So, heute war nun Stadtbesichtigung in Budapest. Das Wetter war hervorragend, bereits beim Aufwachen schien die Sonne ins Fenster. Um 8 Uhr gab es erstmal Hotelfrühstück, etwas spartanisch, aber ok. Natürlich wieder mit obligatorischem Teer-Kaffee ausm Thermosbehälter. An der Rezeption fragten wir nach dem Weg ins Zentrum und man erklärte uns den Weg zur U-Bahn. Dort sind wir gleich erstmal schwarzgefahren, weil der Fahrkartenautomat kaputt war. Sind aber nicht erwischt worden und wenn, dann hätten wir die achselzuckenden Touris gegeben, die “nix verstähn”. *g*
Als wir aus der U-Bahn kamen und ein paar Meter gelaufen waren, stolperten wir förmlich über diese riesige Markthalle hier. Da sind wir natürlich gleich erstmal rein. Du liebe Güte, was für ein Angebot. Erstmal ein Gemüsestand am andern, alle verkauften irgendwie dasselbe. Das galt auch für die Fleischer, Bäcker und Souvenir-Läden, die sich in dieser Halle, verteilt auf zwei Stockwerke, befanden.
Gleich nach dem Eingang stand da ein junger Mann und verkaufte frisch gepressten Orangensaft, man konnte sozusagen beim Pressen zuschauen. Nein, nicht mitpressen. Da gönnten wir uns erstmal einen Vitaminstoß, konnte nie schaden.
Bei den Souvenirs überlegten wir, ob wir uns jeder ein Erinnerungs-T-Shirt kaufen sollten, aber die Qualität der Sachen war nicht besonders und sowas sieht dann auch nicht lange schön aus. Für alles andere hatten wir ja keinen Platz in den Fahrradtaschen.
Dann gingen wir über diese Brücke und liefen sehr lange am Budaer Donauufer entlang, wo wir von zahlreichen Fahrradfahrern, meistens Radkurieren, überholt wurden. Wir staunten immer wieder über diesen Mordsverkehr in dieser Stadt. Und joggen gingen da auch noch welche, ob das bei den Abgasen noch gesund war, sei mal dahingestellt.
In unmittelbarer Nähe der Kettenbrücke sahen wir dann eine Art Seilbahn. Das sah recht altertümlich, aber interessant aus und man konnte damit ziemlich weit nach oben in Richtung dieses monumentalen Königspalastes fahren. Obwohl das nicht gerade preiswert war, fuhren wir also da hoch, um uns heute doch mal ein bisschen Kultur anzutun. Ein bisschen. 
Die Sache hat sich allein schon wegen dieser Aussicht gelohnt. Herrlich anzuschauen, Budapest war ein wirklich schöne Stadt, es gefiel uns immer besser. Und das herrliche Sonnenwetter kam uns natürlich auch ganz recht.
Und so liefen wir eine Weile da oben herum und machten immer mehr Fotos. Und gingen einem Typen geflissentlich aus dem Weg, der eine “english speaking guided tour” an den Mann zu bringen versuchte, ziemlich erfolglos, niemand wollte so recht und viele waren auch schon mit Stadtführern unterwegs.
Da waren wir jetzt wohl genau an einem Touristenschwerpunkt angelangt, denn hier waren Menschen aller Nationen beim Gucken.
Wir schlenderten dann durch das autofreie Burgviertel und genehmigten uns in einem Straßencafè einen dieser Miniatur-Espressos. Richtigen Kaffee, also so einen schönen großen Pott voll, bekommt man hier gar nicht. In einem Cappuccino ist etwas mehr drin, aber wenn man Kaffee bestellt, bekommt man immer einen Fingerhut voll Espresso zu einem exorbitanten Preis. Nicht gut, aber nicht zu ändern.
Wir gingen dann an der prächtigen Matthiaskirche vorbei und kamen zur Fischerbastei. Da kann man sich ja auch eine Weile aufhalten und wir fanden es schon erstaunlich, dass da das Hilton-Hotel gleich daneben steht. Passt irgendwie überhaupt nicht zusammen. Von dort hat man auch nochmal einen großartigen Ausblick auf die Stadt, wenn man es denn schafft, sich an den Touristenmassen mal bis ganz nach vorn zu drängeln.
Als wir genug gesehen hatten, liefen wir abwärts und waren bald wieder am Donauufer. Wir gingen noch kurz in eine Einkaufsstraße gucken, dann wollten wir aber wieder rüber nach Pest. Die Margaretenbrücke, über die wir gingen, hatte aber eine Treppe nach unten zur Margareteninsel und wenn wir schon mal hier waren, wollten wir uns das auch nicht entgehen lassen. Außerdem war es eine Wohltat, mal Ruhe vor der ganzen Hektik und dem Verkehr zu haben.
Wir machten einen ausgedehnten Rundgang auf der Insel und genossen es. Der Aussichtsturm hatte leider geschlossen, an seinem Fuß war ein Restaurant, aber da gefiel es uns nicht wirklich, obwohl wir eine Stärkung gebrauchen konnten. Dann machten wir den Fehler und bestellten an so einem Imbissstand einen Hotdog. *würg* Ziemlich eklig, einfach ein Würstchen in ein Brötchen gepackt und mit je einer Tomaten- und einer Gurkenscheibe ein paar Minuten in die Mikrowelle gepackt. Nee, muss ich nicht nochmal haben.
Dann hielten wir uns eine Weile an diesem Springbrunnen auf. Der hatte ein richtiges Programm drauf und wechselte laufend zwischen verschiedenen Fontainen. Auf einmal kam auch noch Musik aus dem Lautsprecher und das Wasser “tanzte” förmlich nach der Musik. “Time To Say Goodbuy” und dann der Springbrunnen dazu, das machte richtig Gänsehaut. Klasse!
Dann hatten wir uns erholt, meine leichten Kopfschmerzen waren auch verschwunden. Also Zeit, sich wieder ins Großstadtgetümmel zu stürzen. Wieder rauf auf die Brücke und rüber nach Pest. Dort liefen wir endlos durch zahlreiche Einkaufsstraßen, auf denen es auch sehr viele kleine Einzelhandelsgeschäfte gab, wie es uns schon in Esztergom aufgefallen war. Die Bürgersteige waren sehr breit und es gab viele Straßencafès und -restaurants, was wir aber wegen dem Mordsverkehr auf den Straßen nicht so schön fanden. Aber die Budapester mochten das anscheinend, jedenfalls saßen genug Leute drin.
Aber gab es hier nicht irgendwo sowas wie eine Fussgängerzone? Komisch.
Dann machten wir unseren obligatorischen Halt im Internet-Cafè. Wir waren auch schon ganz schön pflastermüde, außerdem wollten wir ja überall unsere glückliche Zielankunft vermelden (und ein bisschen damit angeben, ja). Die ungarische Tastatöse kannten wir ja inzwischen. So konnten wir unsere müden Füße ein bisschen ausruhen.
Danach ging es weiter. Da Schimmi von einer Art Dauerhunger geplagt wurde, aßen wir beim Pizza-Hut ein Stück Mitnehm-Pizza, damit der Herr aufhörte zu quengeln.
Na gut, diesen Ekel-Hotdog konnte man ja eigentlich nicht mitzählen. Die Pizza war aber lecker!
Dann kamen wir durch Zufall an den Bahnhof, von dem aus eigentlich unser Zug fahren würde. Bahnhöfe sind in Großstädten immer so prunkvoll, warum eigentlich? Wir waren auch mal kurz drin, um uns das anzusehen, war ja fast eine kleine Stadt für sich, mit Geschäften und so. Guter, fahrradfreundlicher Bahnhof: Alle Bahnsteige waren zu erreichen, ohne dass man Treppen steigen musste. Aber das konnte uns egal sein, wir hatten ja mittlerweile andere Pläne. 
Apropos kleine Stadt für sich: Das waren auch die U-Bahnstationen oder einfach nur die Straßenunterführungen. Da gab es unterirdisch auch noch mal eine Menge Geschäfte.
Beim Zurücklaufen in Richtung Donau fanden wir sie dann doch noch: Die Budapester Fussgängerzone. Nur leider zu spät, denn die Geschäfte machten fast ausnahmslos bis spätestens um 19 Uhr zu, die meisten sogar schon um 18 Uhr. Wir beeilten uns, noch ein paar Postkarten zu kriegen und bummelten dort noch ein bisschen rum.
Auf der Suche nach einer geeigneten Location zur Einnahme unseres Abendessens stießen wir auf diese Restaurantschiffe. Das war schon verlockend, auf dem Wasser zu speisen, aber die Speisekarten dieser Schiffe überzeugten uns nicht wirklich, deshalb wählten wir ein Restaurant, wo man man direkt am Donauufer draußen sitzen konnte. Das war auch sehr schön und wir hatten einen phantastischen Blick auf den Königspalast, der unglaublich schön beleuchtet war jetzt bei Nacht. Wow!
Das Essen war auch Spitze. Ich war zwar etwas irritiert, weil ich statt der angenommenen Bratkartoffeln sowas wie Kartoffelchips zu meinen Medaillons bekam, aber irgendwie konnte man das auch essen. Schimmi schwelgte in kulinarischen Genüssen und war dann endlich mal satt. Mal sehen, wie lange.
Danach experimentierten wir eine ganze Weile mit unserer Kamera und dem Menü “Nachtlandschaft”. Wir hätten ein Stativ gebraucht, aber Schimmi war groß genug, um die Kamera auf einer Laterne hoch genug abzulegen, um dieses Foto zu machen. Es ist das einzige, was einigermaßen gelungen ist.
Er half dann noch zwei deutschen Mädels, die wir beim Fotografieren trafen, auch so ein Bild hinzukriegen.
Und dann hatten wir auch genug. Wir mussten noch ein ganzes Stück zur richtigen U-Bahnstation laufen und fuhren (traditionell wieder schwarz) zurück zu unserem Hotel, wo wir gegen 22.30 Uhr ziemlich pflastermüde im Bett lagen.
Budapest ist echt klasse! Aber wir freuten uns auch wieder aufs Fahren morgen.
| Statistik | ||
| gefahrene km: | 0 | aber jede Menge gelaufen… |
| Übernachtung: | Hotel Zagrab in Budapest | 55 Euro/Dz. (Ü/F) |
| Essen: | in einem Straßen-Restaurant an der Donau | lecker und dazu der schöne Ausblick auf die abendliche Stadt |
| Wetter: | Sonne | wir hatten jetzt wohl wettermäßig eine Glückssträhne |
| Stimmung: | immer noch auf dem absoluten Höhepunkt | Das war ein schöner Tag |