Montag, 06.09.2010

Wiedersehen

Das vergangene Wochenende habe ich seit ewig langer Zeit mal wieder sozusagen “in Familie” verbracht. Wie das geht?

Nun ja, am Freitag mittag bin ich mit Jule ins Auto gestiegen und 600 Kilometer ab in den Harz gedüst. Und zwar nach Elbingerode. Das hätten wir auch beinahe dank Navi richtig gut gefunden, wenn es denn nicht zwei davon im Harz geben würde und wir natürlich erstmal im falschen gelandet sind. Ganz klar: Zwei Orientierungskranke am Stück, das kann nur schiefgehen.

Nachdem wir das korrigiert hatten, sind wir hierher gefahren und haben das dritte Familienmitglied abgeholt: Christian. :cool:

Jule und Christian vor dem Kleinsten Haus in Wernigerode

Das war ganz schön aufregend und spannend für uns drei, nachdem wir uns jahrelang nicht gesehen hatten und ne Menge passiert war…. Nun ist er seit Juni in der Klinik zur Drogen-Langzeittherapie (bis Ende Dezember) und nachdem wir schon ein paar Wochen in telefonischem Kontakt stehen, wollten wir ihn nun mal besuchen. Und die Freude war riesig, auch auf das Wochenende, das wir zusammen verbringen wollten. Groß war er geworden und vor allem breit, dank des Krafttrainings in der Klinik. Meine Güte!

Dieses Kind ist mir ganz schön über den Kopf gewachsen!

Samstag waren wir dann den ganzen Tag in Wernigerode zum Shoppen. Die meiste Zeit haben wir aber in irgendwelchen Cafes rumgesessen und geschnackt, es gab schließlich ne Menge zu erzählen. Und am Sonntag waren wir drei zum Wandern auf den Brocken unterwegs. Das hatten Jule und ich viel anstrengender in Erinnerung, wir waren überrascht, wie schnell wir da oben waren. Da war dann noch Zeit übrig und wir sind auf nem Umweg wieder zurück nach Schierke zum Auto gelaufen.

Halb sechs musste Christian dann wieder in der Klinik sein und wir waren keine Minute zu früh da. Tat weh, ihn da wieder reingehen zu sehen, aber es muss so sein….

Heute sind wir dann wieder zurück gefahren. Schönes, aufregendes und anstrengendes Wochenende! Muss ich jetzt erstmal verdauen….

verzapft von Ilona um 16:31 Uhr | 4 Kommentare | TB

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Samstag, 11.09.2010

Freibergsee und Söllereck

Wunderschöner Enzian

Bei der Anreise stellen wir schnell fest, dass es eine gute Idee war, sehr früh loszufahren. Heut ist nämlich Abtreibung im Allgäu. Jaaaa, okeeeehhh… es heißt Viehscheid in Reichenbach und den umliegenden Dörfern. Das heißt, die Kühe werden mit großem Tamtam und Brimborium von den Hochgebirgsweiden ins Tal getrieben.

Zu diesem Behufe werden so gut wie sämtliche Straßen stundenlang komplett abgesperrt, was unseren heutigen Tagesplan zunichte macht. Wir regen uns erst bisschen auf, merken dann aber, wie albern das ist, so unflexibel zu sein. Immerhin merken wir´s noch…

So huschen wir noch eben kurz vor der Vollsperrung nach Oberstdorf, stellen dort das Auto auf den Parkplatz und laufen los. Eingekauft wird dann eben heut abend, der Edeka hat ja bis 19 Uhr auf.

Ist übrigens Bombenwetter heut: Nicht eine Wolke am Himmel und Sicht bis Afrika!

Blick von oben auf den Freibergsee

Und die heutige Einlaufrunde wird richtig nett, wenn auch stellenweise etwas massentourismus-lastig: Hoch zum Freibergsee, dort ne Weile dran entlang und dann rechts hoch Richtung Schönblick (Bergstation der Söllereckbahn). Einen geplanten Abzweig verpassen wir, weil wir uns vom Schild „Sackgasse“ beeindrucken lassen und laufen das, was die meisten Söllereckbahntouristen abwärts laufen, nach oben. Geht gut und macht auch Spaß, dadurch, dass uns die Menschenmassen entgegen kommen, sind sie immer schnell passiert.

Dieser kleine Kollege hier machte ein lustiges Klappergeräusch und war kein bisschen kamerascheu

Oben gibt’s ein Bier zur Belohnung und wir überlegen, noch hochzulaufen zum Söllereck. Aber dann würde es zu spät zum Einkaufen. Also das ganze zurück und diesmal laufen wir die „Sackgasse“, die sich als prima Wanderweglein abseits vom Trubel erweist. Etwas erstaunt nehmen wir zur Kenntnis, das auf dem doch ziemlich steilen felsigen Weg vor uns wohl Mountainbiker gefahren sind. Na ja, das ist wohl Geschmackssache…

An einer abgelegenen Hütte mit einer Super-Aussicht in alle Nebentäler bei Oberstdorf nebst zugehörigen Bergen gibt’s ne längere sonnige Pause zum Ausruhen und Gucken.

Blick auf die Oberstdorfer Berge beim Runterweg von der Bergstation der Söllereckbahn

Dann weiter bergab wieder auf den Hauptweg an der Hochleithe vorbei zurück an den Freibergsee. Von dort auf dem Edmund-Probst-Weg zurück Richtung Oberstdorf. Kaffeepause im „Waldesruh“ (tolles Café mit viel Aussicht!) und ab zum Parkplatz. Dann noch Einkaufen und nun ist Feierabend.

Für den Anfang ne super sonnige Tour mit viel zum Gucken und Überlegen, was wir noch alles anstellen könnten hier…

Dafür gleich mal zwei Wochen Zeit zu haben, ist schon klasse.

verzapft von Ilona um 21:14 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Sonntag, 12.09.2010

Rauhhorn und Schrecksee

Dort war alles voll mit diesen Puscheln, sah aus wie frisch geschneit

Die heutige Tour ist eigentlich schon fertig geplant in unseren Köpfen, seit wir mit Angel und ihrem Allgäuer unterwegs waren. :zwinker: Heut sollte nun auch das Wetter nochmal bestens mitspielen, wie ein frühmorgendlicher Blick aus dem Fenster zeigte.

Der Vilsalpsee vom Rauhhorn aus

Also zeitig frühstücken und auf gings wieder mal nach Hinterstein. Start der Tour Punkt halb neun und dann gings genauso los wie an besagtem Samstag unserer Vierertour, nur dass wir diesmal das Gaishorn wegließen und sofort aufs Rauhhorn krabbelten. Also an der Willersalpe rechts hoch und höher, so wie wir damals runtergelaufen waren. Die Kletterei am Rauhhorn ging viel schneller und gewandter als beim ersten Mal und hat wieder mächtig Spaß gemacht. Nach drei Stunden Aufstieg waren wir oben und hatten einen herrlichen Ausblick.

Dort sollte gleich unser Weg weitergehen. Auch wenn man ihn nicht sieht, da kann man tatsächlich laufen.
Oder halt klettern oder krabbeln. Geht immer und macht irgendwann sogar Spaß.
Zwischendurch Atem holen und die Aussicht bewundern
Wanderung in luftiger Höhe auf dem Gratweg entlang
Die Bergziege mal wieder in Aktion - war das ein Spaß


Nach dem Rauhhorn wollten wir aber zum Schrecksee und da gings gleich weiter durch prima schrofeliges Felsengelände, die Kletterei ging also weiter, war aber nicht mehr so schlimm. Angel, wir haben uns das nach eurer Beschreibung wirklich schwieriger vorgestellt.

Der Schrecksee. Wirklich ein wunderschöner See inmitten der Berge.

Der Weg zum Schrecksee zog sich dann ganz schön hin, es ging rauf und runter und unterm Kugelhorn hinweg, aber es hat sich gelohnt: Ein wunderbarer Blick auf einen herrlichen Bergsee, du meine Güte! Das war ja fast schon kitschig!

Mit Insel. Sieht fast aus wie künstlich aufgekitscht, ist aber alles echt!

Wir machten oberhalb des Sees Pause, eben weil der Blick von oben so klasse war und machten uns dann bald an den Abstieg nach Hinterstein.

Auf diesem Grat sind wir heut entlang gewandert und geklettert

Und da haben wirs wieder: 1000 Höhenmeter am Stück absteigen macht einfach keinen Spaß! Obwohl die Landschaft genug zum Gucken hergab. Bisschen ungemütlich war das frisch reingefräste und mit Drahtseilgeländer gesicherte Wegstück, ansonsten gings halt einfach nur mal mehr mal weniger steil und rutschig runter.

Meine Knie jammerten wie immer, aber schließlich wars geschafft. Ne Kneipe an der Straße gabs auch für ein Feierabend-Bier und nach 7 Stunden Wanderzeit haben wir wieder ne superschöne Tour im Kasten.

verzapft von Ilona um 21:09 Uhr | 1 Kommentar | TB

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Dienstag, 14.09.2010

Auf den Schattenberg

Nach dem gestrigen Regentag (und zwar von früh bis abends, das kennen wir ja) mit den üblichen Beschäftigungen (shoppen gehen, Kafi trinken bei Mcdoof usw.) nahm sich das Wetter heute ausnehmend schön aus. Früh schien sogar die Sonne, dann hat sichs bewölkt und sah ein paar Mal mächtig nach Regen aus, blieb aber komplett trocken. Abends wars dann wieder richtig schön sonnig.

Aus Gründen sind wir aber früh nicht rechtzeitig aus der Knete gekommen, so dass die Zeit für ne richtig große Tour zu knapp war. Erstmal hoch durch den Gaisalptobel und rüber auf dem Wallraffweg nach Oberstdorf.

Da wir schon lange mal auf den Berg wollten, wo sich die beiden Oberstdorfer Sprungschanzen anlehnen, nahmen wir uns diesen heute vor: Der Schattenberg sollte es sein. Einen ausgeschilderten Wanderweg gabs nicht, aber einen Fußpfad.

Oberstdorf vom Schattenberg aus, unten in der Mitte sieht man die gleichnamigen berühmten Skisprungschanzen

Nachdem wir den Einstieg gefunden hatten, wars eigentlich leicht. Aber nur eigentlich, denn das Ding wurde nach oben hin saumäßig steil und nahm überhaupt kein Ende. Zum Schluss musste ich bereits auf Reserve-Kondition umschalten, mannomann!

Dafür gabs fast den gesamten Aufstieg, der unheimlich abwechslungsreich war, großartige Aussicht auf Oberstdorf und die umliegenden Berge und Täler des Allgäuer Hauptkammes. Und oben am Gipfelkreuz erst! So richtig klasse!

Ungewöhnliches Gewächs im Föhrenwald auf dem Schattenberg gesichtet!

Dort sahen wir auch, dass der Weg über den Grat weiterführte. Zum Ausprobieren war keine Zeit heute, ausserdem sah es zu der Zeit grad nach Regen aus.

Blick in die Oberstdorfer Täler vom Schattenberg aus

Nun fragen wir uns natürlich, ob man daraus ne Runde machen kann: Über den Grat weiter zum Seeköpfle und von dort entweder auf den Gleitweg ins Oytal oder ans Edmund-Probst-Haus und dann zurück über die Gaisalpseen nach Reichenbach.

Vielleicht probieren wir da ja noch aus, wir haben ja noch paar Tage hier…

Wir sind dann wieder denselben Weg runter, danach ne elend lange Latscherei um Oberstdorf drumrum Richtung Mcdoof und von dort über das Bergweglein, dass wir im August gefunden hatten, zurück nach Fischen.

Unsere Lieblingskneipe hatte leider Ruhetag, also sind wir ausgewichen. Lecker wars auf jeden Fall, aber so richtig satt geworden sind wir nicht. Die Portionen sind ganz offensichtlich auf das sonstige Nachsaison-Publikum hier zugeschnitten und das sind hauptsächlich Rentner, die den ganzen Tag am Essen sind und dann abends nicht mehr viel Hunger haben.

Jedenfalls nicht wie zwei ausgehungerte Wanderer, die seit dem Frühstück mehr als 1000 Höhenmeter und etliche Kilometer gelaufen sind. Zum Trost gabs aufm Nachhauseweg nach Reichenbach ein Eis auf die Faust und das war lecker.

verzapft von Ilona um 21:15 Uhr | 2 Kommentare | TB

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Mittwoch, 15.09.2010

Windig auf den Aggenstein

Der Aggenstein von der Bergstation der Breitenbergbahn aus, sieht unzugänglich aus, ist aber ganz leicht zu erklimmen

Heute stand der Aggenstein auf dem Plan. Wetter war durchwachsen, leicht wolkig und unbestimmbar, aber trocken. Also los. Erst ne Stunde Motorsport mit dem Auto nach Pfronten, dort Parken auf dem Parkplatz der Pfrontener Breitenbergbahn, wo die Leutchen alle auf die bequeme Tour aufn Berg gekarrt werden.

Nicht so wir. In zahlreichen Serpentinen immer unter der Bergbahn durch ging es nach oben zur Bergstation der Seilbahn. Dort oben wehte ein Wind, das glaubt man kaum, die eine oder andere Böe hat mich fast umgeworfen.

Kurz vor der Kletterstelle am Aggenstein, der Wind war ruhiger geworden

Wir mussten an der Bergstation vorbei, dann gabs da noch ne andere Seilbahn, man kam sich vor als ob man durchs Industriegebiet wandert. Das machte erstmal keinen Spaß, zumal auch der Wind so heftig war, dass ich ins Zweifeln kam, ob wir es bis auf den Gipfel schaffen würden. Kalt wars auch gleich, also erstmal die Vliespullis an und weiter gings.

Irgendwann ließen wir das Bergbahngelände gottseidank hinter uns und stiegen in zahlreichen steilen und steinigen Serpentinen weiter nach oben, wobei der Wind sich in Grenzen hielt. Zumindest war es nicht ganz so schlimm, wie ich dachte. So war Wandern wieder fein.

Alles mit Ketten abgesichert und die brauchte man auch, weil alles so abgelatscht und deshalb rutschig war

Das letzte Stück zum Gipfel war ne kleine Klettertour, wobei die Steine und Griffe derart abgelatscht und glatt waren, dass man teilweise die Sicherungskette wirklich brauchte zum Festhalten. Davon gibt’s sogar nen kleinen Äktschen-Film, gedreht vom Star-Regisseur Andi. :zwinker:

Eintrag ins Gipfelbuch am Aggenstein

Oben wars dann richtig fein, windig zwar, aber prima Aussicht. Dafür lohnt sich die Anstrengung immer allemal.

Runter gings dann ein anderes Wegerl über die Kissinger (ehem. Pfrontener) Hütte, dort gabs noch eine Pause nebst Gipfel-Bier und nochmal richtig gute Aussicht.

Ausblick bis zum Forggensee bei Füssen
Ganz schön freche Vögel, diese Bergdohlen. Aber auch irgendwie nett.
Aussicht genießen auf dem Runterweg vom Aggenstein
Aussicht bis zum Vilsalpsee und den Hochvogel
Die Bad Kissinger Hütte (ehemals Pfrontener Hütte). Die Lage ist klasse und gemütlich ists dort auch noch.


Weiter runter durch einen beeindruckenden Bergkessel in die Reichenbach-Klamm, wo uns ein feiner Pfad hinunterführte bis fast an den Parkplatz. Die Knie jammerten zwar wie immer beim Bergablaufen, aber der Weg war so abwechslungreich, dass das irgendwie unterging.

Den hier hab ich geknipst, als wir wieder unten waren. Keine Ahnung, wie der heißt, aber sieht klasse aus

In Pfronten erwischten wir noch ein Café mit wunderbarem selbstgebackenen Kuchen und lecker Kaffe, dann gings an die Heimfahrt, bei der es planmäßig anfing zu regnen. Bin gespannt, wie das Wetter morgen aussieht. Nach dem bisherigen Rhythmus wäre jetzt wieder ein Regen-Ausruh-Tag dran. Sagen auch meine Beine. :zwinker:

Also Aggenstein ist klasse! Würd ich jederzeit nochmal machen.

verzapft von Ilona um 21:55 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Donnerstag, 16.09.2010

Wannenkopf

Auch hier: Jede Menge Pilze am Wegesrand und überall

Das Wetter begrüßte uns heute mit dunklen tiefhängenden Wolken und kurz nach dem Frühstück fing es auch erstmal an mit regnen. Immer nur Schauer, aber die warn heftig. Also den Vormittag mit Ausruhen rumgebracht. Nebenbei habe ich versucht, meinen Surfstick mal gängig zu kriegen, als das keinen rechten Erfolg hatte, hab ich versucht mein Handy über Bluetooth als Modem zu mißbrauchen. Das hat zwar rein technisch auch geklappt, aber es kam nicht genug Signal an, um ernsthaft zu surfen. Schließlich tat der Surfstick doch ab und an seinen Dienst und ich konnte wenigstens mal nach dem Wetter schauen und ein paar Mails beantworten.

Nach dem Mittag sind wir dann nach Oberstdorf, Vorräte nachfüllen und danach nach Obermaiselstein. Andi hatte eine Nachmittagsrunde auf den Wannenkopf ausgesucht und wir hofften, dass das Wetter bis dahin trocken blieb.

War das die Wanne am Wannenkopf? Ein Teich mit Sumpf in der Heidelandschaft am Gipfel
Auch hier: Eintrag ins Gipfelbuch des Wannenkopfes
kunterbunte Heidelandschaft auf dem Wannenkopf


Blieb es auch. Der Wannenkopf oben war klasse, recht interessante Heideflora mit Teichen auf dem Gipfel (die Wanne!). Auf- und Abstieg waren aber weniger spektakulär, da die meiste Zeit auf entweder asphaltierten oder frisch gefrästen und geschotterten Fahrwegen. Der Rest waren richtig nette Wanderweglein, wie man sie sich wünscht, aber ziemlich matschig. Na ja, kein Wunder bei dem Regen.

Kleines Highlight: die wunderbar reifen Brombeeren am Wegesrand! Warn die lecker!

Also das Bild ist jetzt so ziemlich fürn Arsch, oder?

Jedenfalls stehen wir jetzt da oben auch im Gipfelbüchlein und als Nachmittags-Spaziergang von reichlich vier Stunden wars allemal netter, als die ganze Zeit auf der Bude zu hocken.

verzapft von Ilona um 22:05 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Freitag, 17.09.2010

Nordic Walking nach Oberstdorf und zurück

Regen und kalt. Die Berge waren nicht zu sehen, vermutlich hat man die heut gar nicht erst aufgestellt.

Egal. Wir frühstücken gemütlich und ruhen uns danach halt bisschen aus. Irgendwann nachmittag ist es draussen halbwegs trocken und wir stiefeln los an der Iller nach Oberstdorf. Im McCafé gibt’s lecker Kaffee, Muffins und Bagels, dann entschließen wir uns für den Heimweg auf dem Wallraffweg.

Natürlich fängts dabei kurz an zu regnen, aber nach ner halben Stunde ist es wieder trocken.

Fast drei Stunden Nordic Walking ist ja auch was, zumindest bei dem Wetter.

verzapft von Ilona um 22:08 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Samstag, 18.09.2010

Großer Daumen im Nebel

Wieder merkwürdige Kunstwerke am Wegesrand in Hinterstein

Ich glaube, heute waren wir auf dem Großen Daumen. Zumindest war das der Plan. Gesehen haben wir nichts, aber es gibt ein Beweis-Foto. ;-)

Früh wars sonnig, die Berggipfel umgaben sich aber mit Wolken. Das sollte uns nicht weiter stören, wir wollten was laufen und der Daumen steht ja schon lange auf unserer to-do-Liste.

Viehscheid in Hinterstein. Unser Wandereifer wurde jäh gebremst. Schon wieder mal.

Auf nach Hinterstein und am E-Werk gings los, hinter ins Tal. Die Heumännchen, die dort sonst immer rumstanden, gabs leider nicht mehr, dafür überraschte uns ein arges Getöse, als wir den Weg zum Daumen einschlugen. Eine Herde Kühe mit Riesenglocken wurde gerade den Berg hinabgetrieben. Schon wieder Viehscheid, diesmal in Bad Hindelang, jedenfalls sagte uns das der dort rumstehende Hütejunge.

Wir schauten uns das ne Weile an, dann mogelten wir uns durch und fanden unseren Weg bergauf ins Tal. Ging sich richtig nett, über Wiesen und Bäche, leider auch manchmal ganz schön schlammig. Erst nur mäßig steil, dann wurds anstrengender und schließlich waren wir am „Türle“ mit Blick auf den Engeratsgundsee. Wenn es denn einen Blick gegeben hätte vor lauter Nebel. Hier oben wars echt voll zugezogen, keine Sicht auf nichts.

Nochmal am Türle und ich und der Engeratsgundsee im Nebel
Der Engeratsgundsee im Nebel vom Türle aus. Und das ist noch ein Foto bei guter Sicht!
Beim Aufstieg auf den Daumen: Durchwachsenes Wetter, aber trocken


Immerhin konnten wir den Wegweiser lesen: Großer Daumen 1 Stunde Gehzeit. Das würden wir schaffen! Wenn wir schon mal hier oben waren, wollten wir auch rauf auf das Teil.

Aufstieg zum Großen Daumen. Wenn man den Weg im Nebel nicht so recht sieht, muss man eben bisschen klettern

Also weiter. Ziemlich steil rauf, teilweise recht kletterig, aber voll ok. Gut, dass der Weg gut markiert war, sonst hätten wir uns total verlaufen. Es ging höher und höher und irgendwann war die Stunde um und wir hatten immer noch keinen Daumen in Sicht. Waren wir schon vorbei? Aber so nen Berg verpasst man doch nicht!

Auf dem Grat zum Daumen: Das Bild gibts später nochmal ohne Nebel

Dann kamen uns paar Leute vom Hindelanger Klettersteig entgegen und die meinten, jaaa, der Daumen wäre da hinten, der kommt gleich. Also weiter….

Teilweise musste man ganz schön aufm Grat balancieren, gut für mich, dass die Sicht so grottenschlecht war, das habe ich nicht gesehen, wie tief es da runterging.

Dann hatten wir ein Gipfelkreuz und denken uns mal, dass das der Große Daumen war. Sicht war gleich Null! Und zwar in alle Richtungen!

Schließlich doch noch gefunden: Das Gipfelkreuz des Großen Daumen. Nahmen wir mal an.
Ah ja, hier das Beweisfoto. Der Wegweiser auf dem Gipfel
Die Aussicht vom Daumen. Ahh ja. Sehr beeindruckend.


Der weitere Plan war zwar, das ganze wieder zurück zu laufen, aber auf dem Gipfel fanden wir ein Richtungsschild zum Giebelhaus mit 3 Stunden Gehzeit. Im Hinblick auf die schon etwas fortgeschrittene Tageszeit wurde prompt der Plan geändert: Wir gehen zum Giebelhaus und fahren von dort mit dem Bus zurück nach Hinterstein.

Gesagt, getan. Der Weg war klasse, soweit wir das beurteilen können und wir möchten das ganze eigentlich nochmal machen bei guter Sicht und vor allem ohne Nebel.

In dem Nebel war es teilweise ganz schön unheimlich, weil der auch die Geräusche so dämpfte oder verschluckte. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass wir im Niemandsland unterwegs waren und keine Ahnung von der Tageszeit.

Also das lädt nicht grad zum Ausruhen ein, dieses Bänkle

[Anmerkung nebenbei: Die Leute, denen wir unterwegs begegneten, waren angezogen, als ob sie vom Mount Everest kamen. So richtig mit warmer Jacke und Mütze und Kapuze auf. Da kamen wir uns mit den kurzen bzw. knielangen Hosen und den T-Shirts irgendwie vor wie aus ner anderen Klimazone entwischt…

Irgendwo zweigte der Weg zum Edmund-Probst-Haus durchs Koblat ab, welchen wir uns für weitere Abenteuer schon vorgemerkt haben.

Dann gings immer weiter tiefer und schließlich schlugen wir in der Engeratsgundalpe auf, wo es erstmal Radler und ne oberleckere Käsebemme gab. Danach im Eilschritt runter ans Giebelhaus, wo wir kurz auf den Bus warteten, der uns zurück nach Hinterstein brachte.

Klasse Tour, leider nur 8 von 10 Punkten wegen der nicht vorhandenen Sicht. Aber das ist immerhin ein Grund, das Ganze zu wiederholen und dann auch noch den Kleinen Daumen gleich mitzunehmen.

Vielleicht gleich morgen? Erstmal nachm Wetter gucken.

verzapft von Ilona um 22:09 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Sonntag, 19.09.2010

Steineberg und Stuiben

Nee, kein Tag für gleich mal noch ne Daumenrunde. Erstens ist das Wetter wieder nicht ganz eindeutig und zweitens sagen unsere Beine ganz klar: Bisschen Schonung bitte!

Deshalb haben wir uns heute den Steineberg gefolgt vom Stuiben ausgesucht. Genau das Richtige für einen Sonntags-Erholungs-Spaziergang.

Los gings an der Gunzesrieder Säge hoch Richtung Steineberg. Da hatte sogar eine Alpe auf, an der wir gleich mal Pause machten mit Bier und Apfelschorle in der Sonne. Sonne gabs gut heut, aber warm wars woanders… Was zur Folge hatte, dass ich laufend am Aus- und Anziehen war.

Bergbahn-Sitztouristen beim Laufen. Fast schon überfordert. Kommen alle von der Mittag-Bahn, und zwar gondelweise

Wir liefen dann erstmal rechts entlang zum Bärenkopf und da sahen wir in etwa, auf was wir uns heute eingelassen hatten: Einen Berg vor dem Bärenkopf, nämlich dem Mittag fährt eine Bahn rauf und entsprechend gondelweise kamen die Leute von dort angerannt wie auf ner Völkerwanderung. Jede Menge Großfamilien und ganze Schulklassen waren unterwegs.

Der Steineberg von unten. Eigentlich richtig nett anzuschaun.

Nu ja. Half nix. Nach kurzem Aufenthalt gings rüber zum Steineberg und da schied sich schon die Spreu vom Weizen: Hier gings nämlich fein steil nach oben und unser heutiges Ausdauertraining war im Sack. Wir überholten jede Menge schnaufende Gondel-Besatzungen und ich überlegte mir ein T-Shirt mit der Aufschrift: Bergbahn-Verweigerer oder so.

Das Gipfel-Leiterchen für ganz Mutige

Das Leiterle zum Gipfel des Steinebergs ist nicht wirklich nötig, man kommt auch ohne hoch, aber es fungiert wohl als ne Mutprobe für die Turnschuh-Touristen. Okeeehhh, vor zwei Jahren hätte mich sowas auch noch zutiefst beeindruckt, ich gebs ja zu.

So gings dann die ganze Zeit auf dem Grat, bisschen hoch und runter, aber richtig nett zu gehen

Vom Steineberg aus kann man dann prima aufm Grat entlang laufen rüber zum Stuiben. Das sind paar Kilometer interessanter Spaziergang mit klasse Aussicht nach beiden Seiten. Hat mir richtig gut gefallen und es waren auch nicht mehr arg so viele Leute unterwegs, die meisten sind wohl vom Steineberg abgestiegen.

Hier gabs wieder bisschen Kletterei zum Stuiben hoch, aber ganz einfach am Drahtseil

Zum Stuiben rauf gibt’s nochmal ne drahtseilgesicherte kleine Kletterei. Nee, als Kletterei kann man das fast nicht bezeichnen. Oben hats prima Aussicht nach allen Seiten, aber leider war es ziemlich dunstig heute für vernünftige Fotos. Obwohl: Kein Vergleich zu gestern!

Auf dem Stuiben angekommen

Vom Stuiben kann man übrigens auf dem Grat weiterwandern bis zum Hochgrat. Stell ich mir richtig schön vor, aber ich hab keine Ahnung, wie man von dort wieder zurück zum Auto kommen soll.

Wir stiegen vom Stuiben ab zurück zur Gunzesrieder Säge, auch wieder ein prima Weglein über idyllische sanfte Wiesen und Weiden. Das Allgäu ist auf dieser Seite irgendwie sanfter, wiesiger, find ich.

Und so sah dann der Abstiegsweg aus wieder runter zur Gunzesrieder Säge

An der Gunzesrieder Säge fanden wir sogar noch eine Gaststätte, wo es für uns den wohlverdienten Sonntagsnachmittagskaffee nebst hervorragendem Zwetschgen-Datschi (Pflaumenkuchen) gab.

Wieder ne schöne Tour und knapp 1000 Höhenmeter kommen heute auch locker zusammen. Soviel zum Thema Schonung.

Prächtiger Eisenhut am Felsen

Jetzt ist allerbestes Wetter, die Abendsonne tut, was sie kann. Wir gucken ja hier vom Balkon aus direkt aufs Rubihorn und auf den Entschenkopf und beide werden gerade fein besonnt. Die Wettervorhersage ist eigentlich gut, vielleicht ist ja morgen wieder ne größere Runde dran.

Meine alten Knochen gewöhnen sich glaub ich grad an die tägliche Beanspruchung. Oder sie resignieren einfach, wer weiß. :zwinker:

verzapft von Ilona um 22:11 Uhr | 2 Kommentare | TB

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Montag, 20.09.2010

Kleiner und Großer Daumen mit Aussicht

Kaiserwetter! Meine Güte, das sah so richtig gut aus heute. Bei der Temperatur musste aber noch was gehen, als wir früh ins Auto stiegen, zeigte es stolze 5 Grad an. Aber immerhin Plus!

Wieder gings nach Hinterstein, heute waren die Daumen nochmal dran, allerdings mit kleiner Abwandlung des Raufweges. Wir parkten am E-Werk und machten uns auf den Weg ins Retterschwanger Tal. Das waren wir umgekehrt schon mal gelaufen, als wir vom Breitenberg bzw. von der Rotspitze kamen.

beim Aufstieg aus dem Retterschwanger Tal: Ausblick zum Falkenjoch, links der Entschenkopf, rechts die Sonnenköpfe

Um letztere liefen wir heute drumrum und genossen den Blick auf den sonnenbeschienenen Entschenkopf. Rechts die Sonnenköpfe (wir hatten echt überlegt, von Reichenbach aus übers Falkenjoch ins Retterschwanger Tal zu gehen, damit wir kein Auto fahren mussten, aber das war uns dann doch zu ambitioniert…) und vor uns das Nebelhorn mit dem Hindelanger Klettersteig nebendran.

Die obere oder untere Haseneckalpe

Dann war bald Schluss mit lustig und es ging hoch. Zunächst ziemlich steil über Wiesen und durch den Wald, dann wurde es etwas unanstrengender und wir passierten die Haseneckalpen, immer mit Blick auf ein sonnenbeschienenes Tal. Rechts die Rotspitze und vor uns ein Geröllberg, auf den wir irgendwie hochwollten. Na ja, das sah ja von unten immer so unnahbar aus.

Bald hörten die schönen Alpwiesen auf, dann gabs Wandern in der Steinwüste

Dann wurde es wieder steiler und gerölliger. In steilen Kehren gings bergauf, ich hatte meinen Spaß mit meiner Schotter-Allergie, denn es wurde ziemlich schotterig und richtig steil. Dafür war der Ausblick an jeder einzelnen Stelle der absolute Hammer! Aber es sollte ja noch besser kommen.

Abgesicherte Kletterei hoch zur Daumenscharte, hat so richtig Spaß gemacht!

Irgendwann begann dann die Kletterei zur Daumenscharte hoch, aber das war alles prima drahtseilversichert und hat so richtig Spaß gemacht. Klasse! Meine Kondition hat sich auch irgendwie gesteigert, die Hochlauferei strengt zwar an, aber ich laufe seit paar Tagen kaum noch am Limit, obwohl wir nicht die langsamsten sind. Und wir sind ja bisher jeden Tag ganz gut unterwegs gewesen. Gertrud, die Bergziege ist diesbezüglich sehr zufrieden mit sich.

Beim Klettersteig auf den Kleinen Daumen: Festkrallen am Felsen. War teilweise ganz schön ausgesetzt

An der Daumenscharte geht’s dann rechts rüber zum Kleinen Daumen, aber das ist nur was für Profis, stand jedenfalls auf dem Schild dort: Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erforderlich!

Kletterei zum Kleinen Daumen: Fast geschafft

Von beiden hatte ich ja inzwischen bisschen was, also los. Und das fand ich dann schon wirklich grenzwertig! Man durfte sich keinen Stolperer erlauben, sonst lag man im Abgrund, wobei man sich aussuchen konnte, ob man links oder recht am schmalen Grat abstürzen möchte.

Nun gut, ich habe es geschafft und eigenhändig meinen Namen ins Gipfelbuch gepinselt. Aber ich musste mich an ein paar Stellen echt zwingen, weiter zu gehen und besonders cool sah es wahrscheinlich auch nicht aus, wie ich da manchmal aufm Boppes langgerutscht bin. :zwinker:

Das Team am Gipfelkreuz des Kleinen Daumen, von einer netten Wanderin fotografiert

Nach einer netten Unterhaltung mit einer älteren Dame, die auch netterweise ein Foto von uns beiden am Gipfelkreuz gemacht hat, sind wir wieder zurück und das ging wesentlich besser. Na ja, die Übung! Da trafen wir noch zwei Leute aus Leipzsch, die wollten nach dem Kleinen Daumen runter zu den Hohen Gängen.

Wow! Das sah recht abenteuerlich aus und wir haben es uns fürs nächste Mal vorgemerkt.

Von der Daumenscharte dann hoch auf den Großen Daumen, das kannten wir ja schon, nur dass wir heute Aussicht bis sonstwohin hatten. Meine Güte, war das schön!!!

Kleine Frau vorm großen Stein. Nur um mal die Relationen hier klarzustellen!
Der Engeratsgundsee heute mal in der Sonne! (Foto vom Kleinen Daumen aus)
Das Gratfoto von weiter oben heute mal ohne Nebel und bei Bombenwetter


Genau wie der ganze Runterweg! Sonnig und Aussicht, geht prima auch ohne Nebel. Fanden wir beide. Ich verweise hier mal auf die Fotos.

Schon wieder beim Abstieg mit Blick auf den Laufbichelsee. So siehts aus im Koblat.

Ok, die Knie jammerten beim Runtergehen wie immer, aber da müssen die Dinger jetzt durch. Ich lass mir doch nicht solche herrlichen Touren entgehen wegen son bisschen Knie-Aua.

Diese beiden großen Grasberge heißen glaube ich Laufbichelkirche. Steil und steiler!!!

An der Engeratsgundalpe gabs dann erstmal Bier und Radler und vom Giebelhaus haben wir dann wieder den Bus genommen. Das spart 10 km Latscherei, ganz praktisch, wenn die Füße ziemlich müde sind. Der Busfahrer war übrigens richtig gut drauf und hat während der Fahrt noch Witze erzählt.

Auf dem Heimweg noch Vorräte ergänzt und nun die Pläne für morgen fertiggestellt. Das Wetter soll nämlich nicht schlechter werden.

Was ein Urlaub bisher!

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Dienstag, 21.09.2010

Wacklige Gratrunde im Kleinwalsertal

Zwei Schattenwanderer

Da unsere Beine nebst Gesamtkonstitution heute wieder nach einer Erholungsrunde verlangten, wollten wir heute ins Kleinwalsertal nach Baad.

Dort hatten wir uns einen Höhenweg bzw. eine Runde auf einem Grat rausgesucht, wo auf der Karte auch ein paar Leitern zu sehen waren, also bisschen spannend sollte es schon sein.

Wetter konnte gar nicht besser sein, zwar fanden wir früh die 3 Grad bisschen kalt, aber bei blauem Himmel war das egal.

Da oben sollte der Höhenweg entlang gehen, den wir uns für heute ausgesucht hatten

Wir starteten also in Baad in Richtung Starzelalpe. Dort angekommen, erstmal Aussicht bewundern: Der allgegenwärtige Hohe Ifen und auch der Widderstein kann nicht ignoriert werden, allerdings blendete da noch die Morgensonne zu sehr zum Fotografieren.

Und so sah das zum Anfang aus, alles ganz gemütlich zu gehen

Weiter gings zum Starzeljoch und von dort sahen wir schon einen prima Höhenweg, immer auf dem Grat entlang, den wir auch gingen. Ein paar (wirklich kaum) heikle Stellen waren mit komischen lockeren Seilen versichert, aber das war an der Stelle eigentlich kaum nötig. Manchmal war der Grat arg schmal und ausgesetzt, dann lag das Seil zwischen den Füßen rum und war höchstens ne Stolperfalle.

Ein bisschen leichte Kletterei, obwohl: Kletterei konnte man das kaum nennen und die Seile waren auch eher im Weg

Wir saßen ne Weile aufm Hochstarzel rum und genossen die Aussicht. Die Grasberge sind so richtig gemütlich zum Pause machen, Sonne genießen und im Gras rumsitzen. Klasse!

Vom Hochstarzel gings zum Derrajoch und von da aus zur Güntlespitze auf 2092 m. Da gings so richtig steil den Grasberg rauf, herrje!!! Wie war das heute mit Erholung? Wir mussten ganz schön schnaufen und merkten die Höhenmeter vom Vortag noch in den Beinen!

Hier ein Foto vom Hochstarzel aus
Den Widderstein immer im Blick. Kaum zu glauben, dass wir da auch schon oben waren
Blick auf den Hohen Ifen und jede Menge Grasberge. Und auch auf unseren bisherigen Gratweg


Aber irgendwie kommt man immer hoch und diese Spitze ist wirklich nur ein schmaler Grat, aber immerhin mit jeder Menge Aussicht.

Den weiteren Weg, den wir uns ausgesucht hatten, gabs dann laut Wegweiser nicht. Wir wollten auf dem Grat, der zum Wannenberg führte bleiben, aber vorher zum Üntschenpaß absteigen. Auf der Karte war dort ein Leiterle eingezeichnet, was eine heikle Stelle bezeichnet. Ach ja?

Zum Anfang war auch alles ok, aber dann gings los: Plötzlich war der Grat nur noch 20 cm breit und rechts und links gings steil runter. Dazu kamen noch ein paar Kletterstellen, die mit rostigen, lose rumhängenden (ergo: nicht zu gebrauchenden) Drahtseilen versichert waren.

Ich hab mir vor Angst fast in die Hose gemacht, ganz ehrlich! Ich musste mich zwingen, immer schön ein Bein vors andere zu setzen und hinter Andi herzugehen. Nicht nach unten gucken, nur auf den nächsten Schritt achten und sich ja keinen Stolperer leisten!

An einer Stelle waren diese komischen Steinplatten glatt nach rechts und links unten, das Drahtseil schlotterte irgendwo rum, wo es keiner gebraucht hat und wir sind auf allen vieren über den Grat gekrochen. DAS fand sogar mein Herr Bergführer heikel! Und ich wollte einfach nur, dass es vorbei sein möge.

Hier bin ich ganz schön fertig mit der Welt, nachdem ich mir auf dem schmalen Grat gerade fast in die Hosen gemacht hatte vor Angst

Irgendwann war es das auch. Fotos gibt’s davon natürlich keine, wer soll den bei sowas noch knipsen? Dagegen war der Kleine Daumen von gestern Pillepalle!

Das ist der böse Grat. Sieht von unten ganz harmlos aus, ist es aber nicht.

Der Geradeausweg führte wohl weiter zum Wannenberg, wir stiegen steil rechts runter ab und hielten uns dann nach links Richtung Bärgunttal. Der Weg war ganz schön wild und schlammig, aber das war mir egal, Hauptsache, er war breit genug!!!

An der Bärguntalpe gabs zur Belohnung ein Bier und ne Fettbemme, dann Abstieg auf bequemstem Wege nach Baad. Schuhe putzen und noch nen Kaffe trinken. Jede Menge Sonne inclusive.

Fazit: Wieder was über mich gelernt. Ansonsten ne tolle Tour, wenn man den wackligen Gratabschnitt da oben mal ausblendet. Das konnte ja keiner wissen und auf der Karte sah alles ganz harmlos aus.

Allerdings kann man es nicht grad als Erholungstour bezeichnen, nee!

verzapft von Ilona um 22:15 Uhr | 4 Kommentare | TB

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Mittwoch, 22.09.2010

Nebelhorn und (doch wieder) Gleitweg

Schon wieder schönes Wetter! Ich fang heimlich an, mir nen Regentag zu wünschen, um mal auszuruhn… Nee, nicht wirklich.

Der Plan heute war die Erkundung des Grates vom Schattenberg (siehe die Tour vom 14.09.) übers Seeköpfl bis fast zum Edmund-Probst-Haus. Allerdings wollten wir das Ganze umgekehrt laufen und machten uns früh auf Richtung Gaisalpe und über die Gaisalpseen hoch Richtung Nebelhorn.

Ich habe wieder gestaunt, dass ich das alles noch laufen konnte, immerhin waren das bis dahin schon wieder über 1000 Höhenmeter am Stück und es sollte ja noch mehr werden. Früh beim Aufstehen komm ich immer kaum auf die Beine und dann laufen die nach ner Weile fast von allein bergauf.

An der Scharte beschlossen wir, vor lauter Übermut, die lustige Kletterei auf dem Grat hoch zum Nebelhorn nochmal zu machen. Das waren zwar nochmal ca. 300 Höhenmeter extra (vielleicht auch mehr, es geht da ja ständig auf und ab), aber egal.

Der Gundkopf vom Grat zum Nebelhorn aus

Es machte genausoviel Spaß wie beim ersten Mal, ein paar kribblige Stellen sind ja schon dabei, aber das krieg ich ganz gut hin. Allerdings merkte ich, dass mir der Schreck von der gestrigen Tour noch in den Knochen steckte und ich vieles noch vorsichtiger anging als eh schon.

Oben auf dem Nebelhorn war fast noch mehr los als beim letzten Mal, allerdings alles älteres Kaliber. Die Ferien waren ja vorbei.

Und leider war die Zeit durch die Kletterei nun schon etwas fortgeschritten. So standen wir vor dem Beginn des Wegerls auf dem Grat in Richtung Seeköpfl und wussten nicht, ob wir es wagen sollten. Es sah ja wieder recht gratwanderig aus und sowas brauchten wir heute eigentlich nicht schon wieder. Und wenn wir losgingen, mussten wir es zu Ende bringen, fürs wieder Zurückgehen würde die Zeit zu knapp werden.

Eine Weile hin und her überlegt und dann beschlossen, es sein zu lassen. Wir würden es ein anderes Mal direkt vom Schattenberg aus versuchen, vor allem mit mehr Zeit.

Party auf dem Gipfel. Da war kein Platz mehr frei, also schnell wieder runter

Also wieder ab auf den Gleitweg und diesen weit weit runter ins Oytal, was ja auch mindestens zwei Stunden dauerte. Dabei waren wir nicht die langsamsten, es ist echt erstaunlich, was sich mittlerweile für Leute diesen nicht ganz einfach zu gehenden, langen und bei Sonnenschein auch heißen Weg hinunter wagen.

Am Oytalhaus gabs Erfrischungen und ne kleine Pause und danach wie gehabt, mit den Oytal-Rollern zurück nach Oberstdorf, wieder ein Heidenspaß, der einem doch paar Kilometer Latscherei erspart.

Meine Beine fühlten sich nach dem Gleitweg-Abstieg schon matschig genug an und nun kam noch der lange, unvermeidliche Marsch von Oberstdorf nach Fischen, immer an der Iller entlang. Sind glaube ich ca. 9 Kilometer.

Zur Belohnung gabs dicke Schnitzel in unserer Lieblings-Kneipe und danach noch den Marsch nach Reichenbach.

Jetzt sitz ich hier, merk meine Beine kaum noch und weiß aber, dass ich morgen höchstens in die Eisdiele schlurfe oder sowas. Ich brauch ne Pause oder ein Paar Ersatzbeine. Boah!!!

verzapft von Ilona um 22:16 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Donnerstag, 23.09.2010

Wassertreten an der Iller

Herbstanfang und wieder super sonniges Wetter. Trotzdem heute erstmal ausschlafen, bis es nicht mehr ging und dann den Vormittag gemütlich aufm Balkon in der Sonne gesessen und die Beine ausgeruht.

Nachmittag war dann die Sonne vom Balkon weg und wir sind mit Sandalen aufgebrochen nach Fischen. Bisschen Kosmetik-Zeugs einkaufen, Kaffe trinken und Eis essen. Also all das, was andere Leuts meist so im Urlaub tun. ;-)

Wanderung in der Iller. Erholsam und gut für die Füße

Dann noch ein Spaziergang an der Iller und wir wären ja nicht wir, wenn wir da einfach nur so entlang promeniert wären wie alle anderen.

Nein, wir gingen IN der Iller spazieren. Was bei den sommerlichen Temperaturen und dem niedrigen Wasserstand auch ganz gut ging. Barfuß wie Andi könnte ich das nie, aber ich hab ja wassertaugliche Tevas, die machen sowas geduldig mit und bieten auch ne gute Haftung auf dem doch rutschigen Untergrund. War aber ne gute Kneipp-Kur für meine geplagten Füße, denen gings nach dem kalten Bad gleich viel besser!

Wassertreten in der Iller: Für mich nur mit Sandalen machbar

An den tieferen Stellen habe ich gestaunt, wie stark doch die Strömung war, da musste man schon gut aufpassen, dass man nicht umkippte.

Mein erstes selbstgebautes Steinmännchen

Zuletzt noch am Ufer gehockt, gesonnt und Steinmännchen gebaut. Auch gar nicht so einfach das.

Meine Güte, tat dieser Tag meinen Beinen gut! Musste echt mal sein. Leider ist nun die weitere Wettervorhersage nicht mehr so gut, aber mal gucken, was davon eintrifft.

Der Mondaufgang am Abend kam schon mal gut und ich hab mal versucht, das zu knipsen:

Der Vollmond geht überm Entschenkopf auf. Vom Balkon aus geknipst
Vollmond. Rechts das Rubihorn


verzapft von Ilona um 22:18 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Freitag, 24.09.2010

Hirschberg und Hirschbachtobel

Der Morgen begrüßte uns entgegen aller Voraussage mit sonnigem Wetter. Nun ja, erstmal frühstücken und gucken, ob es anhalten würde.

Nach dem Frühstück bummelten wir ne Weile rum und wussten nicht so recht, was wir machen sollten. Dann erinnerte ich mich mal an eine Empfehlung der Allgäuer Fachbergsteigerin für eine kleine Runde: Der Hirschberg und irgendwas mit Tobel.

Auf dem Hirschberg

Auf der Karte war besagter Berg schnell gefunden und ab gings nach Bad Hindelang. Dort durfte man, oh Wunder, das Auto umsonst parkieren und schon machten wir uns auf den Weg.

Rauf gings nicht über den Hirschbachtobel, sondern andersrum, das ist irgendwie so gekommen, lief sich aber auch prima. Meine Kondition bewegte sich heute die ganze Zeit am Limit, dabei war die Steigung gar nicht so arg und auch nicht lang. Jedenfalls lief mir der Schweiß in Strömen runter, kann auch mit daran gelegen haben, dass es recht schwül war.

Ausblick vom Hirschberg: Rechts der Spieser, in der Mitte der Aggenstein

Der Weg war aber klasse und nach nicht ganz zwei Stunden war der Gipfel erreicht. Und die Sonne schien immer noch und inzwischen hatte der Tag auch hochsommerliche Temperaturen.

Wir überlegten, noch eben zum Spieser rüberzumachen, entschieden uns dann aber für Faulenzen und Sonnen auf dem Hirschberggipfel. Damit kriegten wir glatt über ne Stunde rum.

Im Hirschbachtobel

Runter gings dann über den Hirschbachtobel und das war richtig schön! Natürlich auch steil und manchmal bisschen ausgesetzt, aber jederzeit prima zu laufen und vor allem zu Gucken. Ganz schöne Felsen stehn da rum!

Wieder unten in Bad Hindelang angekommen, war gerade Kaffeezeit und so setzten wir uns beim Kirchbäck ins Straßencafé und tranken ausgiebig Kaffe mit lecker Kuchen.

Und es regnete immer noch nicht, allerdings sah man, wie sich der Himmel auf der einen Seite zuzog.

Jetzt sind wir zurück in der FeWo und es riecht fast nach Gewitter. Wind geht auch schon ganz schön.

Aber egal: Einen Tag vom Wetter geschenkt bekommen und auch noch gut genutzt. Feine und aussichtsreicheTour!

verzapft von Ilona um 22:19 Uhr | 2 Kommentare | TB

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Samstag, 25.09.2010

Winteranfang und Urlaubsende

Neuschnee auf dem Entschenkopf - der Urlaub ist wohl zu Ende

Der Herbst hat hier gerade mal zwei Tage gedauert, denn heute ist hier Winteranfang. Es ist kalt, es regnet seit gestern abend ununterbrochen und oben auf den Bergen liegt jede Menge Schnee.

Ist wohl ne klare Ansage: Heh, der Urlaub ist zuende.

Aber das ist nicht schlimm. Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Oder etwa nicht?

Was sonst noch zu sagen wäre:

  • ich habe trotz excessiver Urlaubs-Völlerei zwei Kilo abgenommen,
  • mit meinen Knien werde ich irgendwann ziemliche Probleme bekommen,
  • Höhenangst wird man nie völlig los, man kriegt sie nur unterdrückt,
  • meine Kondition war nie besser als nach diesem Urlaub, nur brauch ich zwischendurch mehr Ausruhzeit als mein Begleiter,
  • es sind immer noch soviele Berge übrig
  • Die Fotos gibts nochmal als Galerie im Fotoblog.
  • Die Kompaktversion des Reiseberichtes für Lesefaule gibts bei Andi
verzapft von Ilona um 22:20 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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