Dienstag, 01.06.2010

Allgäu 2010 – Regenspaziergang

Die Bergtour-Pläne vom vorigen Abend fallen direkt ins Wasser, oder besser gesagt: in den Schnee. Nee, hier unten regnets nur, aber es ist nicht grad gemütlich warm und oben sehen wir die Schneedecke dichter werden und vor allem weiter nach unten wandern.

So´n Mist!

Egal. Wir ergeben uns in unser hartes Schicksal und frühstücken erstmal gemütlich: Vollkornbrot, Obazda, mittelalter Allgäuer Bergkäse, Bärlauch-Frischkäse, darunter frische Butter vom Fass und als Nachtisch ne Marmeladenstulle. Dazu feiner heißer Kaffee, was will man mehr.

Dann wird bis Mittag gefaulenzt und schließlich werden wir unruhig. Irgendwas muss noch gehen.

Wenn man von Reichenbach nach Oberstdorf will, ist der umständlichste Weg der übers Rubihorn. Wenn man aber von Reichenbach nach Fischen zum Bockbiertrinken will, ist der umständlichste Weg über die Gaisalpe zum Stitzel, dann runter nach Schöllang und über Fischen-Au nach Fischen.

Salamander lieben Matsch und Nässe - wir nicht.

Das ist ein nettes Wegerl. Zur Gaisalpe wie gewohnt durch den triefnassen Tobel, dann links hinter der Gaisalpe vorbei in den Wald. Dann geht’s über den Tobelbach und dann noch ein Stück bergauf durch den Wald und über Wiesen. Richtig nett und sozusagen die Fortsetzung des Walraffweges auf der anderen Seite des Tales.

Merkwürdigerweise rutsche ich auf dem ganz normalen Kiesweg aus und schürfe mir das Knie auf. Ärgerlich, aber halb so schlimm. Ist schon komisch, da balanciert man über Felsen und Abgründe und es passiert nix und auf nem völlig ebenen Weg legt man sich aufn Boppes. Bzw. aufs Knie.

Wir tanken zusammen drei Bockbiere (mannomann, sind die legger!), kaufen noch Gemüse fürs Abendessen ein (sechs Knoblauchknollen) und machen uns dann auf den Heimweg über Rubi. Ja, auch wieder ein Umweg, aber irgendwie tut Bewegung not. Und wenn man warmgelaufen ist, stört auch der ständige Nieselregen kaum. Mittlerweile laufen wir in T-Shirts.

So. Und jetzt gibt’s gleich Abendessen und dann hoffen wir auf Wetterbesserung für morgen. Irgendwann wird das schon. Und wenn nicht, dann ist morgen wieder ein McCafé-Besuch dran. Muss man ja ausnutzen, so was hier ganz in der Nähe zu haben.

verzapft von Ilona um 19:30 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Mittwoch, 02.06.2010

Allgäu 2010 – Shopping und Langeweile

Langsam weiß ich nicht mehr, was ich schreiben soll. Den vierten Tag in Folge ist es am Runtersudeln und heute wieder besonders kräftig und ohne Pausen.

So verbringen wir den Vormittag mit Vorräte auffüllen in Oberstdorf und anschließendem McCafé Besuch. Danach fahren wir noch nach Sonthofen ins Allgäu-Outlet, aber da gibt’s nichts für uns zu kaufen, das ist alles son Schicki-Micki-Kram, den wir erstens nicht kennen und der uns zweitens nicht gefällt. Erst später merken wir, dass wir Outlet mit Outdoor verwechselt haben. Da gibts nämlich noch nen Laden in Sonthofen, der heißt World of Outdoor. Na ja, mal merken fürs nächste Mal.

Was macht man nicht alles für Faxen aus purer Langeweile. Ich musste immer raten, wer das ist.

Den Rest des Nachmittags bzw. Abends versuchen wir, uns nicht zu Tode zu langweilen. Ich hab mir in Oberstdorf ein neues Buch gekauft, Strickzeug hab ich ja eh mit.

Ob es wohl morgen besser wird?

verzapft von Ilona um 19:34 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Donnerstag, 03.06.2010

Allgäu 2010 – Besler bei Regen

Der morgentliche gespannte Blick aus dem Fenster bestätigt, was die mittlerweile sattsam bekannte Geräuschkulisse andeutet: Es regnet, die Wolken hängen so tief, dass nicht mal die halbhohen Berge zu sehen sind. Man könnte denken, man ist im Flachland.

Wir beschließen, trotzdem heute rauszugehen. Der Besler soll es werden und so machen wir uns auf den Weg nach Obermaiselstein, wo wir das Auto parken. Gerade regnet es wieder besonders heftig, deshalb fahren wir erstmal auf den Riedbergpass zum Gucken. Zu sehen ist aber nichts, nur Regen, Nebel und tiefhängende Wolken.

Wieder unten angekommen, rüsten wir zur Tat und laufen den leicht ansteigenden Königsweg über die Jagdhütte, die gerade neu gebaut wird. Manchmal wirkt der Nebelwald richtig gruselig, aber die Regenjacken bleiben noch im Gepäck. Der Anstieg ist anstrengend und wir schwitzen, da ist ne Regenjacke immer so unangenehm. Es ist unheimlich grün überall und zur Blütezeit wird’s hier ne Menge Gelben Enzian geben, der sprießt hier nur so mit den großen charakteristisch gerippten Blättern aus den Wiesen.

Der Weg wird steiler und ich notiere mir im Hinterkopf, doch bitte nicht noch einmal ohne Frühstück loszulaufen. Das wird ganz schön eng mit der Kondition, die kurz vorm Gipfel am Ende ist. Wir sparen uns das kalte, rutschige Stück Klettersteig und laufen den Wanderweg hoch, queren noch ein paar Schneefelder.

Oben angekommen ist die Aussicht gleich Null, wie schon die ganze Zeit über. Wenn der Weg nicht ausgeschildert wäre und wir ihn nicht kennen würden, hätten wir uns schön verlaufen können in der Suppe.

Am Gipfelkreuz gibt’s ne kurze Pause für ne Frau mit Batterien alle, dann geht’s runterwärts. Das geht dann wieder ganz gut, aber die Steine und Wurzeln sind irre rutschig und wir müssen gut aufpassen, wo wir hintreten.

Wir laufen denselben Weg wieder bergab und nach ca. 6 Stunden Laufzeit bin ich froh, wieder am Auto zu sein. Andi macht noch die Schuhe sauber und ich versuch, nicht allzu sehr zu frieren. Wenn Batterien alle sind, bleibt auch nicht viel für Körperwärme übrig.

In der FeWo erstmal ne heiße Dusche, danach heiße Brühe und jetzt gleich Nudeln!!! Speicher auffüllen. Danach ist der Bauch warm und die Welt wieder in Ordnung.

Bilder gibt’s keine, das will ja keiner wirklich sehen bei dem Wetter. Trotzdem sind wir froh, heut draussen gewesen zu sein, so langsam fällt uns ja hier die Decke auf den Kopf.

Feine nasse Tour, das machen wir morgen wieder. Vielleicht hat das Wetter ja doch noch Erbarmen mit uns für die letzten drei Tage…

verzapft von Ilona um 19:39 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Freitag, 04.06.2010

Allgäu 2010 – Nebelhorn und Gaisalphorn

Heute wurde ich bereits früh aus dem Bett geworfen. Der Grund war, man glaubt es kaum: Über Rubihorn und Entschenkopf tat sich blauer Himmel auf und es regnete überhaupt gar nicht! Und dort oben lag weniger Schnee, als ich befürchtet hatte.

Also schnell frühstücken und halb acht in der Frühe waren wir unterwegs durch den Tobel Richtung Gaisalpe. Das war gar nicht so lustig, wie es mir vorkam, denn da waren etliche Sachen abgerutscht durch den tagelangen Dauerregen. Oben stand sogar ein Schild, dass der Tobelweg gesperrt sei, das hatten sie wohl unten vergessen.

Weiter gings zum Gaisalpsee, im Gegensatz zu gestern war ich heute richtig fit und die Bergauflatscherei machte ordentlich Laune. Allerdings waren da vorher jede Menge Kühe hochgegangen und die Wege waren so richtig vermatscht. Wenn man nicht aufpasste, stand man knietief da drin, wir musste ein paar Umwege in Kauf nehmen.

Ausblick zum Oberen Gaisalpsee - der noch aussieht wie ein Eissee

Diesmal gings aber nicht aufs Rubihorn, sondern wir hatten heute das Nebelhorn im Visier, da waren wir nämlich noch gar nicht. Dazu nahmen wir den Weg links ab vom Gaisalpsee hinauf zum oberen Gaisalpsee. Konnte man prima laufen und der kleine Gaisalpsee war noch ein richtiger Eissee mit Schnee drumrum, das sah vor allem von weiter oben klasse aus.

Durch den Schnee Richtung Nebelhorn, hier oberhalb des Oberen Gaisalpsees

Je höher wir kamen, desto mehr kam die Sonne raus. Der Nebel bzw. die Wolken hatten wir hinter uns gelassen. Also erstmal kurze Klamotten an. Kaum zu glauben, dass wir gestern noch frierend durch den Regen gestapft sind. Aber auch der Schnee wurde mit zunehmender Höhe mehr. Zum Anfang waren es nur vereinzelte Schneefelder, die den Weg kurz bedeckten, aber irgendwann war der Weg dann einfach unterm Schnee verschwunden.

Das ist der besagte Buckel, auf den wir durchs Gras aufgestiegen sind. Und das zwei Mal.

Hm. Was denn nun? Die Richtung wussten wir ja, also stapften wir weiter und schlängelten uns über die Grasfelder zwischen den Schneemassen durch. Dann gabs nur noch zwei Möglichkeiten: Links weg durch ein Schneefeld mit ungewissem Ende oder einen steilen Grashang hoch zu einem Sattel, wo vermutlich der Weg wieder zu sehen wäre. Oder auch nicht.

Runtergucken und Aussicht genießen

Andi meinte, wir müssen durch den Schnee, aber ich setzte mich mal durch und wir krabbelten den Grashang hoch. Das war steil und anstrengend, aber wenigstens schneefrei. Immerhin bot sich von oben ein grandioser Ausblick ins Tal. Unten war die Station Seealpe der Nebelhornbahn und darüber die schneebedeckten Berge des Allgäuer Hauptkammes. Hach!

Ausblick vom Buckel zur Station Seealpe der Nebelhornbahn

Von dort oben sahen wir auch ein paar Wege, aber davon würde heute wohl nur der untere für uns in Frage kommen, oben lag noch viel zu viel Schnee für waghalsige Klettereien. Es half also nichts, hier mussten wir im Sommer wohl nochmal her.

Auf dem Weg zum Nebelhorn bzw. zum Edmund-Probst-Haus

Das nächste Stück Weg zum Edmund-Probst-Haus (auch Bergstation Höfatsblick der Nebelhornbahn) war ein richtiges Sahnestückchen. Es ging rauf und runter mit allem, was zu nem feinen Wanderweg dazugehört. Auch Stapfen durch Schneefelder, aber das war nicht schlimm, nur teilweise ganz schön nass, wenn der Fuss auf einmal bis zum Knie im Schnee steckte. Uns kamen haufenweise Halbschuhtouristen entgegen, die sich von der Bahn haben hochkarren lassen und fast alle nach dem Weg zur Gaisalpe oder zum Rubihorn fragten. Wir konnten uns gar nicht vorstellen, wie die das schaffen wollten…

Schließlich waren wir beim Edmund-Probst-Haus und wollten natürlich noch ganz hoch, aber das ließen wir uns schnell ausreden. Da lag einfach zuviel Schnee auf dem Weg nach ganz oben und das hätte zuviel Zeit gekostet und patschnasse Schuhe hinterher, mit denen wir wieder zurück gemusst hätten.

Wir schauten uns das Brimborium auf der Terrasse des Hauses an. Da saßen und lagen Leute in Liegestühlen und ließen sichs gut gehen. Na ja, wer´s mag…. Mich würde bei dem schönen Wetter keiner in so ne Bahn kriegen, das wär mir zu wenig.

Primel oder Schlüsselblumen. Die blühten da zuhauf

Wir rätselten nun über den Runterweg und eigentlich sahen wir da nur die Straße und das hieß Strafwandern bergab. Nö, fiel schon mal aus. Eine andere Möglichkeit war der Gleitweg ins Oytal runter, aber da wussten wir nicht, inwieweit der schon gangbar war. Also auch nicht.

Blieb nur: Das Ganze wieder retour und als Sahnehäubchen und weil wir das Café Breitenberg nicht verfehlen wollten, den Weg finden zum und die Kletterei übers Gaisalphorn und dann den bereits bekannten Serpentinenweg übers Roßbichel runter nach Oberstdorf.

Auf dem Rückweg übers Gaisalphorn zieht Nebel auf

Gesagt, getan. Diesmal sind wir allerdings nach dem Willen des Herrn Bergführer übers Schneefeld gestapft (sogar durch zwei ziemlich lange und rutschige), Frau Herrmann immer tapfer hinterher. Nur um dann wieder vor dem Grashang zu stehen wie heut vormittag. Ich grinste breit vor mich hin und wir machten uns auf den Weg nach oben. Das konnten wir ja schon gut. Oben kurzes Verschnaufpäuschen, wo wir den Nebel begutachteten, der inzwischen aufzog und dann ging ein ganz schön abenteuerlicher Weg auf dem Grat entlang, an Lawinenschutzgittern vorbei und später ums Gaisalphorn herum, erst steil runter, dann steil rauf und an der Felswand entlanggehangelt… Herrje!

Irgendwie waren wir dann oben und wie schon beim letzten Gaisalphornbesuch: Null Sicht, nur Nebel ringsherum. Schade!

Dann gings ans Abklettern: Die Stelle mit der Leiter, dann am Seil bergabhangeln und zum Schluss noch lecker über den Grat auf die andere Seite. Wir wurden von einer Familie mit nem kleinen Mädchen beobachtet, die überlegten, ob sie rübergehen, es dann wohl aber verwarfen. Ehrlich gesagt, mit nem Kind würde ich das nicht mal ansatzweise in Erwägung ziehen.

Wo kommt denn der dritte Rucksack her?

Der Restweg ist bekannt, durch unendlich scheinende Serpentinen bergab zur Station Seealpe, dann zum Café Breitenberg, Päuschen mit Bier, Kaffe und Eis. Mjamm.

Den Walraffweg ließen wir heute weg und legten noch ne stramme ca. einstündige Nordic-Walking-Runde unten an der Iller hin. Ziel war das Lokal in Fischen, wo es die leckeren Allgäuer Kässpatzen gibt.

Füße baden an der Iller. Herrlich nach 12 Stunden Fußmarsch

Vorher noch bisschen die qualmenden Füße in der Iller baden und die Wanderschuhe saubermachen.

Wir waren insgesamt ca. 12 Stunden unterwegs, wenn man die Pausen wegrechnet, vielleicht 10 Stunden Gehzeit. Hört sich jetzt viel an, aber bei dem Wetter merkt man das gar nicht. Endlich mal wieder ein richtiger Sommerwandertag! Hat sich die Warterei und das Ausharren hier doch gelohnt.
Und wenn der Wetterbericht stimmt, wird das morgen noch besser.

verzapft von Ilona um 19:49 Uhr | 3 Kommentare | TB

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Samstag, 05.06.2010

Allgäu 2010 – Entschenkopf und Gängele

Enzian blüht überall

Heute wollte das Wetter wohl alles nachholen, was es letzte Woche versäumt hatte. Der Morgen begrüßte uns mit blauem Himmel und kristallklarer Luft. Sicht bis zum Nordpol. Ich schmierte mir meine vom Vortag arg verbrannten Gliedmaßen nebst Gesicht dick mit Sonnencreme ein und diesmal liefen wir gleich mit kurzen Klamotten los.

Wir hatten uns heute den Entschenkopf ausgesucht. Das war mein zweiter Berg voriges Jahr nach dem Rubihorn und ich kann mich kaum noch dran erinnern. Wohl, weil ich alles wie in Trance gelaufen bin vor lauter Angst vor der Höhe. Deshalb wollte ich da nochmal hoch, um die Sache richtig zu genießen.

Vorab: Ich bin heftig erstaunt, dass ich das voriges Jahr überhaupt durchgestanden habe bei meiner Höhenangst.

Wir starten früh gegen 7 durch den immer noch abgesperrten Tobelweg zur Geisalpe. Um diese Zeit ist auch auf dem Parkplatz noch nicht viel los. Wir werden lediglich von drei Männern überholt, die sich wohl gegenseitig beweisen mussten, wie schnell sie konnten.

Von der Gaisalpe gings diesmal geradeaus weiter in Richtung Falkenjoch. Ziemlich steiler Aufstieg durch Wald und Wiesen, auf denen die Sonne schräg drüber schien und die Tautropfen glitzern ließ. Richtig klasse, obwohl der Weg oft ziemlich schlammig war. Aber darüber braucht man sich ja bei dem Regen nicht wundern.

Der Weg auf den Entschenkopf führt dort auf dem Grat nach oben. Sieht schlimmer aus, als es ist.

Machte Spaß, wenn man den Rhythmus gefunden hatte. Die lange Tag vom Vortag merkten wir ja doch ein bisschen. Vom Falkenjoch nach rechts und dann sahen wir auch schon den Aufstieg. Auch paar Schneefelder waren da ganz oben, aber wir hofften mal, dass wir da nicht durch mussten.

Fotopose auf dem Grat. Rechts und links gehts hübsch runter.

Los gings. Wie gehabt durch steilen Schotter, das störte mich dieses Mal nicht so, weil ich mit den Stäbchen ganz gut ausbalancieren und mich hochdrücken konnte. Ging prima, war halt nur steil und ich war wohl wie immer bisschen zu schnell, so dass ich oft verschnaufen musste. Aber da konnte man wenigstens mal bisschen nach unten gucken und die phänomenale Aussicht genießen.

Dann kam die Kletterstelle und die Stelle, wo man sich auf nem engen Steg um den Berg drücken muss, ging alles gut. Zum Schluss nochmal jede Menge steiler Schotter, den ich dann nicht mehr so toll fand, weil die Stäbchen inzwischen im Rucksack waren.

Zum Schluss das Stück über den Grat, da stand ich heute sogar Fotomodell, war voll klasse die Aussicht.

Auf dem Gipfel des Entschenkopf. Herrliches Wetter und ebensolche Aussicht

Auf dem Gipfel waren wir erst alleine und machten lange Pause. Eine Wahnsinnsaussicht war zu genießen und das machten wir ausgiebig. Dann wurde es so nach und nach voll da oben. Aus allen Richtungen kamen zunächst die einsamen Wanderer, die schweigsam den Berg hinaufstapfen, sich genauso schweigsam oben ein trockenes Hemd anziehen und ihr karges Mahl verspeisen, bestehend aus harter Wurst und trockenem Brot. Die echten Bergleute halt… ;-)

Auf dem Runterweg vom Entschenkopf

Als wir uns auf den Runterweg machten, wurde das Publikum dann bunter und schwatzhafter und immer wenn wir zurückschauten, wars da oben noch voller geworden.

Weiter runter und dabei bisschen klettern

Wir liefen bzw. kletterten auf dem bekannten Wegerl auf dem Grat entlang mit reichlich Fotopausen. Wetter war nach wie vor voll sonnig und inzwischen briet einen die Sonne ganz hübsch, aber hallo! Am Gängele hatten wir viel Spaß und dachten an den einsamen Wanderer, den wir voriges Jahr dort gesehen hatten, als er dort am Grat oben weiterlief in Richtung Nebelhorn. Wir gaben uns alle Mühe, konnten aber nicht mal ansatzweise einen Pfad dort entdecken. Abenteuerlich genug sah es ja aus.

Hier hangele ich mich gerade am Gängele entlang. Macht Spaß!

Weiter gings runterwärts wieder durch diese abgerutschte Stelle (die ich wohl verdrängt hatte, bis ich sie jetzt wiedersah), aber auch das ging mit den Stäbchen viel sicherer! Ich will die Dinger bei keiner Wanderung mehr missen!

Dann waren wir auch schon bei der Weggabelung, wo wir gestern rechts in Richtung Nebelhorn gelaufen sind. Ganz nebenbei sahen wir noch vier Wanderer, die an der Stelle, wo wir uns gestern nicht getraut haben (siehe Foto), weitergelaufen sind. Das wollten wir auch mal machen! Aber erst später im Jahr bei wesentlich weniger Schnee.

Ausblick auf den Gaisalpsee. Beliebtes Familienausflugsziel bei dem Wetter.

Wir liefen runter zum oberen, dann zum unteren Gaisalpsee und wunderten uns, wieviel und vor allem was für Leute uns da noch im Aufstieg entgegen kamen. Ganz bestimmt nicht lustig, mitten in der Mittagshitze. Da hat man ja schon beim Bergablaufen genug zu tun!

Noch mehr Wanderverkehr war zwischen Gaisalpsee und Gaisalpe, aber kein Wunder bei dem Wetter. Und da liefen alle möglichen Leute mit Turnschuhen und sogar Sandalen herum, ein richtiges Sammelsurium.

Auf der Gaisalpe war auch gut was los. Dort gabs für uns kalte Getränke und ein erfrischendes Lüftchen zur Abkühlung. Das war so erfrischend, dass ich schon wieder gefroren habe.

Ein vorwitziger Käfer

Ab durch den Tobel nach unten, Schuhe sauber machen und nach ner Tasse Kafi in der FeWo geht’s gleich noch nach Fischen zum Abendessen fassen. Irgendwie muss ich ja meine neuen Teva-Sandaletten noch spazieren führen und dass ist meine letzte Chance.

Wieder ne klasse Tour, der Entschenkopf ist schon was besonderes. Vor allem die Rücktour übers Gängele macht Spaß. Vor allem nicht grad einfach zu gehen und deshalb hab ich mich gewundert, wie ich das voriges Jahr gemacht habe…

Morgen ist ja schon Heimreise angesagt, allerdings nicht, bevor wir nicht noch was gewandert sind.

verzapft von Ilona um 20:24 Uhr | 1 Kommentar | TB

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Sonntag, 06.06.2010

Allgäu 2010 – Breitenberg

Die bereits bekannte Puschelblume

Abreisetag. Und weiterhin schönes Wetter. Also wieder früh raus, schnell gefrühstückt, Sachen zusammengepackt und ins Auto geworfen. Das Finanzielle mit Frau Schöll hatten wir am Abend vorher schon geregelt, damit wir sie heut nicht wecken mussten.

Ganz schön müde war ich und meine Beine auch. Wir hatten uns den Breitenberg für heute ausgesucht und ich war schon gespannt, wie ich da hochkommen wollte. Momentan fühlte sich das so an, als ob mich jemand schieben müsste…

Auch den Breitenberg kannten wir schon, den hatten wir ja vorigen Herbst schon mal bestiegen, damals zusammen mit den Hohen Gängen und der Rotspitze. Heute wollten wir da nur hoch und wieder runter ins Retterschwanger Tal, damit wir nicht zu spät nach Hause kamen.

Wir parkten am E-Werk und liefen erstmal an der Ostrach entlang um den Berg herum, vorbei am Kutschenmuseum und den lustigen Heufiguren. Da waren noch paar dazu gekommen.

Eine ganz heiss bekleidete Strohdame bei Hinterstein
Noch mehr Strohkreationen hocken im Wald und warten auf Wanderer


Dann ging rauf, einen ziemlich zerfahrenen steinigen Serpentinenweg durch den Wald. Hier wehte kein Lüftchen und es war unglaublich heiß, uns lief der Schweiß nur so runter.

Der natürliche Steingarten am Breitenberg - leider auf dem Bild nur ansatzweise zu erkennen

Bergauflaufen ging grad so, als der Rhythmus gefunden war, gings fast nonstop bis zur Wiese vor der Älpe-Alpe, von eine paar Trinkpausen mal abgesehen. Hier wehte dann auch ein kühlendes Lüftchen und das Wandern durch diese herrlichen Frühlingsblumenwiesen war auch zu schön. Sah aus wie ein Steingarten und blühte in Blau, Gelb und Weiß, richtig klasse!

Aber es ging auch steil bergan, später waren die Wiesen zu Ende, dann kam nur noch steiles Geröll zum Hochklettern, puh, war das anstrengend. Ich brauchte wirklich ne Pause nach nunmehr vier Tagen nonstop Wandern.

Der Wanderweg auf den Breitenberg

Aber auf den Breitenberg schaffte ich es noch und überlegte, wie ich das im Herbst hinbekommen habe, danach noch lustig über die Hohen Gänge zu klettern, die Rotspitze zu besteigen und am nächsten Tag sind wir ja auf den Widderstein geklettert? Muss wohl an meiner diesjährigen Fitness noch bisschen orbeidn…

Der Runterweg war lang, steil und nicht minder anstrengend, weil man in dem steilen Geröll gut aufpassen muss, wo man hintritt und dass man nicht abrutscht. Ausserdem war es in dem Talkessel höllisch heiß, es wehte kein Lüftchen. Rauflaufen hätte ich da nicht wollen, die paar Leute, die uns entgegenkamen habe ich nicht beneidet. Es waren auch nur sehr wenig Leute überhaupt unterwegs, fand ich.

Hier mal Puschelgras

Nach insgesamt 6 Stunden waren wir dann gegen 14.00 Uhr wieder am Auto und steckten noch ne halbe Stunde die Füße in die Ostrach, hach war das schön! Dann suchten wir uns ne Kneipe in Hinterstein zwecks Kaffe- und Wassernachfüllen und dann gings auf den Heimweg. Wie erwartet, waren die Straßen voll vom Sonntagsheimreiseverkehr, aber da mussten wir wohl durch.

Klasse Urlaub war das wieder! Die letzten drei Wandertage haben das Regenwetter mehr als wettgemacht und jetzt habe ich das Gefühl, ich wäre drei Wochen weggewesen. Was wohl heißt, dass das mit dem Abschalten richtig gut geklappt hat!

Nun gehts erst im August weiter, Ideen für viele weitere Touren sind vorhanden und die FeWo ist auch schon gebucht. Wie gesagt… wir fahren ja immer an denselben Ort.

verzapft von Ilona um 20:35 Uhr | 1 Kommentar | TB

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Montag, 14.06.2010

Unabhängigkeit

Musste gerade am Wochenende wieder daran denken, wie prima das ist, so unabhängig zu sein. Einfach ok sagen zu können, wenn einem jemand vorschlägt, mal eben übers Wochenende wegzufahren, ohne erst groß organisieren zu müssen. Die einzige Sorge gilt dem doch eher wechselhaften Wetter zur Zeit. Paar Klamotten in die Tasche geworfen nebst Zahnbürste und Duschbad und los gehts.

Heraus kam wieder ein prima Wanderwochenende rund um Menzenschwand, bei dem sogar das Wetter wesentlich besser war als die Vorhersage. Frau Wirtin freute sich richtig, uns so schnell wieder zu sehen und wir bekamen diesmal ein richtig schickes Balkonzimmer mit Blick aufs Spießhorn.

Und da wir immer noch nicht alles abgelaufen sind und die Gegend auch zu schön ist (die Wildblumenwiesen sind der absolute Hammer!), müssen wir wohl nochmal hin.

Und neben dieser organisatorischen Unabhängigkeit genieße ich auch meine finanzielle. Diese machte es mir möglich, heute mal eben loszufahren und mir ein Mountainbike zu kaufen. Na gut, fachmännische Beratung hatte ich schon dabei. :zwinker: Damit habe ich mir einen schon lang gehegten Wunsch erfüllt und werde ich demnächst die Waldwege hier oder woanders unsicher machen.

verzapft von Ilona um 21:03 Uhr | 11 Kommentare | TB

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Dienstag, 22.06.2010

Mountainbike

Das schwarze Mountainbike bei seiner ersten Ausfahrt an der Pfarrwaldhütte

Eigentlich hatte ich auf optimales Radfahrwetter gehofft, um mein neues Mountainbike das erste Mal an die frische Luft zu schaffen. Und ja, ich hätte auch bis morgen warten können, da solls nämlich Sommer werden.

Aber der Wettervorhersage trau ich nicht mehr, seit der Kachelmann im Knast sitzt. Und ich konnts auch nicht mehr abwarten, deshalb gabs heut nach Feierabend die erste Proberunde mit dem neuen Bike.

Dazu muss man wissen, dass das mein allererstes Mountainbike überhaupt ist und ich mich da mal langsam rantasten will. Aber hinreichend überrascht war ich schon mal von der ersten Tour. Vor allem darüber, wie sicher das Teil mit den dicken Reifen die Spur auch auf hoppeligem, sandigem, steinigem oder wurzeligem Untergrund hält. Ich hab mich auf den Waldwegen ziemlich schnell ziemlich sicher gefühlt, nur beim Bergabfahren ists mir bisschen schwummrig.

Beim Bergauffahren hilft es ungemein, dass das Rad sehr leicht ist, aber anstrengen muss man sich dafür auch.

Eigentlich sollte es ja ein knallrotes Bike werden. Aber dafür hätte ich fast 700 Euro mehr zahlen müssen bei vergleichbarer Ausstattung und so mache ich lieber Abstriche bei der Farbe als bei der Technik. Ausserdem passen meine vorrangig roten Klamotten viel besser zu schwarz. Muss ja auch bisschen nett aussehen, wa?

Und die Sache mit dem Helm… na ja. Es muss halt sein. Beim Mountainbiken werd ich ihn immer aufhaben, hab ich mir fest vorgenommen.

verzapft von Ilona um 19:18 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Montag, 28.06.2010

Mountainbikeversuche im Schwarzwald

Habe wieder viel über mich gelernt letztes Wochenende. Bei dem klasse Sommerwetter waren wir wieder in Menzenschwand und natürlich musste das neue Radel mit, das ist ja schließlich für die Berge gemacht.

Ich aber scheinbar nicht. So leicht und locker, wie ich diese Steigungen hochwandere, so schwer hab ich mich mit hochfahren getan. Ach du liebe Güte! Während der Herr Caramalz an meiner Seite milde lächelnd locker flockig einherfuhr und nicht mal ansatzweise außer Atem kam, kämpfte ich alle gefühlten 100 Meter mit Schnappatmung und musste verschnaufen. Nach so ner Pause wieder aufs Rad zu kommen an der Steigung klappte auch selten, so dass ich stellenweise im wahrsten Sinne des Wortes “radgewandert” bin. Kenn ich ja schon ausm Allgäu.

Auch die Methode “gaaaanz langsam, aber stetig” half nicht, denn wenn ich noch langsamer gefahren wäre, wäre das Radel umgekippt. Und ich mit.

Ich muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war von mir, ich hätte wirklich gedacht, dass ich fitter bin und sowas inzwischen zwar langsam, aber immerhin fahren kann.

Auch das Bergabfahren über Stock und Stein ist gewöhnungsbedürftig, da bin ich noch zu ängstlich und auch oft lieber abgestiegen. Aber das kann man ja üben.

Die beiden Radel einträchtig wartend an der Krunkelbachhütte
Lupinenrabatten am Wegesrand. Sah aus wie extra für uns angepflanzt, einfach herrlich
An der Menzenschwander Alb ganz hinten im Tal. Kurz danach gings hoch Richtung Feldbergpass
Bunte Blümchen auf der Wiese vor dem Haus unserer Pensionswirtin. Eine der wenigen Wiesen, die nicht gleich abgemäht werden
Nochmal eine Lupinengruppe mit Schmetterling


Nun gut. Fazit ist aber, dass ich das irgendwann ohne Schnappatmung fahren möchte, denn die Mountainbikerei durchn Wald und über Feld und Flur macht mir nämlich Riesenspaß. Also ist Training angesagt. Ich weiß zwar nicht, wie weit ich in meinem Alter und mit meiner von 20 Jahren Power-Raucherei zerfressenen Lunge damit komme, aber versuchen kann mans ja.

Immerhin hat sich mein Begleiter wohl nicht hoffnungslos mit mir gelangweilt, es spricht einiges dafür, dass wir wieder zusammen losmachen. Für mich ist das nur gut, denn alleine würde ich mir oft die flachere oder kürzere Variante aussuchen. Der innere Schweinehund halt….

Trotz dieser kleinen Hindernisse war es wieder ein klasse Wochenende mit hochsommerlichen (endlich!) Temperaturen, jede Menge Sonne auf der Haut sowie Natur und Landschaft zum Sattgucken.

verzapft von Ilona um 17:05 Uhr | 3 Kommentare | TB

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