oberstdorf und später auch zum Gaisalpsee kann man prima runtergucken. Die Fotos sind allerdings nicht zu gebrauchen.

Wir halten uns nicht lange auf und machen uns auf den Runterweg Richtung Oberstdorf. Der ist richtig nett und führt in vielen, vielen Serpentinen bis zur Nebelhornbahn-Station.

Puschliges Räupchen sonnt sich auf dem Blatt

Unterwegs treffen wir zwei junge Leute, die wir im Tobel überholt haben und dann hatte ich meinen inneren Vorbeimarsch. Die beiden meinten nämlich, dass wir mächtig flott unterwegs wären. Der junge Mann sagte, dass er sich gegen uns wie eine lahme Ente vorkommt und dass wir ja megafit wären. Das ging doch runter wie Öl! Zumal die beiden auch nicht zum ersten Mal wanderten, wie sich im weiteren Gespräch herausstellte. Ich finde nämlich immer, dass ich ziemlich lahm bin beim Bergauflaufen. Scheinbar ja doch nicht. Cool.

Dann noch ein Stück weiter runter auf der Strafwanderstraße Richtung Oberstdorf und bald nach rechts auf ein Weglein Richtung Café Breitenberg. Dort gibt’s ne Pause mit Bier, Wasser und Kaffee und wir sehen den herannahenden Regen.

Also schnell zahlen und auf dem Wallraffweg erstmal wieder nach oben. Der Regen erwischt uns bald und wird immer stärker, aber wir lassen uns nassregnen und die Regenjacken im Rucksack. Ist ja nicht kalt. Unten im Tobel überholen wir die Wandertruppe von heute Mittag auf dem Rubihorn. Tja, wieder schneller gewesen.

Unten am Bach noch schnell die Schuhe saubermachen und dann sind wir auch schon fertig für heute. Feine Tour und als Eingehtour auch anstrengend genug.

Und so sehen wir es vom Balkon unserer FeWo aus

Jetzt sitz ich hier mitm Bier und Frau Elli aufm Balkon und schreib diesen Bericht. Das Wetter ist wieder trocken, die Kuhglocken klimpern, die Vögel zwitschern… Die Welt ist einfach in Ordnung so. Urlaub ist klasse. Vielleicht erwisch ich ja morgen die junge Frau Schöll und kann sie dazu überreden, mir den Zugang fürs WLAN hier zu erlauben.

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Sonntag, 30.05.2010

Allgäu 2010 – Waschtag

Heute ist Waschtag. Es sieht so aus, als ob alle Berge gründlich abgewaschen werden, die vom Himmel herabfallende Wassermenge reicht jedenfalls locker dafür aus.

Wir nutzen den Vormittag zum Ausschlafen und anschließendem Zahnarztbesuch in Sonthofen. Nachdem dies erledigt war, haben wir uns uns eine ausgiebige Sitzung im McCafé mit Schokoladenkuchen und Tiramisu-Torte redlich verdient.

Das Wanderzeug ist im Auto dabei, wartet aber genauso vergeblich auf seinen Einsatz wie wir auf das Nachlassen des Regens.

Schließlich fahren wir ins Feriendomizil zurück und verbringen den Tag mit ausgiebigem Faulenzen, während unheimliche Wassermassen vom Himmel herabstürzen. Und reden uns ein, dass es gar nicht so übel ist, wenn sämtlicher für unsere Urlaubswoche geplanter Regen an einem Tag fällt. Dann haben wir für den Rest schönes Wetter.

Wir werden ja sehen….

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Montag, 31.05.2010

Allgäu 2010 – Neuschnee auf den Bergen

Deutlich sichtbar: Da oben hats geschneit.

Nachdem es die ganze Nacht noch runtergesudelt hat, sind wir nicht wirklich überrascht darüber, dass oberhalb 1200 Meter Neuschnee liegt. Schön weiß der Entschenkopf und bis an den unteren Gaisalpsee liegt das weiße Zeug. Kann man nix machen.

Wir frühstücken gemütlich und machen uns auf Richtung Oberstdorf zum Shopping. Es regnet ab und zu und es ist so richtig ungemütlich kalt, aber Geld ausgeben kann man ja immer.

Für mich gibt’s ne Regenmütze, die ich gleich aufsetzen kann und zwei Paar neue Falke-Wandersocken und Herr Caramalz kauft neue schicke Wanderschuhe. Kann frau ja auch nie genug vorrätig haben.

Wir lassen kein Café und keine Bäckerei aus, bisschen gemütlich muss es ja schon sein, wobei ich 3,20 Euro für ne Tasse Pfefferminztee (also heißes Wasser und ein Teebeutel) schon ein bisschen frech finde.

Im Oberstdorfer Käse-Alp-Laden erstehen wir leckere frische Butter vom Fass, Obazda, Bärlauch-Frischkäse und ein riesiges Stück Allgäuer Bergkäse. Damit ist das Abendessen gesichert. Mjamm!

Wir nehmen den Heimweg über Fischen und kriegen doch dort noch ein wirklich oberleckeres dunkles Bockbier vom Fass! Natürlich bleibts nicht bei einem und so laufen wir bisschen angeschickert zurück nach Reichenbach und beschließen, morgen ne Bergtour zu machen, wenn’s nicht grad regnet. Durchn Schnee laufen haben wir ja schließlich den ganzen Winter geübt, was solls also.

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