18. September 2005

Tag 09 - Sonntag

Strecke: Wien

Heute war erstmal etwas länger schlafen angesagt. Erstens war Sonntag und zweitens Ruhetag. Ruhe natürlich nur, was das Radeln betraf, denn diesbezüglich würden wir uns heute nicht vom Fleck bewegen. Nach der Affentour gestern hatten wir da auch erstmal gar nichts dagegen.

Der Stephansdom in Wien Zunächst mal runter in den Frühstücksraum, dort war schon nett eingedeckt und unsere Vermieterin wirbelte herum und richtete das Frühstück. Es gab pro Person zwei Brötchen, ein Schälchen mit Marmelade, ungefähr 4 Scheibchen Wurst, etwas Käse, Butter und ein Ei. Und jeder ein Kännchen Kaffee. Es war ok und es reichte auch, aber ich frage mich heute noch, was wohl passiert wäre, wenn man nach einem zusätzlichen Brötchen nebst Belag verlangt hätte… Wäre sie dann völlig aus ihrem gewohnten Rhytmus geraten? *g*

Unterwegs in Wien Auf jeden Fall muss lobend erwähnt werden, dass sie uns eine Kärtchen mit Tageskarten für den Wiener Stadtverkehr überließ und das für nur drei Euro pro Person. Damit konnten wir den ganzen Tag mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen durch Wien gurken. Preiswert, oder? Außerdem erklärte sie uns den Weg und auch, wie wir wieder zurückkommen würden.

Beim Frühstück machten wir noch einen gemütlichen Schwatz mit den anderen Gästen der Pension (den Mann hatten wir nachts schon schnarchen hören *lol*). Sie waren aus Kassel und machten richtig für länger Urlaub in Wien, um sich alles ganz genau anzuschauen. Kulturfreaks. Da können wir nicht mithalten. Wollen wir auch gar nicht.

Die Fiaker in Wien Wir fuhren mit der U-Bahn erstmal zum Stephansplatz. Dort merkten wir schnell, wie sehr es sich abgekühlt hatte und waren froh, die warmen Pullis mitgenommen zu haben. Gottseidank war es heute aber trocken, obwohl der Himmel manchmal heftig nach Regen aussah. Wir laufen also und gucken und laufen und gucken. Es gibt sehr viel zu sehen, ein prunkvolles Gebäude neben dem anderen, aber wir merken sehr schnell, dass wir eigentlich jemanden bräuchten, der uns führt und uns ein bisschen was erklärt. Wir waren natürlich kein bisschen vorbereitet für einen Besuch in dieser geschichtsträchtigen Stadt, sonst hätten wir wohl gezielter vorgehen können.

Unterwegs in Wien Erschwerend kommt hinzu, dass wir diesbezüglich voll die Banausen sind und auch für kaiserliche Sissi-Stories nicht unbedingt viel übrig haben. Für uns war und ist eigentlich nur die Tatsache wichtig, dass wir es mit den Fahrrädern bis hierher geschafft haben.

Nachdem wir ca. zwei Stunden so herumgelaufen waren, kauften wir erstmal jede Menge Postkarten und Briefmarken. Dummerweise hatten wir einen Kugelschreiber vergessen, deshalb gingen wir in ein Hotel, taten so, als würden wir hier gern ein Zimmer nehmen und erbaten einen Kuli, den wir nebst einem Stadtplan problemlos bekamen und den wir auch erfolgreich mit nach draußen nahmen. *gg*

Die Oper wird restauriert Dann setzten wir uns zu einem Kaffee in ein McDonalds (ja schon wieder), um die Karten zu schreiben. Diesmal kriegten alle Bekannten und Verwandten eine ab, wobei diese Schreiberei schon irgendwie lästig ist. Man will ja auch nicht auf jede Karte dasselbe schreiben.

Dann ging es weiter. Wir machten einen sehr ausgedehnten Spaziergang und gingen auch in die Seitenstraßen, in der die Gebäude aber auch nicht weniger prunkvoll waren. Jedenfalls meistens. Es gab Einkaufsstraßen, aber da Sonntag war, hatte leider alles geschlossen.

Ilona am Brunnen Zwischendurch kehrten wir noch in ein Internetcafè ein, um nach über einer Woche nachzuschauen, ob das Internet noch da war. War es. :-) Emails checken, Tagebucheintrag schreiben, bei Muddern melden.

Und ganz wichtig: Nach der Wettervorhersage schauen. Und die sah für die nächsten Tage eigentlich ganz gut aus. Aber man weiß ja, inwieweit man das glauben kann. Immerhin sollte es morgen schön werden, das war doch schon mal was. Ich hatte keine Lust, schon wieder im Regen loszufahren. *grusel*

Dann liefen wir weiter, aber so langsam aber sicher wurden wir ganz schön pflastermüde und wir beschlossen, dem Rat unserer Vermieterin zu folgen, der besagte: Wenn ihr müde seid, setzt euch in die Straßenbahn Linie 1 oder 2 und fahrt solange ihr wollt im Kreis herum. Dann könnt ihr euch ausruhen und seht auch noch genug.

Eis am Schwedenplatz Wir fuhren also erstmal zwei Runden um den Innenstadtring und stiegen dann am Rathaus nochmal aus, um ein paar Bilder zu machen. Auf dem Rathausplatz war gerade eine Veranstaltung im Gange mit Bühne und Fernsehkameras und so. Und eine Art Oldtimer-Ausstellung, die wir allerdings in der Hofburg schon gesehen hatten.

Dann gab es auf den Rat unserer Zimmernachbarn noch ein Eis am Schwedenplatz, weil das wohl das leckerste Eis in Wien sein sollte. War auch lecker. Und anschließend noch eine Runde mit der Straßenbahn, weil wir schauen wollten, von wo wir am besten in den Prater kommen würden. Wir hätten ja am liebsten die Straßenbahn genommen, weil man da mehr sieht, aber das funktionierte nicht oder wir waren nur zu unwissend dazu.

Riesenrad im Prater Wir nahmen also die U-Bahn bis zum Praterstern und gegen 17.30 Uhr waren wir im Wiener Prater. Den Anblick mit dem Riesenrad kennt ja wohl jeder, aber wir waren überrascht, hier einen Vergnügungspark mit allerlei netten Fahrgeschäften vorzufinden. Wir hatten uns das niemals so umfangreich vorgestellt.

Schade, dass ich derlei Sachen seit dem Schlaganfall meiden muss. Das umgekehrte Bungee-Ding, wo man in die Höhe geschossen wird, hätte ich auf jeden Fall ausprobiert. Obwohl die Preise recht gepfeffert waren. Und dann war da noch so ein riesiges Ding, wo man im Kreis herumgeschleudert wird mit einer Wahnsinnsbeschleunigung. Irre!

Wien in der Abenddämmerung So schauten wir halt überall nur zu und bummelten eine Weile durch den Park. Nebenbei diskutierten wir noch, wo wir denn nun heute essen gehen sollten, kamen aber zu keinem richtigen Ergebnis.

Auf jeden Fall wollten wir aber mit dem Riesenrad fahren und das taten wir dann zum Abschluss auch. Da bezahlt man erstmal 7 Euro pro Person für eine Runde und bevor man da reinkommt, wird man noch fotografiert. Das Foto kann man dann in einer Art Erinnerungsmappe kaufen für ganze 9 Euro. Das fanden wir dann für ein einziges Foto doch zu viel. Die spinnen ja wohl!

Ein Teil des Praters vom Riesenrad aus Aber die Fahrt war schön, zumal es langsam dämmerte und im Park die bunte Beleuchtung anging, wie man auf dem Foto sieht. Sah wirklich toll aus.

Leider kriege ich in solchen Gefährten in dieser Höhe immer so komische Katastrophenvorstellungen von Erdbeben und so Sachen, wahrscheinlich ist es einfach nur Höhenangst, jedenfalls war ich froh, als es wieder runter ging. Was ich allerdings noch mitbekam, dass die Leute in unserer Kabine sich nicht so wirklich für die Aussicht interessierten. Ein Pärchen war die ganze Zeit am Knutschen und eine andere junge Frau telefonierte die halbe Umdrehung. He, warum fahren die eigentlich mit? Wahrscheinlich, damit sie es erzählen können. Komisch, aber muss ja jeder selbst wissen.

Nach dem Riesenrad verließen wir den Prater und sahen uns dort in der Nähe nach einem geeigneten Speiselokal um. Gar nicht weit weg fanden wir auch eine Pizzeria. Der Kellner schlief zwar beim Arbeiten bald ein, aber die Pizza war wirklich lecker. Ganz nebenbei schauten wir uns im Fernseher des Lokales noch die Wahlergebnisse an und waren ziemlich schockiert, dass die alle glaubten, gewonnen zu haben. Manchmal ist es besser, wenn keiner merkt, dass man Deutscher ist…

Dank der Erklärung unserer Vermieterin fanden wir mit der U-Bahn sehr schnell unser Quartier wieder und lagen gegen 21 Uhr ziemlich geschafft in den Betten. Das war auch nötig, denn morgen hatten wir für 6.30 Uhr Frühstück bestellt.

Statistik
gefahrene km: 0 Ruhetag mit Wienbesichtigung
Übernachtung: Pension Oberreiter, Cherubinistr. 25, Wien 53 Euro/Dz. (Ü/F)
Essen: Pizzeria irgendwo beim Prater sehr leckere Pizzen
Wetter: bewölkt, windig, aber trocken nicht mehr so warm
Stimmung: wieder super mal nicht radeln war auch schön
18. September 2005 | Reise: Donau nach Budapest 2005 | Kommentieren | TB