Montag, 01.08.2011

Elbsandsteingebirge 2011 – Tag 3

Wieder Regen beim Aufwachen. Herrje, wollte das denn gar nicht aufhören?

Also erstmal gemütlich frühstücken und dann sah es draussen auch schon trockener aus. Die Schrammsteine waren heute unser Ziel, da waren auf der Karte lauter kleine Leitern eingezeichnet, die paar Abenteuer versprachen.

Auf einer Stiege, keine Ahnung, welche das war

Also runter Richtung Schrammsteinbaude, über die Straße und den Lattengrund nach oben zum Schrammsteintor. Durch dieses durch und auf dem Wildschützsteig hoch zur Schrammsteinaussicht. Der Wildschützsteig war wie alle Steige hier ein steiler Bergaufweg, der mit Holztreppen, Leitern und Stahltreppen gesichert ist. Manchmal sind es auch nur ein paar Tritte im Sandstein, aber immer was zum Festhalten oder Hochziehen da.

Schrammsteinaussicht: Blick ins Nichts

Kinderleicht also, aber lustig zu laufen und auf die Dauer auch ganz schön anstrengend. Und es gibt immer was zu gucken, sogar wenn die Sicht so grottenschlecht ist wie heute. Der vergangene Dauerregen hat nämlich einen ziemlichen Nebel erzeugt, der uns die sogenannte Schrammsteinaussicht ziemlich vermiest hat, sprich: Sie war nicht vorhanden. Dies bedarf also der Wiederholung bei schönem Wetter, unbedingt!

Aussicht vom Schrammstein, dicke Felsen im Nebel

Wir laufen dann weiter auf dem Schrammstein-Gratweg entlang, der ist erst bisschen kletterig, aber dann ganz normal zu laufen. Immer wieder bieten sich unglaubliche Aussichten auf die bizarre Felsenwelt- alles so gigantisch, meine Güte!

Felsen im Nebel... Herr-der-Ringe-Landschaft

So, mal gucken, ob ich es zusammenkriege: Also nächstes geht es die Rotkehlchenstiege runter, unten ein Stück um die Felsenkette und dann die Heilige Stiege wieder hoch. So richtig heilig war die nicht, aber jede Menge Treppenstufen, heiliger Bimbam!

Oben ein bisschen über die Felsen cruisen und dann die Zurückestiege wieder runter. So macht das Spaß!

Wir laufen auf dem Elbleitenweg zurück zum Schrammtor, wo erstmal Pause angesagt ist. Das Ganze geht ja doch ganz schön in die Beine!

Eine der unzähligen Aussichten auf die Felsenwelt

Als wir an der Schrammsteinbaude zum Feierabendbier ankommen, kommt doch tatsächlich die Sonne raus! Wir probieren auch gleich noch ein paar Biersorten durch und entscheiden, dass das Pupen-Schultze-Schwarzbier am besten schmeckt. Und den lustigsten Namen hat.

Die Sonne scheint übrigens immer noch, während ich hier auf unserem gemütlichen Balkon sitze und diesen Bericht tippe. Und einen guten Plan für morgen haben wir auch schon. cool

verzapft von Ilona um 19:30 Uhr | 3 Kommentare | TB

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Dienstag, 02.08.2011

Elbsandsteingebirge 2011 – Tag 4

Heute hatten wir die Affensteine auf dem Plan. Genaugenommen wollten wir die Häntzschel-Stiege hochgehen und dann weiter eine schöne Runde hinbekommen und dabei vielleicht noch paar andere Stiegen mitnehmen.

Dazu ging es erstmal mit der Kirnitzschtalbahn (eine alte Straßenbahn, genau wie früher, sogar der Klingelton stimmt noch!) hinter zum Beuthenfall, dort führte der Wanderweg hoch zum Bloßstock, dort war auch schon der Einstieg. Netterweise war auch gar nicht viel los, aber alleine waren wir natürlich nicht.

Einstieg in die Stiege, es war wirklich alles komplett abgesichert, nur hochkriegen musste frau sich selber
In Aktion!
Sieht gefährlicher aus als es ist. Nee, wirklich, ich hatte keinen Augenblick Angst oder so
Oben! Man wird mit prima Aussicht belohnt, aber die kann man auch schon zwischendurch bewundern


Die Stiege war schon nicht schlecht, zumindest anspruchsvoller als die ganzen anderen mit den Treppen und Leitern. Hier durfte man auch bisschen rumklettern und manchmal wars auch ein wenig ausgesetzt. Aber irgendwie war es zu schnell vorbei, hätte gern länger gehen dürfen.

Pause mit Aussicht auf den Affensteinen

Oben ging es dann auf einem Wanderweg weiter in Richtung Frienstein und Idagrotte. Es ist unglaublich, aber man kann hier wandern wo man will, es gibt laufend irgendwas zu gucken, zu beklettern oder zu beaussichten. Überall stehen diese wuchtigen unglaublichen Felsen herum.

Die Idagrotte war richtig klasse, wie hoch man da wirklich ist, bekommt man erst mit, wenn man das aus der gegenüberliegenden Wand betrachtet.

Der Weg zur Idagrotte, fast wie im Hochgebirge, was?
An der Idagrotte
Die Idagrotte von gegenüber. Wenn man genau hinschaut, sieht man im oberen Drittel der Felswand paar bunte Punkte, das sind Touristen in der Grotte


Auf dem Weg zum Frienstein, mitten in den Felsen kommt man sich ganz schön klein vor

Danach haben wir uns ein bisschen vermacht, eigentlich wollten wir in den Affensteinen bleiben, sind dann aber aus Versehen auf einem 1-a-Wandersteiglein auf den Kleinen Winterberg gegangen. Da wollten wir zwar nicht hin, aber schließlich ist der Weg das Ziel und der war klasse.

Und nun? Wie weiter? Auf der Karte zeigte sich in der Nähe der Kuhstall, wo es auch eine Gaststätte geben soll. Nix wie hin! Es war super Sonnenwetter und bullig warm, wir brauchten dringend was zu trinken. Dazu ging es mal ganz runter und zum Kuhstall wieder eine Stiege rauf. Dort war es ganz nett, aber ein Touristenrummel, als obs verboten würde. Wir tranken unser Bier und machten weiter.

Inzwischen waren wir auch ziemlich k. o. (zumindest ich), so dass wir uns ein bisschen Gelatsche gespart haben und noch einmal mit der Straßenbahn gefahren sind. Das war nachmittags nur halb so gemütlich, weil ein ganzer Stall sächsischer Großfamilien samt quengelnder Blagen mitgefahren sind. Hab ich irgendwie keinen Nerv mehr für….

An der Ostrauer Mühle haben wir versucht, noch gemütlich ein Bier zu trinken, aber der Kellner war wohl noch von früher übrig geblieben, der hatte keinen Bock, uns zur Kenntnis zu nehmen, also sind wir wieder gegangen.

Kaminklettern. Okehhhh, das Foto war gestellt...

Den netten Wanderweg hoch nach Ostrau kannten wir ja schon vom Sonntag, diesesmal unterbrachen wir die Wanderung aber an einem netten Gasthof mitten in der Pampa, wo wir ganz gemütlich noch ein Feierabendbier trinken konnten und im Anschluss noch zwei leckere Riesenschnitzel verspachtelt haben. Wow, so macht Urlaub Spaß!

Hatte ich erwähnt, dass wir heute mal richtiges Sommerwetter hatten?

verzapft von Ilona um 20:30 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Mittwoch, 03.08.2011

Elbsandsteingebirge 2011 – Tag 5

Die Elbe ganz früh zeitig bei Schmilka.

Es sollte ganz zeitig losgehen, weil wir ein Stück mit dem Bus fahren wollten. Wetter sah fantastisch aus und der Bus brachte uns von fast vor der Haustür hier nach Schmilka. Dort sahen wir das erste Mal die Elbe bei Sonnenschein.

Unser Plan sah heute vor, dass wir alle Stiegen gehen, die wir bisher noch nicht gefunden haben. Als erstes war die Rübezahlstiege dran. Dort führt kein Wanderweg hin, man muss also ein bisschen suchen, hieß es im Netz. Aber es gibt richtig gute Wegbeschreibungen, nach denen wir es ziemlich schnell gefunden haben. An der Stiege wurden viele Tritte und Sicherungen entfernt (k. A., warum), so dass man ein bisschen klettern muss, aber nicht schwer.

Bisschen tricky ist der Teil in diesem engen abgeschlossenen Kamin, da ist es erstens so eng, dass man den Rucksack abmachen muss und zweitens stockdunkel. Was zur Folge hat, dass man blind klettern und gleichzeitig noch den Rucksack nach oben befördern muss. Sehr lustig!

Wir haben das aber prima geschafft und es war viel zu kurz, wie immer.

Am Einstieg zur Rübezahlstiege
Hier überleg ich grad, wie ich in den engen Kamin reinkomm und finde auf Anhieb keinen Tritt
An der Zwillingsstiege. Schöne Sicherungen und nicht zu viele.
Jetzt wirds eng! Nix für Dicke, diese Stiegen, das haben wir mehr als einmal beobachtet.


Danach machten wir uns auf die Suche nach der Zwillingsstiege und die war fast noch leichter zu finden und auch nicht besonders schwer. Wir sind da also hoch und auf dem Weg danach weiter an den Felsen entlang gegangen und stießen dann auf den zweiten Teil der Häntzschelstiege. Na sowas? Aber noch mal da hoch? Nö, keine Lust.

Frühstückspause. Schöner gehts kaum.

Die obere Affensteinpromenade, die dort entlangführt, war ein weitaus bessere Alternative. Sie führt oben die gesamte Affensteinkette entlang und bietet jede Menge Tiefblick und Aussicht. Wahnsinn mal wieder, wir waren begeistert.

Aussicht bewundern... Hauptbeschäftigung hier beim Wandern

Am Ende mündet sie in denselben Weg zum Frienstein, den wir gestern schon gegangen waren. Wir entschieden uns für eine Wiederholung und wanderten auf einem weiteren schönen Höhenweg zum Kleinen Winterberg, dann um diesen drumrum, woraufhin uns der Lehnsteig wieder nach unten führte.

Jetzt fehlte nur noch die Starke Stiege, die sollte ganz hinten im Rauschengrund sein. Wir schlugen uns auf gut Glück nach der Einmündung der Rotkehlchenstiege nach rechts in einen nicht bezeichneten Weg und liefen das Tal hinauf, in der Hoffnung, das Richtige erwischt zu haben.

An der Starken Stiege. Bisschen kletterig und schön sonnig. Da war grad Mittag.

Hatten wir! Nach ein bisschen Suchen und Hin und Her im Wald standen wir vor der Stiege und erklommen auch diese noch. Wieder schön und viel zu kurz. Aber an ihrem Ende wartet ein weiterer wunderbarer Höhenweg auf uns, der eigentlich nur als Kletterzustieg gekennzeichnet ist. Der ist auch teilweise ganz schön ausgesetzt, aber es machte einen Riesenspaß, dort zu laufen. Wir haben unterwegs nur noch ein Pärchen getroffen, die auf der Suche nach der Starken Stiege waren. Da konnten wir mal direkt weiterhelfen.

Auf dem ausgesetzten, aber aussichtsreichen Kletterzustieg nach der Starken Stiege
Unterm Schirm. Klettereifaxen beim Aussicht bewundern
Der Wanderweg führte da durch, also los. Sieht aus, als obs nicht mehr lang hält


Wir gingen diesen Weg, bis er in den Gratweg über die Schrammsteine mündete. Dort trafen wir auch die ganzen Touristen, die uns auf unseren bisherigen Wegen heute so gar nicht gefehlt haben….

Schrammsteinausicht ohne Nebel. Wow!

Wir liefen bis vor und gingen nochmal auf die Schrammsteinaussicht, die Massen von Leuten, die heute dort waren, in Kauf nehmend. Die Aussicht ist es echt wert, vor allem ohne Nebel! zwinker

Jetzt hatten meine Beine langsam genug, aber wirklich! Es war kurz nach drei und seit heut früh um sieben waren wir auf den Füßen.

Also ging es den Jägersteig hinunter, nochmal durchs Schrammtor und über den Lattengrund zur Schrammsteinbaude, erstmal ein Bier trinken. Bei der Wärme war sogar mein großes Wasserreservoir alle geworden heute, was nicht oft vorkommt.

Danach selbes Programm wie gestern: Abendessen im Zschiehädelhof und ab in die Ferienwohnung. Die Dusche hatte heute nicht nur jede Menge Schweiß, sondern auch richtigen Dreck zu beseitigen.

Was für ein Wandertag!!! Über 20 km und 1000 Höhenmeter in den Beinen und jeder Schritt hat Spaß gemacht.

verzapft von Ilona um 20:24 Uhr | 3 Kommentare | TB

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Donnerstag, 04.08.2011

Elbsandsteingebirge 2011 – Tag 6

Beim Aufstehen fängts an mit Pieseln. Aber nicht sehr stark, also beschließen wir, die geplante Tour genau so zu machen, Abbruchmöglichkeiten gibt es ja immer.

Heute ist der Große Zschand dran, der hat son tollen Namen, find ich. Außerdem verheißt die Karte in diesem Gebiet feine Wanderwege. Dazu fahren wir mit dem Auto hoch ins Kirnitzschtal zur Neumannmühle.

Nicht ohne vorher in Bad Schandau bei einem Bäcker zu halten, um uns Frühstück zu besorgen, in der FeWo war uns leider das Brot ausgegangen. Es gibt frisch gebackene belegte Brötchen und zwei Stück Butter-Zucker-Kuchen, von dem ich allerdings nur eine Kostprobe abkriege. Der Kuchen ist hier einfach von anderer Qualität als im Schwabenländle. Mjamm!!!

In der Hickelhöhle. Wie gesagt, eigentlich nur ein größerer Unterstand.

Von der Neumannmühle gehts auf einem Fahrweg in Richtung Zeughaus (ein Gasthof, der aber noch geschlossen hat). Ein Stück später biegt der Weg ab auf den Reitsteig in Richtung Hickelhöhle. Man kommt auch auf dem Fahrweg zu dieser Höhle, sogar in kürzerer Zeit, verpasst dann aber einen wunderbaren Höhenweg, der sich in vielen Serpentinen durch die Seitentäler windet und viele “Guckstellen” auf die Felsenwelt bietet.

Wir sind mal wieder restlos begeistert, offensichtlich kann man hier hingehen, wo man will, es ist immer ein Hit! Kein Mensch unterwegs heute bisher, obwohl sich das Wetter inzwischen wesentlich gebessert hat. Gut, dass wir losgegangen sind!

Wir kommen an der Hickelhöhle an, die ist nicht so toll, obwohl es die zweitgrößte Höhle hier im Elbsandsteingebirge sein soll. Eigentlich ist es auch keine Höhle, sondern nur ein größerer Unterstand.

Weiter geht es auf dem Wanderweg Großer Zschand, hier begegnen uns die ersten Mitwanderer. Wir laufen in Richtung Abzweigung Richterschlüchte, aber da kommt uns vorher noch ein Bergpfad in die Quere, den es auf unserer Karte gar nicht gibt. Dort steht, es geht durch die Weberschlüchte zur Webergrotte, aber es gibt keinen Weiterweg, man muss wieder zurück.

Die Webergrotte. Rechts die Stufen führen zum Weiterweg, den wir allerdings nicht probiert haben. War auch alles total nass und glitschig

Nach kurzem Überlegen steht fest, diese Webergrotte nehmen wir mit. Gute Wahl! Der Weg führt ziemlich abenteuerlich durch diese Schlucht, man hat allerdings manchmal den Eindruck, dass man am Strand wandert, der Weg ist komplett mit tiefem weißen Sand bedeckt, der das Vorwärtskommen bisschen mühsam macht. Ok, wir sind ja auch im Elbsandsteingebirge.  Die Webergrotte ist besser als die Hickelhöhle, es sieht hier aus wie im Märchenwald mit Zwergenhöhle. Man hat immer den Eindruck, laufend müssten irgendwelche Zwerge hinter den Felsen hervorspringen und sich tierisch über uns Touristen aufregen…

Wir sehen an der Grotte zwar einen angedeuteten Weiterweg, allerdings in der falschen Richtung. Dort wären wir wohl in Böhmen gelandet. Also das ganze wieder retour auf den normalen Wanderweg zurück.

An der Richtergrotte. Dort gab es sowas wie ne Riesendusche, ein kleiner Wasserfall vom Dach der Grotte

Dort zweigt dann 100 m Weiter der Weg in die Richterschlüchte ab, welcher auch sehr schön zu laufen ist. Dieser endet an der Richtergrotte, von wo aus der sogenannte Goldsteig unser weiterer Weg ist.

Auf dem Wanderweg an den Felsen entlang. Wunderschön und viel zu gucken.

Das ist wieder das Schmankerl des heutigen Tages, da dieser Höhenweg direkt unter den Felsen hindurch führt und uns in vielen Serpentinen viele Aussichtspunkte bietet. Vor allem die Aussicht nach oben auf die Kletterfelsen, die dort sehr spärlich angebrachten Sicherungen und immer wieder die Frage: Wie kann man das klettern??? kopfkratz

Regenpause in einem überhängenden Felsen. Diese Boofen gab es dort zuhauf

Mittlerweile ist auch das Wetter wieder schlechter geworden. Einem Regenschauer können wir in einer der zahlreichen “Boofen” ausweichen. Wir entscheiden uns jedoch, die Tour abzukürzen und den “Kleinen Zschand” für ein andermal aufzuheben.

Am nun geöffneten Gasthaus Zeughaus gibts ein Bierchen und für jeden eine leckere Tasse Soljanka, begleitet von einer angenehmen Pause für die Füße, die heute auch schon wieder fast 20 km hinter sich haben.

Ilona turnt in den Felsen rum. In die Spalte kam man ganz leicht von hinten rein

Auf dem Rückweg zum Parkplatz können wir der Versuchung dann aber nicht wiederstehen und folgen einem abzweigenden kleinen Pfad in die Wildnis, der uns noch mal tief hineinführt in den Märchenwald und auf einem breiteren Fahrweg endet. Sowas ist immer ziemlich spannend hier, man müsste mal eine Tour machen, auf der man nur derlei kleinen Wegen folgt, denn es gibt sie zuhauf hier und auf der Karte findet man sie nicht.

Am Parkplatz der Neumannmühle putzen wir noch die Schuhe in der Kirnitzsch, dann gehts nach Bad Schandau, noch paar Vorräte ergänzen und dann ist Feierabend. Gutes Timing, denn inzwischen regnet es ziemlich stark.

Schon wieder eine klasse Tour!

verzapft von Ilona um 20:27 Uhr | 3 Kommentare | TB

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Freitag, 05.08.2011

Elbsandsteingebirge 2011 – Tag 7

Du meine Güte, ist wirklich schon Freitag? Wo ist denn die Woche hin? Immerhin werden wir heute von der Sonne geweckt und da für nachmittags Regen angekündigt ist, machen wir früh los.

Es geht wieder mit dem Auto zur Neumannmühle. Natürlich Zwischenstop beim Bäcker, aber diesmal bin ich schlau genug, drei Stück Zuckerkuchen zu kaufen, also auch eins für mich. mampf Fürs Vesper haben wir heute selbstgemachte Käsebrote dabei, aber das kommt erst später dran.

So gehts gleich früh los, treppig und steigig in die Wildnis

Und nun muss ich mal gucken, ob ich die Tour heute zusammenkriege. Wir haben nämlich gestern in der Gaststätte Zeughaus detailliertere Karten für die Gegend hier gekauft und da sind die ganzen netten kleinen Pfade drin, die wir so gern laufen und die auf der großen Wanderkarte gar nicht erscheinen. War auch ne richtig witzige Pfadfindertour heute. Nebenbei: Die Karten sind nicht nur sehr detailgetreu, sondern auch richtige kleine Kunstwerke, z. B. auch zum an die Wand hängen und dann spazierengucken.

Kleine Kletterei am Felsen, was tut frau nicht alles für ein gutes Foto?

Wir sind gleich nach der Neumannmühle rechts eingebogen, dort führt ein treppiger Pfad hoch zur Knorre (wo wir gestern nachmittag aus Versehen schon mal waren). Von dort gehen wir über den Himbeergrund, wo wir fast im Morast ersaufen,  in Richtung kleiner Winterberg und finden wieder einen netten Bergpfad an den Felsen entlang bis zum Heringsstein. Warum der so heißt, weiß wahrscheinlich keiner mehr…

An einer Wegkreuzung bietet sich die Chance, mal eben auf den Großen Winterberg zu gehen, die wir nutzen. Der Weg ist schön ansteigend, erst als feiner Bergpfad, das letzte Stück zur Gipfel-Gaststätte hoch eine Fahrstraße, also nicht so schön. Oben gibts ein Gipfel-Bier und ein Päuschen. Der anfangs noch strahlend blaue Himmel hat sich jetzt bisschen zugezogen, wir hoffen, dass es noch ne Weile trocken bleibt, denn wir klamüsern uns einen schönen Weg zusammen.

Und der geht so: Runter vom Winterberg und laufen in Richtung Kirnitzgrab (das ist gleich hinter der Richtergrotte, wo wir gestern waren), kurz vor diesem abzweigen Richtung Roßsteig, von dort sollte dann ein Weglein abzweigen, der sich Gehackter Weg nennt. Die Namensgebung ist hier sehr fantasievoll, oder?

Diesen Abzweig finden wir auch noch mehrmals hin und herlaufen nicht, also schlagen wir uns an der günstigsten Stelle in den Wald und finden tatsächlich ein winziges Weglein, dem wir folgen. Was immer ziemlich spannend ist. So kommen wir zum Kleinen Kuhstall, wo unser Weglein in einen bezeichneten Bergpfad mündet, von dem wir annehmen, dass es der Gehackte Weg ist.

Das Hintere Raubschloss vom Pechofenhorn aus. Sieht nett aus, aber auch gut besucht.

Dem folgen wir dann bis zuletzt und stehen auf einer aussichtsreichen Felsengruppe (Hinteres Pechofenhorn), von wo wir gegenüber das Hintere Raubschloss bewundern können. Wir beschließen, dass wir da auch noch hoch müssen und machen uns an den Abstieg, der schön wild und abenteuerlich zu kraxeln ist. Unterwegs treffen wir auch mal ein paar Leute, die da hochsteigen, ansonsten haben wir ausser am Großen Winterberg noch niemanden gesehen.

Aufstieg über Leitern und Treppen zum Raubschloss

Unten angekommen, geht es sofort an den Anstieg zum Raubschloss, der auch zuletzt wieder richtig spassig ist, mit Leitern, in den Fels gehauenen Treppen und Eisenbügeln. Das letzte Stück ist wieder nichts für Dicke, deshalb wundern wir uns nicht, warum die Familie mit der kräftigen Ommi eine Etage tiefer Pause macht.

Wir haben das ganze Gipfel-Plateau für uns alleine und packen unsere Brote aus. Es tröpfelt inzwischen ein bisschen, aber der Regen verdunstet sofort auf der Haut. Wir lesen das Info-Schild und erfahren, dass es hier wirklich mal eine Burg gab. Netter Platz dafür!

Pausenbrote auf dem Raubschloß mit wieder mal Super-Aussicht

Weiter hinten ziehen nun dunkle Wolken auf, also machen wir uns an den Abstieg mit einem kleinen Umweg zum Zeughaus, noch ein Feierabendbier trinken. Die haben dort das leckere dunkle Tschechen-Bier. Wir sitzen dort kaum 5 Minuten, als es anfängt zu regnen. Glück gehabt! Viele nasse Wanderer treffen nach uns ein und es will gar nicht wieder aufhören zu regnen. Also bestelle ich mir einen großen Topf Soljanka (wenn ich schon mal hier bin), meine Güte, ist die lecker!!! Andi hat Walnuss-Apfelkuchen mit Sahne, aber das schaffe ich danach nicht auch noch.

Als es nicht aufhören will, werfen wir das Regenzeug über und machen uns auf den Weg. Ist ja nicht mehr weit zum Auto. Als wir dort ankommen, ist auch die Sonne wieder da.

Nun sind wir hier in der Ferienwohnung und der Himmel ist wieder blau. Gut, dass für morgen noch mal schönes Wetter angesagt ist, dann können wir unseren letzten Tag hier gut nutzen.

verzapft von Ilona um 18:50 Uhr | Kommentare deaktiviert | TB

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Samstag, 06.08.2011

Elbsandsteingebirge 2011 – Tag 8

Ein guter Tag beginnt mit einem guten Frühstück, denken wir und da wir noch irgendwo einen Geldomaten auftreiben mussten, gingen wir erstmal runter nach Bad Schandau zu besagtem Bäcker. Dort kann man beim Frühstück trefflich draussen sitzen und der Herr an meiner Seite spachtelte sich fröhlich durchs vorhandene Kuchensortiment und das war nicht von schlechten Eltern. Besonders der Kleckselkuchen hatte es ihm angetan. Leider kam die Eierschecke gerade erst aus dem Ofen und musste noch abkühlen.

Morgensonne im Wald - unser Wanderweg in der Frühe

Nach dem Frühstück Geld tanken und wieder hoch nach Ostrau, die Rucksäcke holen. Zum Autofahren hatten wir keine Lust, also war der Plan, heute noch eine paar unbekannte Wege in den Affen- und Schrammsteinen zu begehen. Und da gibts tatsächlich noch welche.

Aufstieg in der Wilden Hölle

Wir starteten mit der Wilden Hölle, die wir direkt von Ostrau aus über den Nassen Grund und danach den Jordanweg erreichten. Das ging erst sanft, dann etwas steiler bergan, um dann wieder in einem kleinen, aber feinen Klettersteig zu enden. Oben angekommen gibt es einen wunderbaren Höhenweg (die scheint es hier überall zu geben) vorbei am Ausstieg der Zwillingsstiege bis vor zum zweiten Teil der Häntzschelstiege, wo wir ja schon mal waren.

Am Fels langhangeln in der Wilden Hölle

Nun hatten wir diesen Teil vollständig und entschlossen uns, die Obere Affensteinpromenade noch einmal zu laufen, das war aber auch zu schön dort!

Diesmal trafen wir sogar zwei Kletterer, die wir in ein Gespräch verwickelten, das dem Austausch von Emailadressen endete. Falls wir also nochmal herkommen, sollen wir uns melden, dann nehmen sie uns mal mit zum Klettern.

Tiefblick zur Zwillingsstiege von der Oberen Affensteinpromenade

Weiter ging es, diesmal aber nicht bis zum Frienstein, sondern wir  stiegen nach einer Höhle auf zu einem Aussichtspunkt (ich glaube, es heißt Fluchtwand oder zumindest da in der Nähe). Wir machten eine kurze Pause und einen guten Plan für den Weiterweg.

Zur Durchführung ging es dann über den Zurückesteig in die Nähe der Rotkehlchenstiege, wo wir den ausgesetzten Weg von letztens wiederfanden. Wir wollten versuchen, den andersrum zu laufen und auf der gegenseitigen Schluchtseite die Fortsetzung zu finden.

Aussicht vom Bergpfad über den Rauschengrund zum Rauschenstein

Das hat mal tadellos geklappt. Gleich nach dem Ausstieg der Starken Stiege ging der Weg weiter und war genau so klasse wie der erste Teil mit vielen Superaussichten. Hach! Das in der Nähe aufziehende Gewitter hat sich dann gottseidank wieder verzogen, so dass wir nicht abbrechen mussten.

Wir haben noch ein paar lustige Leipzschger getroffen, die hier öfter zum Wochenendwandern herkommen (die hams gut!) und die zeigten uns den Weg ins Schwarze Loch. So war der Name des letzten Steigleins für heute, das uns als Abstieg dienen sollte und zwar nicht spektakulär war, dafür aber steil bergab ging und diesmal ohne viele Treppen.

Aussicht zum Falkenstein, auch aus der Ferne ein Mordsbrocken

Unten suchten wir uns einen schönen Heimweg zwischen Schrammsteinen und Falkenstein hindurch, um diesen herum und über den Schießgrund zur Schrammsteinbaude zwengs Feierabendbier. Das zischte auch nur so runter bei der Hitze, gut, dass das Wetter sich nicht an die Vorhersage hält.

Nach der Pause schleppten wir die müden Beine hoch zum Zschiehädelhof und füllten uns die Bäuche mit Rahmgeschnetzeltem und Bratkartoffeln. Meine Güte, war das lecker! Und so gemütlich da zu sitzen.

Leider war das die letzte Wanderung hier. Morgen gehts nach Hause. Aber für nächstes Jahr wird Elbsandstein auf jeden Fall wieder in die Urlaubsplanung aufgenommen. Gibt noch viel zu tun hier.

verzapft von Ilona um 19:52 Uhr | 2 Kommentare | TB

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Samstag, 20.08.2011

Mutschen und Altmann

Endlich mal wieder zum Alpstein! Schon lange wollten wir da hin, da gibts noch so viel zu erwandern. Aber manchmal hält einen das Wetter davon ab und dann ist da noch die elend lange Fahrerei…

Dieses Wochenende wollten wir es packen. Früh im Dunkeln gings los, nur nen Kaffee gabs zum Wachwerden, Frühstück und Vesper hatten wir abends vorbereitet zum Mitnehmen.

Los ging es diesmal in Wildhaus, als erstes war der Mutschen unser Ziel. Das lief sich auch prima und machte Spaß, wir waren ja gut im Training.

Auf dem Mutschen. Links von mir ist der Abgrund ins Rheintal, ich schau mir grad den Weiterweg an

Am Mutschensattel gibts schon ne tolle Aussicht, die aber noch übertroffen wird von der Aussicht ganz oben. Man krabbelt nämlich gemütlich das letzte Stück Berg hoch und… steht vor einem Abgrund namens Rheintal mit ganz unglaublichem Tiefblick. Damit rechnet man überhaupt nicht und es verschlägt einem die Sprache (was bei mir was heißen soll). Leider war es sehr diesig, so dass die Fotos nix taugen.

Mit dieser Aussicht gabs erstmal Frühstück und die Erkenntnis, dass wir die ersten 1000 Höhenmeter schon geschafft hatten. Fühlte sich gar nicht so an!

Die Hütte am Zwinglipass, hübsches Bauwerk.

Nach der Pause gings erstmal relativ “eben” weiter zum Zwingli-Pass, wobei wir den Altmann, unser nächstes Ziel, die ganze Zeit vor Augen hatten. Ein Berg, bei dem man nicht glaubt, dass man da ohne Kletterausrüstung hoch kann.

Dann hoch zum Altmann-Sattel. Und nun wurde es mühsam, die Kondition eierte vor sich hin. Wir hatten wohl zuwenig Höhentraining gehabt (dieses Jahr noch nicht einmal über 2000 Meter gekrabbelt) und inzwischen war es auch ganz nett warm geworden.

Der Altmann von weitem, das ist der große weiße Steinhaufen. Den Säntis sieht man im Hintergrund

Ok, dann eben schön langsam. Zwischendrin ließen sich auch prima Murmeltiere, Steinböcke und Eingeborene beobachten. Letztere probierten auf ungewöhnlichem Weg auf den Nädligergrat zu kommen, scheiterten aber an einen steilen Schotterrinne. Sehr spannend.

Hier sollte es gleich hochgehen. Wenn man genau hinschaut, sieht man paar Leute in der Wand

Vom Rotsteinpass zum Altmannsattel sind es dann nur ein paar Schritte und dann beginnt eine nette Kletterei ohne Seil und doppelten Boden auf den Altmann-Gipfel. Durchaus zu packen für mich, aber schwieriger als am Widderstein oder Rauhhorn. Ganz oben gibts ein Stück ziemlich ausgesetzten Grat, den ich ganz schön eklig fand. Im Nachhinein betrachtet hab ich aber wieder was dazu gelernt und würde es sogar noch mal machen. (Auch wenn ich gleich danach was anderes gesagt hab zunge)

Geschafft und dämlich grinsend am Gipfelkreuz des Altmann. Dahinter sieht man bisschen was von dem Grat, es gehen grad Leute runter

Auf dem Gipfel dann ne Weile ausruhn und Aussicht genießen, dann das ganze wieder retour, was besser ging als befürchtet. Abklettern ist immer bisschen doof.

Runter zur Rotsteinpasshütte war dann alles mit Seilen und Tritten gepflastert, das war einfach. Das hatten wir ja auch schon mal hochwärts gemacht, als wir vom Säntis gekommen sind.

An der Hütte gabs ne Pause mit kühlen und sauteuren Getränken, na ja, Schweiz halt.

Inzwischen war es richtig gut warm und je weiter wir runter kamen, desto brütender wurde die Hitze. Ab und zu gabs ne Kuhtränke am Wegesrand zum Mütze nassmachen und bisschen abkühlen, aber es war schon mühsam.

An der Alpe Gamplüt gabs kurz vorm Ziel noch einen Kaffee zum Durchhalten und bald war auch der Wildhauser Parkplatz erreicht. Insgesamt waren das ca. 20 Kilometer und 1600 Höhenmeter. Uffz! uffz

Hat aber Riesenspaß gemacht, mal wieder auf die richtig hohen Berge zu klettern.

Nur zu gerne könnte man in Alpstein mal eine ganze Woche Urlaub verbringen, zu wandern gibt es dort mehr als genug. Was aber völlig abschreckt, sind diese absurden Preise. Nicht nur für die Verpflegung, auch der Preis für eine Unterkunft, die nicht grad ein Schlafsaal ist, ist jenseits von Gut und Böse.

So macht das einfach keinen Spaß, besonders wenn man weiß, dass das Allgäu nur wenig weiter weg ist. Gut, dass man Alternativen hat. smile

verzapft von Ilona um 20:38 Uhr | 5 Kommentare | TB

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