Sonntag, 08.08.2010

Allgäu 2010: Bschiesser, Ponten und der Regen

Vom vorhergesagten Super-Sonnenwetter war früh nicht viel zu sehen, es war ziemlich bewölkt. Wir stellten fest, dass man im Allgäu wohl ne andere Vorstellung von schönem Wetter hat: Alles, was nicht Regen ist, ist schön.

Der Wasserfall in Hinterstein

Demnach wars heute schön und wir machten uns mit dem Auto auf nach Hinterstein. Auf dem bereits bekannten Parkplatz am E-Werk schnürten wir die Wanderschuhe und nach einem kurzen Stück an der Straße gings auch schon bergauf. Zunächst noch im Dorf, dann über die Wiesen und dann führte ein wunderschönes Serpentinen-Weglein immer weiter höher. Zu bewundern gab es den Hintersteiner Wassserfall, der war richtig hoch und führte auch genug Wasser nach all dem Regen.

Die beiden Murmeltiere hier waren aber auch zu putzig. Kein bisschen ängstlich beäugten sie uns neugierig.

Dann gings weiter über Wiesen und Kuhweiden mit lustigen Murmeltier-Begegnungen. Hinter uns braute sich was zusammen, was Andi mit misstrauischen Blicken beäugte, ich aber versuchte, so gut wie ging, zu ignorieren. Noch ein Stück hoch über die Wiese, dann waren wir an der Zipfelsalpe, wo es auch anfing zu regnen, da hatten wir das Bier noch nicht bestellt. Herrje! Gutes Timing!

Die Wirtin erzählte uns was vom Schweizer Wetterbericht, der für diesen Tag Schauer und Gewitter vorhergesagt hat. Na klasse, aber davon ließen wir uns nicht abhalten. Von der Hütte aus konnte man nämlich den Bschiesser-Gipfel schon sehen und da wollten wir hoch.

Der Bschiesser vom Ponten aus. Da sieht man auch unseren Runterweg, sowie das Mordswetterchen weiter hinten...

Bier alle – Regen alle und bei schönstem Sonnenschein gings dann weiter, immer weiter einen netten Wiesenweg steil hoch. Bald wurde dieser steiniger und die letzten 200 Höhenmeter gings über in felsigen Serpentinen auf den Berg. Allerdings waren wir nicht mehr alleine, mittlerweile schien alle Welt auf diesen Berg unterwegs zu sein. Merke: Es gibt Männer, die vertragen es ganz schlecht, von einer Frau überholt zu werden. Das gilt wohl auch fürs Wandern. :zwinker:

Später erfuhren wir, wo die Menschenmassen herkamen: Da gab es eine Bergbahn rauf auf den Iseler, der ist nicht weit entfernt vom Bschiesser. Na ja.

Der Weg zum Ponten - immer nett auf dem Grat entlang mit prima Aussicht

Mittlerweile hatten wir auch die Regenjacken wieder an und es war teils ganz schön ungemütlich, aber die Aussicht auf dem Gipfel war klasse. Von dort sahen wir auch schon den weiteren Weg rüber zum Ponten, richtig fein aufm Grat lang.

Wir hielten uns auch nicht lange auf und ließen die Völkerwanderung hinter uns auf dem Gipfel. Erstmal ziemlich steil runter, dann ein Stück fast ebener gemütlicher Spazierweg (mit prima Aussicht auf den Hochvogel, Daumen und sogar die Höfats konnten wir erkennen).

Dann gings wieder hoch, inzwischen war das Wetter wieder richtig klasse und die Sonne schien. Dass das eine Mogelpackung war, sahen wir, als wir auf dem Ponten-Gipfel ankamen: Drüben im Westen braute sich was richtig Großes zusammen, dort war der Himmel fast schwarz.

Also hielten wir uns auch hier nicht lange auf und machten uns auf den Weg nach unten. Das ging ne ganze Weile gut und war auch richtig nett zu laufen (wie übrigens die ganze Tour bisher), aber dann holte uns das Wetter ein.

Und diesmal hörte es nicht mehr auf, bis wir unten waren. Dank der Regenjacken blieb es ganz gut machbar, aber der Fokus wandelte sich von „möglichst schnell“ nach „möglichst heil“ runterkommen. Denn es war glatt und glitschig und das macht bergab überhaupt keinen Spaß.

Aber schließlich waren wir wieder in Hinterstein am hinteren Parkplatz und wunderten uns darüber, was da los war: Massen von Leuten, sogar mit Bussen wurden sie rangekarrt. Ein Verkehr und ein Lärm wie in der Großstadt, schrecklich.

Wir machten, dass wir wegkamen und liefen vor zum E-Werk. Es regnete immer noch. An der Ostrach wurden dann noch die schlammigen Wanderschuhe geputzt und ab gings nach Reichenbach.

Hier sitzen wir nun frisch geduscht und wieder trocken und sehen dabei zu, wie der Allgäuer Hauptkamm hinter ner Regenwand verschwindet.

Was haben wir eigentlich verbrochen, dass wir neuerdings hier immer son Wetter erwischen?

Trotzdem war es ne klasse Tour, die man gern auch mal umgekehrt laufen kann und dann haben wir Möglichkeiten gesehen, selbige noch zu verlängern. Viele kleine Wanderwege gibt’s da noch!

verzapft von Ilona um 18:11 Uhr | Kommentare deaktiviert |

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